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Drucksensor für die Industrie richtig auswählen - worauf achten?

Der Drucksensor wandelt einen physikalischen Druck in ein elektrisches Signal um und ist damit Schlüsselkomponente jeder Automatisierung. Dieser Ratgeber führt durch die vier zentralen Auswahlkriterien: Messbereich und Druckart, Ausgangssignal, Medienverträglichkeit sowie Genauigkeit und Schutzart.

5 Min.Stand: 2026-07Geprüft: Fachredaktion
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0-600 bar
typische Messbereiche
4-20 mA
verbreitetes Ausgangssignal
0,25 % FS
erreichbare Genauigkeit
IP67
übliche Schutzart
Inhalt
  1. Messbereich und Druckart
  2. Ausgangssignal
  3. Medienverträglichkeit
  4. Genauigkeit und Schutzart
  5. Häufige Fragen

Welchen Messbereich und welche Druckart brauche ich?

Der Messbereich muss zum Prozess passen: Als Faustregel sollte der maximale Betriebsdruck bei etwa 60 bis 70 % des Nennmessbereichs liegen, damit Druckspitzen nicht die Überlastgrenze erreichen. Ebenso wichtig ist die Druckart, also der Bezugspunkt der Messung.

Relativdruck (gauge) misst gegen den Umgebungsluftdruck und eignet sich für Hydraulik, Pneumatik und die meisten Prozessdrücke. Absolutdruck bezieht sich auf das Vakuum und wird für Wetter- oder Verpackungsanwendungen genutzt. Differenzdruck erfasst die Druckdifferenz zwischen zwei Punkten, etwa über einem Filter.

Achten Sie auf die Überlastfestigkeit und den Berstdruck. In Hydrauliksystemen können Druckspitzen den Nenndruck um ein Vielfaches übersteigen - ein Sensor mit ausreichender Reserve verhindert vorzeitigen Ausfall.

Welches Ausgangssignal passt zur Steuerung?

Das Ausgangssignal muss zur SPS oder zum Regler passen. Der analoge Stromausgang 4‑20 mA ist der Industriestandard, weil er unempfindlich gegen Leitungswiderstände und lange Kabelwege ist und ein Leitungsbruch am 0-mA-Signal sofort erkannt wird.

  • 4‑20 mA (2-Leiter): störsicher über lange Distanzen, Leitungsbrucherkennung inklusive.
  • 0‑10 V: einfache Verdrahtung, aber empfindlich gegen Spannungsabfall auf langen Leitungen.
  • IO-Link: digitale Punkt-zu-Punkt-Kommunikation mit Diagnose, Parametrierung und Fernkonfiguration.
  • Schaltausgang PNP/NPN: für einfache Grenzwertüberwachung ohne kontinuierlichen Messwert.
IO-Link gewinnt in modernen Anlagen an Bedeutung: Der Sensor liefert nicht nur den Messwert, sondern auch Diagnosedaten und lässt sich beim Austausch automatisch neu parametrieren - ideal für Predictive Maintenance.
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Wie stelle ich Medienverträglichkeit sicher?

Das Messmedium bestimmt Werkstoff und Bauform der druckberührten Teile. Für aggressive, korrosive oder hochreine Medien sind Edelstahl 1.4404 (316L) oder Keramik-Messzellen erste Wahl, während Standardhydrauliköle auch mit günstigeren Legierungen verträglich sind.

Bei zähen, kristallisierenden oder faserhaltigen Medien empfiehlt sich eine frontbündige Membran, damit sich keine Rückstände in einer Druckkanalbohrung festsetzen. In der Lebensmittel- und Pharmatechnik sind hygienische Prozessanschlüsse wie Clamp oder G1/2 frontbündig sowie EHEDG- oder 3-A-Konformität gefragt.

Prüfen Sie stets die zulässige Mediumstemperatur. Bei heißen Medien schützt eine Kühlstrecke oder ein Druckmittler die Messzelle und hält die Elektronik im spezifizierten Bereich.

Wie viel Genauigkeit und welche Schutzart sind nötig?

Die Genauigkeit wird üblicherweise als Prozentwert vom Messbereichsendwert (% FS, full scale) angegeben und fasst Linearität, Hysterese und Wiederholbarkeit zusammen. Für Standardregelungen genügen oft 0,5 bis 1 % FS, präzise Prüfstände verlangen 0,25 % FS oder besser.

  • Kenngröße Gesamtfehler: fasst Nichtlinearität, Hysterese und Temperaturdrift realistisch zusammen.
  • Temperaturkompensation: wichtig, wenn Medium oder Umgebung stark schwanken.
  • Schutzart IP67 bzw. IP69K: für Feuchte, Spritzwasser und Hochdruckreinigung.
  • EMV-Festigkeit nach EN 61326 sichert stabile Werte in gestörter Umgebung.
Höhere Genauigkeit kostet Geld - definieren Sie den tatsächlichen Bedarf. Für eine reine Grenzwertüberwachung ist ein hochpräziser Sensor überdimensioniert; ein Prüfstand hingegen braucht die Reserve.
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Häufige Fragen

Warum ist 4-20 mA so verbreitet?

Das Stromsignal ist unempfindlich gegen Leitungswiderstände und Spannungsabfälle über lange Kabel. Zudem signalisiert ein Wert unter 4 mA sofort einen Leitungsbruch, was die Fehlererkennung erleichtert.

Relativdruck oder Absolutdruck - was nehme ich?

Relativdruck misst gegen den Umgebungsluftdruck und deckt Hydraulik, Pneumatik und die meisten Prozesse ab. Absolutdruck bezieht sich auf das Vakuum und wird nötig, wenn der Luftdruck das Ergebnis nicht verfälschen darf, etwa bei Höhen- oder Verpackungsmessungen.

Wie groß sollte die Messbereichsreserve sein?

Als Faustregel sollte der Nennmessbereich so gewählt werden, dass der Betriebsdruck bei 60 bis 70 % liegt. So bleiben Druckspitzen unterhalb der Überlastgrenze und der Sensor altert langsamer.

Was bedeutet Genauigkeit in % FS?

% FS steht für den prozentualen Fehler bezogen auf den Messbereichsendwert. 0,5 % FS bei 100 bar bedeuten einen möglichen Fehler von 0,5 bar über den gesamten Bereich, unabhängig vom aktuellen Messwert.

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