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Vakuumschalter richtig auswählen - worauf kommt es an?

Der Vakuumschalter überwacht den Unterdruck an Sauggreifern und meldet, ob ein Teil sicher gehalten wird. Dieser Ratgeber erklärt Schaltpunkt, Hysterese, Ausgangssignal und Genauigkeit und zeigt, wie Sie Sensor und Schalter für zuverlässige Teileabfrage und Prozessüberwachung auslegen.

5 Min.Stand: 2026-07Geprüft: Fachredaktion
Vakuumschalter ansehen
-0,1 bis -101 kPa
typischer Messbereich
±2 % FS
übliche Genauigkeit
PNP / NPN
Schaltausgang
60-70 %
Schaltpunkt für Teileabfrage
Inhalt
  1. Grundlagen und Funktion
  2. Schaltpunkt und Hysterese
  3. Ausgang und Genauigkeit
  4. Häufige Fragen

Was macht ein Vakuumschalter in der Handhabung?

Ein Vakuumschalter misst den Unterdruck im Saugkreis eines Greifers und gibt bei Erreichen eines eingestellten Schaltpunkts ein Signal an die Steuerung. So erkennt die Anlage, ob ein Werkstück sicher angesaugt ist, bevor der nächste Bewegungsschritt startet. Man unterscheidet mechanische Vakuumschalter mit fester Schwelle und elektronische Vakuumsensoren mit Display, die den Wert zusätzlich analog ausgeben.

Der Unterdruck wird meist in kPa, mbar oder als Prozent des Absolutvakuums angegeben. Ein Wert von -70 kPa entspricht rund 70 % des maximal erreichbaren Vakuums und ist ein üblicher Richtwert, ab dem ein Flachteil sicher gehalten wird.

Teileabfrage bedeutet: Der Sensor bestätigt das Vorhandensein und den festen Sitz des Teils. Prozessüberwachung geht weiter und meldet auch Leckagen, verstopfte Düsen oder nachlassende Saugleistung im laufenden Betrieb.
Sauggreifer und Ejektoren

So dimensionieren Sie Vakuumerzeuger und Greifer passend zum Werkstück.

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Wie legt man Schaltpunkt und Hysterese fest?

Der Schaltpunkt ist der Unterdruck, bei dem der Ausgang schaltet. Die Hysterese ist der Abstand zwischen Einschalt- und Rückschaltpunkt und verhindert ein Flattern des Signals, wenn der Druck um die Schwelle herum schwankt. Beide Werte legen Sie so aus, dass ein gehaltenes Teil sicher gemeldet und ein verlorenes Teil zuverlässig erkannt wird.

  • Schaltpunkt über dem Wert wählen, der ein glattes, dichtes Teil sicher hält.
  • Bei porösen oder unebenen Teilen den Schaltpunkt niedriger und die Hysterese grösser setzen.
  • Zwei Schaltpunkte nutzen, wenn Teileabfrage und Leckwarnung getrennt gemeldet werden sollen.
  • Reaktionszeit beachten: kurze Ansprechzeit für schnelle Taktzeiten in Pick-and-place-Anlagen.
Stellen Sie den Schaltpunkt an einem realen Werkstück ein und prüfen Sie, ob der Schalter beim langsamen Ablösen des Teils rechtzeitig zurückschaltet. So vermeiden Sie Fehlgutmeldungen im Automatikbetrieb.

Welcher Ausgang und welche Genauigkeit passen?

Der Schaltausgang muss zur Steuerung passen. PNP-Ausgänge schalten die Plusleitung und sind in Europa Standard, NPN schaltet gegen Masse. Für die kontinuierliche Prozessüberwachung liefern elektronische Sensoren zusätzlich ein Analogsignal von 1‑5 V oder 4‑20 mA sowie zunehmend IO-Link für Diagnose und ferngesteuerte Parametrierung.

Die Genauigkeit liegt bei elektronischen Sensoren meist bei ±2 % vom Endwert, hochwertige Geräte erreichen ±1 %. Wichtig sind zudem Wiederholgenauigkeit und Temperaturdrift, denn ein Schaltpunkt nahe der Haltegrenze darf über den Arbeitstemperaturbereich nicht wegwandern.

  • Analogausgang wählen, wenn Sie Leckagetrends oder Saugleistung dokumentieren wollen.
  • IO-Link erleichtert Formatwechsel, weil Schaltpunkte zentral per Rezept geladen werden.
  • Auf Druckanschluss (M5, G1/8) und Schutzart IP40 bis IP67 je nach Umgebung achten.
  • Displaygeräte erleichtern Inbetriebnahme und Fehlersuche direkt an der Maschine.
Verwechseln Sie Genauigkeit nicht mit Auflösung. Für eine zuverlässige Teileabfrage zählt vor allem die Wiederholgenauigkeit des Schaltpunkts, nicht die Anzahl der Nachkommastellen im Display.

Häufige Fragen

In welcher Einheit wird der Vakuumschalter eingestellt?

Üblich sind kPa, mbar oder Prozent des Endvakuums. -70 kPa entsprechen etwa -700 mbar und rund 70 % des maximal erreichbaren Unterdrucks. Viele Sensoren lassen die Einheit im Menü umschalten.

Wozu dient die Hysterese?

Die Hysterese trennt Einschalt- und Rückschaltpunkt und verhindert, dass der Ausgang bei kleinen Druckschwankungen um den Schaltpunkt ständig hin- und herschaltet. Ein Wert von 5 bis 10 % des Messbereichs ist ein guter Startpunkt.

Brauche ich einen Analogausgang oder reicht ein Schaltausgang?

Für reine Teileabfrage genügt ein PNP- oder NPN-Schaltausgang. Wollen Sie Leckagen, nachlassende Saugleistung oder Trends überwachen, ist ein Analogausgang oder IO-Link sinnvoll.

Welchen Schaltpunkt wähle ich für ein poröses Werkstück?

Poröse oder unebene Teile erreichen kein hohes Vakuum. Setzen Sie den Schaltpunkt niedriger, etwa auf 30 bis 40 % des Endvakuums, und vergrössern Sie die Hysterese, damit das Signal stabil bleibt.

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