Welche IP-Schutzart braucht mein Steckverbinder?
Die IP-Schutzart entscheidet, ob ein Steckverbinder Staub, Strahlwasser oder die Hochdruckreinigung übersteht. Dieser Ratgeber erklärt den Code nach DIN EN 60529, was die beiden Ziffern bedeuten und welche Mindestschutzart Ihre Einsatzumgebung wirklich verlangt.
Steckverbinder ansehenWas bedeuten die beiden Ziffern der IP-Schutzart?
Die Schutzart wird nach DIN EN 60529 mit den Buchstaben IP (International Protection) und zwei Ziffern angegeben. Die erste Ziffer beschreibt den Schutz gegen feste Fremdkörper und Staub, die zweite den Schutz gegen Wasser. Ein Steckverbinder mit IP67 ist also staubdicht und übersteht zeitweiliges Untertauchen.
Die erste Ziffer reicht von 0 (kein Schutz) bis 6 (vollständig staubdicht). Die zweite Ziffer geht von 0 bis 9K, wobei 9K den Hochdruck- und Dampfstrahl abdeckt. Fehlt eine Anforderung, wird die Ziffer durch ein X ersetzt, etwa IPX7 für einen rein wassergeprüften Verbinder.
Welche Schutzart verlangt meine Einsatzumgebung?
Die Mindestschutzart ergibt sich aus der realen Belastung am Einbauort. Für trockene Schaltschränke genügt IP20, im Freien oder in feuchten Bereichen sind IP65 bis IP67 üblich, und in der Lebensmittel- oder Fahrzeugreinigung führt kein Weg an IP69K vorbei.
- IP65: staubdicht und geschützt gegen Strahlwasser aus jeder Richtung - Standard für Sensorik im Freien.
- IP67: staubdicht und dicht bei 30 Minuten Untertauchen bis 1 m - für zeitweise überflutete Bereiche.
- IP68: dauerhaftes Untertauchen unter vom Hersteller definierten Bedingungen (Tiefe, Dauer).
- IP69K: staubdicht und beständig gegen Hochdruck-Dampfstrahl mit 80 bis 100 bar bei bis zu 80 °C.
Worauf kommt es bei der Auswahl noch an?
Die Schutzart allein reicht nicht. Dichtungsmaterial, Verriegelung, Anzugsdrehmoment und der korrekte Kabeldurchmesser entscheiden darüber, ob die Klasse in der Praxis erhalten bleibt. Rundsteckverbinder wie M8 und M12 erreichen IP67 nur mit sauber verschraubter Überwurfmutter.
- Freie Ports immer mit Schutzkappe verschliessen, sonst sinkt die Schutzart auf IP20.
- Dichtung und O-Ring vor jeder Steckung auf Beschädigung und Verschmutzung prüfen.
- Kabeldurchmesser muss zum Dichtbereich der Kabelverschraubung passen.
- Anzugsdrehmoment des Herstellers einhalten - zu locker undicht, zu fest quetscht die Dichtung.
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Zum RatgeberHäufige Fragen
Ist IP68 immer besser als IP67?
Beim Untertauchen ja, IP68 deckt dauerhaftes Eintauchen unter definierten Bedingungen ab. Gegen Strahlwasser sagt aber weder IP67 noch IP68 etwas aus - dafür braucht es zusätzlich IPx5, IPx6 oder IP69K.
Was bedeutet das K in IP69K?
Das K stammt aus der ursprünglichen Norm DIN 40050‑9 und kennzeichnet die Hochdruck- und Dampfstrahlprüfung mit 80 bis 100 bar bei rund 80 °C. Diese Klasse ist heute in DIN EN 60529 aufgenommen und Standard in Waschanlagen und der Lebensmittelindustrie.
Reicht IP65 für den Aussenbereich?
Für Regen und Reinigung mit dem Wasserschlauch meist ja, denn IP65 ist staubdicht und gegen Strahlwasser geschützt. Wo zeitweise Überflutung oder Untertauchen möglich ist, sollten Sie zu IP67 greifen.
Gilt die Schutzart auch für den ungesteckten Verbinder?
Nein. Die IP-Angabe gilt nur im gesteckten, verriegelten Zustand oder mit montierter Schutzkappe. Ein offener Port erreicht die Klasse nicht.
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