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USV richtig dimensionieren - VA, Watt und Laufzeit berechnen

Eine USV wird über zwei Grenzen zugleich begrenzt: die Scheinleistung in VA und die Wirkleistung in Watt. Dieser Ratgeber zeigt, wie Sie aus Verbraucherlast, Leistungsfaktor und gewünschter Überbrückungszeit die richtige Grösse berechnen und sinnvolle Reserven einplanen.

5 Min.Stand: 2026-07Geprüft: Fachredaktion
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VA + W
zwei Grenzwerte gelten
0,6-1,0
Leistungsfaktor cos φ
70-80 %
empfohlene Auslastung
+20-25 %
Reserve für Ausbau
Inhalt
  1. VA und Watt
  2. Last berechnen
  3. Laufzeit und Reserve
  4. Häufige Fragen

Warum werden USV in VA und Watt angegeben?

Jede USV hat zwei Nennwerte: die Scheinleistung in Voltampere (VA) und die Wirkleistung in Watt (W). Die Scheinleistung begrenzt den Strom, den die Elektronik und der Wechselrichter liefern können, die Wirkleistung begrenzt die tatsächlich in Wärme und Arbeit umgesetzte Leistung. Ihre Last darf keinen der beiden Werte überschreiten.

Der Zusammenhang lautet: Watt = VA × Leistungsfaktor (cos φ). Ältere Geräte hatten oft einen Faktor von 0,6, moderne USV mit Online- oder Line-Interactive-Technik liegen bei 0,8 bis 1,0. Eine 1500-VA-USV mit Faktor 0,9 liefert also rund 1350 W.

Rechnen Sie immer gegen beide Grenzen. Eine Serverlast mit hohem Wirkanteil erreicht die Watt-Grenze, bevor die VA-Grenze ausgereizt ist - dann zählt Watt, nicht VA.

Wie berechnet man die benötigte USV-Leistung?

Addieren Sie zuerst die Wirkleistung aller angeschlossenen Geräte in Watt. Nutzen Sie die Typenschild- oder Netzteilangaben und nicht die maximale Sicherungsgrösse, da diese meist deutlich höher liegt. Aus der Summe der Watt und dem Leistungsfaktor Ihrer Geräte ergibt sich der VA-Bedarf.

  • Wirkleistung summieren: alle Verbraucher in Watt zusammenzählen.
  • VA-Bedarf ableiten: benötigte VA = Watt / cos φ der Last.
  • Reserve aufschlagen: 20 bis 25 % für Anlaufspitzen und späteren Ausbau.
  • Zielauslastung wählen: USV dauerhaft bei 70 bis 80 % der Nennleistung betreiben.
  • Beide Grenzen prüfen: gewählte USV muss Watt und VA gleichzeitig abdecken.
Beispiel: 800 W IT-Last bei cos φ 0,9 ergibt rund 890 VA. Mit 25 % Reserve landen Sie bei etwa 1100 VA, also einer 1500-VA-Klasse - die läuft dann bei komfortablen 60 bis 70 % Auslastung.

Geräte mit Schaltnetzteilen, Motoren oder Laserdruckern ziehen kurze Anlaufspitzen, die ein Mehrfaches der Dauerleistung betragen können. Laserdrucker gehören deshalb nicht an eine knapp dimensionierte USV. Planen Sie für solche Lasten zusätzlichen Spielraum ein.

Wie plant man die Überbrückungszeit und Reserven?

Die Überbrückungszeit hängt von der Batteriekapazität und der tatsächlichen Last ab, nicht von der Nennleistung. Je höher die Auslastung, desto kürzer die Laufzeit - der Zusammenhang ist nicht linear, weil Bleiakkus bei hohem Strom weniger nutzbare Kapazität liefern (Peukert-Effekt).

Für einen sicheren Shutdown reichen oft 5 bis 10 Minuten. Sollen Systeme kurze Netzausfälle komplett überbrücken, brauchen Sie externe Batteriemodule oder eine grössere USV-Klasse. Rechnen Sie die Laufzeit immer für die reale, nicht die Nennlast, und ziehen Sie den Kapazitätsverlust gealterter Akkus mit ein.

Bleibatterien verlieren mit der Zeit Kapazität und altern schneller in warmer Umgebung. Planen Sie die anfängliche Laufzeit mit Puffer, damit auch nach drei Jahren noch genug Reserve für den geordneten Shutdown bleibt.
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Zum Ratgeber

Häufige Fragen

Was bedeuten VA und Watt bei einer USV?

VA ist die Scheinleistung und begrenzt den lieferbaren Strom, Watt ist die Wirkleistung. Es gilt Watt = VA × Leistungsfaktor. Ihre Last darf keinen der beiden Werte überschreiten.

Wie viel Reserve sollte man einplanen?

Üblich sind 20 bis 25 % Reserve auf die berechnete Last. So bleibt Spielraum für Anlaufspitzen und späteren Ausbau, und die USV läuft dauerhaft bei komfortablen 70 bis 80 % Auslastung.

Warum sinkt die Laufzeit stärker als die Last steigt?

Bleiakkus liefern bei hohem Entladestrom weniger nutzbare Kapazität (Peukert-Effekt). Verdoppelt sich die Last, halbiert sich die Laufzeit nicht nur, sondern fällt oft überproportional.

Kann ich einen Laserdrucker an die USV hängen?

Besser nicht an eine knapp dimensionierte USV. Laserdrucker ziehen hohe Anlaufspitzen, die ein Mehrfaches der Dauerleistung betragen und die USV überlasten können.

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