SPS auswählen: Kompakt- oder Modulaufbau - was passt?
Eine SPS steuert Maschinen und Anlagen zuverlässig, doch die Bauform entscheidet über Reserve und Kosten. Dieser Ratgeber vergleicht Kompakt- und Modulaufbau anhand von E/A-Zahl, Rechenleistung und Erweiterbarkeit und zeigt, welche Steuerung zu Ihrer Aufgabe passt.
Steuerungen ansehenKompakt oder modular - worin liegt der Unterschied?
Eine Kompakt-SPS vereint CPU, Netzteil und eine feste Zahl an Ein- und Ausgängen in einem Gehäuse. Eine modulare SPS trennt diese Funktionen in einzelne Baugruppen, die auf einem Baugruppenträger oder Rückwandbus beliebig kombiniert werden.
Die Kompaktbauform punktet mit niedrigen Kosten, geringem Platzbedarf und schneller Inbetriebnahme. Die Modulbauform bietet dafür Flexibilität: Sie ergänzen digitale und analoge Karten, Kommunikations- oder Sicherheitsmodule genau nach Bedarf und tauschen einzelne Baugruppen im Servicefall.
- Kompakt-SPS: alles in einem Block, feste Grundausstattung, oft mit kleiner Erweiterung.
- Modulare SPS: CPU plus frei wählbare E/A-, Analog- und Buskarten.
- Nano- und Micro-SPS decken einfache Steuer- und Zählaufgaben günstig ab.
Welche Kennzahlen entscheiden die Auswahl?
Drei Grössen bestimmen die Wahl: die Zahl der Ein- und Ausgänge (E/A), die geforderte Rechenleistung und Zykluszeit sowie die spätere Erweiterbarkeit. Planen Sie die E/A immer mit rund 20 Prozent Reserve, damit spätere Signale ohne Neubeschaffung Platz finden.
Für die Rechenleistung zählt nicht nur der Takt der CPU, sondern die Bearbeitungszeit je 1000 Befehle und die Grösse des Arbeitsspeichers. Regelungen (PID), Bewegungssteuerung (Motion Control) oder schnelle Kommunikation über PROFINET oder EtherCAT verlangen deutlich mehr Leistung als reine Verriegelungslogik.
Wie planen Sie Erweiterbarkeit und Kommunikation?
Eine SPS lebt oft 15 Jahre und länger. Wählen Sie die Bauform deshalb nach dem erwarteten Endausbau, nicht nach dem ersten Projektstand. Modulare Systeme lassen sich über den Rückwandbus und über Feldbus-Kopplungen fast beliebig erweitern.
- Prüfen Sie freie Steckplätze und die maximale Zahl an Baugruppen je Rack.
- Achten Sie auf verfügbare Feldbusse: PROFINET, EtherCAT, PROFIBUS, Modbus TCP.
- Planen Sie dezentrale Peripherie (IO-Link, Remote-IO) für verteilte Maschinen.
- Kalkulieren Sie Reserve bei Strombudget des Netzteils und Steckplätzen.
Passende Sensoren, IO-Link-Geräte und Steuerungen für Ihre Anlage.
Zum RatgeberHäufige Fragen
Wann reicht eine Kompakt-SPS aus?
Bei überschaubaren Anlagen bis etwa 128 Ein- und Ausgängen, einfacher Logik und ohne anspruchsvolle Regelung ist die Kompaktbauform meist die kostengünstigste und schnellste Lösung.
Was bedeutet die E/A-Reserve?
Sie planen zusätzliche freie Ein- und Ausgänge ein, üblich sind rund 20 Prozent. So lassen sich spätere Sensoren oder Aktoren anschliessen, ohne die Steuerung zu tauschen.
Warum ist die Zykluszeit wichtig?
Die Zykluszeit ist die Dauer eines kompletten Programmdurchlaufs. Schnelle Prozesse, Regelungen und Motion Control brauchen Zykluszeiten unter 1 ms, wie sie leistungsfähige modulare CPUs bieten.
Lässt sich das Programm später auf andere Hardware übertragen?
Weitgehend ja, wenn nach IEC 61131‑3 programmiert wird. Herstellerspezifische Funktionsbausteine und Hardware-Adressen müssen jedoch angepasst werden.
Die richtige Steuerung für Ihre Anlage?
Wir beraten bei der Wahl zwischen Kompakt- und Modulaufbau und liefern Steuerungen, Sensoren und IO-Link-Komponenten aus einer Hand.
Normkonform
Programmierung nach IEC 61131-3 für alle gängigen Systeme.
Skalierbar
Von der Nano-SPS bis zum grossen Modulaufbau.
Zukunftssicher
Reserve bei E/A, Steckplätzen und Feldbus eingeplant.
Fachberatung
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