Zurück

Acrylschaum-Montageklebeband richtig auslegen - wie?

Acrylschaum-Montageklebebänder ersetzen Schrauben und Nieten durch eine dauerelastische, hochfeste Klebeverbindung. Dieser Ratgeber zeigt, wie Sie Schaumdicke, Anfangshaftung und Temperaturbeständigkeit auf Untergrund und Belastung abstimmen und die Verklebung fachgerecht vorbereiten.

5 Min.Stand: 2026-07Geprüft: Fachredaktion
Montageklebebänder ansehen
bis 500 N
Zugkraft je 100 cm²
0,4-3,0 mm
übliche Schaumdicke
-40 bis +120 °C
Dauergebrauch
72 h
Endfestigkeit erreicht
Inhalt
  1. Grundlagen und Aufbau
  2. Die drei Auswahlkriterien
  3. Untergrund und Haftung
  4. Häufige Fragen

Was leistet ein Acrylschaum-Montageklebeband?

Ein Acrylschaum-Montageklebeband ist ein geschlossenzelliger Acrylschaum, der auf beiden Seiten mit einem Haftklebstoff versehen ist. Der viskoelastische Kern verklebt hochfest, verteilt Spannungen gleichmässig und gleicht Toleranzen sowie unterschiedliche Wärmeausdehnung der Fügeteile aus.

Anders als eine Schraube belastet die Klebefläche das Bauteil nicht punktuell, sondern flächig. Dadurch entfallen Bohrungen, Korrosionsnester und sichtbare Befestigungspunkte. Die Verbindung dichtet zugleich gegen Feuchtigkeit und dämpft Vibrationen.

Die Klebkraft baut sich über die Zeit auf: nach dem Fügen liegen typisch etwa 50 % der Endfestigkeit vor, nach 24 Stunden rund 90 % und nach 72 Stunden bei Raumtemperatur die volle Festigkeit.
  • Schraubenlose, dauerelastische Verbindung ohne Bohren oder Nieten.
  • Flächige Spannungsverteilung statt punktueller Belastung.
  • Toleranzausgleich und Dämpfung durch den viskoelastischen Schaumkern.
  • Dichtwirkung gegen Wasser, Staub und Zugluft in einem Arbeitsgang.

Wie wähle ich Schaumdicke, Haftung und Temperatur?

Drei Parameter entscheiden über die Eignung: die Schaumdicke bestimmt den Toleranzausgleich, die Anfangshaftung (Tack) die Fixierung ohne Hilfsmittel und die Temperaturbeständigkeit den Einsatzbereich. Diese drei müssen zu Untergrund, Spaltmass und Belastung passen.

Die Schaumdicke folgt der Oberflächengüte: glatte, formstabile Teile kommen mit 0,8 bis 1,1 mm aus, während raue, leicht gewölbte oder unterschiedlich sich ausdehnende Fügepartner 1,5 bis 2,0 mm oder mehr benötigen, damit der Schaum den Spalt sicher überbrückt. Eine hohe Anfangshaftung hält senkrecht montierte Teile sofort, ohne dass sie abrutschen.

Legen Sie die Klebefläche auf Scherbelastung aus, nicht auf Schälzug. Ein umlaufendes Band oder ein geschlossener Rahmen leitet Kräfte flächig ein; eine schmale Kante schält früh auf.
Primer und Reiniger

Wann ein Haftvermittler nötig ist und welcher Reiniger passt.

Zum Ratgeber

Welche Untergründe eignen sich - und was ist heikel?

Die Oberflächenenergie des Untergrunds entscheidet über die Benetzung. Metalle, Glas, lackierte Bleche und viele Hartkunststoffe haben eine hohe Oberflächenenergie und kleben sehr gut. Niederenergetische Kunststoffe wie PP und PE benötigen einen Primer oder ein speziell formuliertes Band.

  • Gut: Aluminium, Edelstahl, Glas, Pulver- und Nasslack, ABS, PC, PVC hart.
  • Mit Primer: PP, PE, TPO, EPDM, pulverbeschichtete Strukturlacke.
  • Heikel: weichmacherhaltiges Weich-PVC, ölige oder silikonhaltige Flächen.
  • Tabu ohne Vorbehandlung: fettige, feuchte oder staubige Oberflächen.
Reinigen Sie mit einer 50:50-Mischung aus Isopropanol und Wasser, entfetten Sie vollständig und verkleben Sie erst nach dem Ablüften. Der ideale Anpressdruck liegt bei etwa 15 N/cm².

Die Verarbeitungs- und Objekttemperatur sollte beim Fügen mindestens +10 bis +15 °C betragen, damit der Klebstoff ausreichend fliesst und benetzt. Zu kalte Flächen verhindern die nötige Anfangshaftung; die spätere Temperaturbeständigkeit im Betrieb bleibt davon unberührt.

Häufige Fragen

Ersetzt das Klebeband wirklich Schrauben?

Bei richtig ausgelegter Fläche ja. Acrylschaumbänder erreichen hohe Scherfestigkeiten und werden im Fahrzeug- und Fassadenbau tragend eingesetzt. Entscheidend sind ausreichende Klebefläche, Scherbelastung statt Schälzug und saubere Vorbehandlung.

Wie dick muss der Schaum sein?

Auf glatten, formstabilen Teilen genügen 0,8 bis 1,1 mm. Für raue, gewölbte oder sich unterschiedlich ausdehnende Fügeteile wählen Sie 1,5 bis 2,0 mm, damit der Schaum den Spalt sicher überbrückt und Spannungen abbaut.

Wann ist die Endfestigkeit erreicht?

Direkt nach dem Fügen liegen etwa 50 % vor, nach 24 Stunden rund 90 % und nach 72 Stunden bei Raumtemperatur die volle Klebkraft. Höhere Temperaturen beschleunigen den Aufbau.

Brauche ich immer einen Primer?

Nein. Auf hochenergetischen Untergründen wie Metall, Glas oder ABS haftet das Band direkt. Für PP, PE, TPO oder EPDM verbessert ein Haftvermittler die Verbindung deutlich.

Passendes Montageklebeband gesucht?

Wir liefern Acrylschaum-Montageklebebänder in verschiedenen Schaumdicken und Temperaturklassen - inklusive passendem Primer und Reiniger für hochfeste, schraubenlose Verklebungen.

Hochfest

Tragende Verklebung mit hoher Scherfestigkeit.

Temperaturstabil

Dauergebrauch von -40 bis +120 °C.

Dicht und flächig

Dichtet und dämpft in einem Arbeitsgang.

Fachberatung

Wir unterstützen bei Auslegung und Vorbehandlung.

Weitere Ratgeber