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Wärmerückgewinnung am Kompressor - wie viel Energie steckt drin?

Ein Schraubenkompressor wandelt nahezu die gesamte aufgenommene elektrische Leistung in Wärme um. Dieser Ratgeber zeigt, wie viel davon nutzbar ist, welche Luft- und Wassersysteme es gibt und wann sich die Wärmerückgewinnung wirtschaftlich rechnet.

5 Min.Stand: 2026-07Geprüft: Fachredaktion
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bis 94 %
der Antriebsleistung nutzbar
60-90 °C
Vorlauf über Wassersystem
ca. 25 °C
Warmluft-Anhebung bei Luftführung
1-3 Jahre
typische Amortisation
Inhalt
  1. Energiebilanz
  2. Luft und Wasser
  3. Wirtschaftlichkeit
  4. Häufige Fragen

Wie viel Abwärme liefert ein Schraubenkompressor?

Ein Schraubenkompressor erzeugt keine Nutzenergie im thermodynamischen Sinn: Rund 100 % der aufgenommenen elektrischen Leistung werden in Wärme umgewandelt. Davon lassen sich bei öleingespritzten Maschinen typisch 72 bis 94 % als Abwärme zurückgewinnen.

Den grössten Anteil trägt das Kompressoröl, das die Verdichtungswärme aufnimmt und über den Ölkühler abgibt. Ein kleinerer Teil steckt in der verdichteten Luft (Nachkühler), der Rest geht als Abstrahlung und Motorverlustwärme verloren. Nur etwa 2 bis 5 % verbleiben tatsächlich als Druckenergie in der Druckluft.

Faustwert: Pro 5,5 kW installierter Antriebsleistung stehen im Dauerbetrieb rund 4 bis 5 kW nutzbare Wärme zur Verfügung - genug, um kleine Werkstätten oder Vorwärmkreise zu speisen.

Luft- oder Wassersystem - was passt wann?

Für die Nutzung gibt es zwei Grundprinzipien: die direkte Warmluftführung und die Wasser-Wärmerückgewinnung über einen Wärmetauscher. Die Wahl hängt davon ab, ob Sie Räume heizen oder Warmwasser und Prozesswärme brauchen.

Die Luftführung ist die einfachste und günstigste Lösung: Die vom Kühlluftstrom aufgenommene Wärme wird über einen Kanal mit Klappe direkt in eine Halle geleitet und hebt die Zulufttemperatur um rund 20 bis 25 °C an. Im Sommer wird die Klappe nach aussen geöffnet.

Das Wassersystem koppelt einen Plattenwärmetauscher in den Ölkreislauf ein und liefert Warmwasser mit typisch 60 bis 70 °C, mit Sondertauschern bis 90 °C. Damit lassen sich Brauchwasser, Heizungsrücklauf oder Prozessbäder speisen - unabhängig vom Standort des Kompressors.

  • Luftsystem: geringe Investition, ideal für Hallenheizung im Winter, nur bei kurzen Kanalwegen sinnvoll.
  • Wassersystem: höhere Investition, dafür ganzjährig nutzbar und über Rohrleitungen weit transportierbar.
  • Warmwasser 60‑70 °C deckt Duschen, Reinigung und Vorwärmung von Kesselspeisewasser.
  • Prozesswärme bis 90 °C für Bäder, Trocknung und Vorwärmstufen in der Fertigung.
  • Kombianlagen führen im Winter Luft in die Halle und im Sommer Wasser in einen Puffer.
Ein Pufferspeicher entkoppelt Wärmeanfall und Wärmebedarf. So wird auch bei schwankender Kompressorlast eine konstante Vorlauftemperatur erreicht.

Wann rechnet sich die Wärmerückgewinnung?

Die Wirtschaftlichkeit steht und fällt mit den Betriebsstunden und einem passenden Wärmeabnehmer. Je länger der Kompressor unter Last läuft und je näher der Verbraucher liegt, desto schneller amortisiert sich die Anlage - oft innerhalb von ein bis drei Jahren.

Rechenbeispiel: Ein 30-kW-Kompressor mit 4000 Laststunden pro Jahr gibt bei 90 % Rückgewinnung rund 108 000 kWh Wärme ab. Bei einem Gaspreis von etwa 0,10 EUR/kWh entspricht das einer jährlichen Einsparung im Bereich von 10 000 EUR - Nachrüstsätze liegen oft deutlich darunter.

Auch ölfreie und drehzahlgeregelte Kompressoren eignen sich zur Wärmerückgewinnung. Bei Drehzahlregelung sinkt die Wärmeleistung mit der Teillast, weshalb ein Pufferspeicher besonders sinnvoll ist.
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Häufige Fragen

Wie viel Prozent der Kompressorleistung sind nutzbare Wärme?

Bei öleingespritzten Schraubenkompressoren lassen sich typisch 72 bis 94 % der aufgenommenen Antriebsleistung als Wärme zurückgewinnen. Der grösste Anteil stammt aus dem Ölkühlkreislauf.

Welche Wassertemperatur liefert die Wärmerückgewinnung?

Standard-Wärmetauscher im Ölkreislauf erreichen 60 bis 70 °C Vorlauf. Mit speziellen Hochtemperatur-Tauschern sind bis zu 90 °C möglich, ausreichend für viele Prozessbäder.

Lohnt sich Wärmerückgewinnung auch bei kleinen Kompressoren?

Ja, sobald ein naher Wärmeabnehmer und ausreichende Laststunden vorhanden sind. Schon ab wenigen kW Antriebsleistung deckt die Abwärme Warmwasser oder eine Werkstattheizung.

Geht durch die Wärmerückgewinnung Druckluftleistung verloren?

Nein. Die Wärme fällt ohnehin als Verlustenergie an und würde sonst ungenutzt an die Umgebung abgegeben. Die Druckluftmenge und der Enddruck bleiben unverändert.

Abwärme Ihres Kompressors nutzen?

Wir beraten zu Luft- und Wassersystemen zur Wärmerückgewinnung und liefern passende Kompressoren, Wärmetauscher und Aufbereitung.

Hohe Ausbeute

Bis zu 94 % der Antriebsleistung als nutzbare Wärme.

Schnelle Amortisation

Typisch ein bis drei Jahre bei gutem Wärmebedarf.

Passende Systeme

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Fachberatung

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