Drehmomentprüfgerät wählen - wie prüft man Drehmomentschlüssel?
Ein Drehmomentprüfgerät kontrolliert, ob ein Drehmomentschlüssel noch innerhalb der zulässigen Toleranz auslöst. Dieser Ratgeber erklärt die Auswahl nach DIN EN ISO 6789, den passenden Messbereich, die geforderte Genauigkeit sowie Prüfintervall und Dokumentation.
Drehmomentprüfgeräte ansehenWarum muss ein Drehmomentschlüssel geprüft werden?
Ein Drehmomentschlüssel ist ein Messmittel und verliert durch Federermüdung, Verschleiss und Stösse mit der Zeit an Genauigkeit. Ein Drehmomentprüfgerät misst das tatsächlich abgegebene Moment und zeigt, ob der Schlüssel noch innerhalb der Toleranz nach DIN EN ISO 6789 arbeitet.
Die Norm unterscheidet Typ I (anzeigende Schlüssel wie Skalen- und Digitalschlüssel) und Typ II (auslösende Knackschlüssel). Für auslösende Werkzeuge über 10 Nm gilt eine zulässige Abweichung von ± 4 % vom Sollwert, für Typ I meist ± 6 %.
Welcher Messbereich und welche Genauigkeit sind nötig?
Das Prüfgerät muss den Messbereich Ihrer Schlüssel abdecken und selbst deutlich genauer sein. Als Faustregel sollte die Gerätegenauigkeit etwa vier- bis fünfmal besser sein als die zu prüfende Toleranz, damit die Messung aussagekräftig bleibt.
- Nutzbereich beachten: geprüft wird typischerweise bei 20 %, 60 % und 100 % des Nennmoments.
- Kein einzelnes Gerät deckt alle Bereiche gleich gut ab - kleine Momente brauchen einen eigenen, feineren Aufnehmer.
- Peak-Modus (Schleppzeiger) erfasst das Auslösemoment eines Knackschlüssels sicher.
- Digitale Prüfgeräte mit USB oder Speicher erleichtern die spätere Dokumentation.
Wie läuft die Prüfung ab und wie oft?
Der Schlüssel wird waagerecht in die Aufnahme des Prüfgeräts eingesetzt und langsam bis zum Auslösen belastet. Nach ISO 6789 werden je Prüfpunkt fünf Messungen genommen; die Abweichung des Mittelwerts vom Sollwert muss innerhalb der Toleranz liegen.
Das Prüfintervall richtet sich nach Nutzung. Üblich sind 12 Monate oder rund 5.000 Betätigungen - je nachdem, was zuerst eintritt. In sicherheitskritischen oder stark beanspruchten Bereichen sind kürzere Intervalle sinnvoll.
- Schlüssel vor der Prüfung mehrfach auf dem höchsten Wert vorbelasten (einlaufen lassen).
- Kraft gleichmässig und ruckfrei aufbringen, immer am definierten Griffpunkt.
- Prüfpunkte bei 20 %, 60 % und 100 % des Nennmoments abarbeiten.
- Ergebnisse mit Datum, Seriennummer, Sollwert und Istwerten dokumentieren.
Häufige Fragen
Wie oft muss ein Drehmomentschlüssel geprüft werden?
Üblich ist ein Intervall von 12 Monaten oder etwa 5.000 Betätigungen, je nachdem was zuerst erreicht wird. Bei starker Beanspruchung oder sicherheitsrelevanten Verschraubungen sollte häufiger geprüft werden.
Welche Toleranz gilt nach DIN EN ISO 6789?
Für auslösende Schlüssel (Typ II) über 10 Nm gilt ± 4 % vom Sollwert, für anzeigende Schlüssel (Typ I) meist ± 6 %. Der Mittelwert aus fünf Messungen je Prüfpunkt muss innerhalb dieser Grenze liegen.
Wie genau muss das Prüfgerät sein?
Das Prüfgerät sollte rund vier- bis fünfmal genauer sein als die zu prüfende Toleranz, in der Praxis typisch ± 0,5 bis ± 1 % vom Messwert. Zudem muss es rückführbar kalibriert sein.
Was ist der Unterschied zwischen Teil 1 und Teil 2 der Norm?
Teil 1 beschreibt die Konformitätsprüfung (bestanden oder nicht), Teil 2 die vollständige Kalibrierung inklusive Messunsicherheit. Für ein rückführbares Kalibrierzertifikat ist Teil 2 erforderlich.
Passendes Drehmomentprüfgerät gesucht?
Wir liefern digitale Drehmomentprüfgeräte und Aufnehmer nach DIN EN ISO 6789 - vom kleinen Nm-Bereich bis über 1000 Nm, inklusive Kalibrierzertifikat.
Normgeprüft
Geräte und Verfahren nach DIN EN ISO 6789.
Rückführbar
Werks- und DAkkS-Kalibrierung auf Wunsch.
Hohe Genauigkeit
Bis ± 0,5 % vom Messwert für sichere Prüfung.
Fachberatung
Spezialisten helfen bei Messbereich und Auswahl.


