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ISO 6508 / 6507 / 16859

Härteprüfgerät auswählen - Rockwell, Vickers oder Leeb?

Rockwell, Vickers und Leeb messen Härte auf sehr unterschiedliche Weise. Dieser Ratgeber zeigt, welches Verfahren zu Werkstoff und Bauteilgröße passt und wann ein mobiles Gerät ein stationäres Prüfgerät sinnvoll ergänzt oder ersetzt.

5 Min.Stand: 2026-07Geprüft: Fachredaktion
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3 Verfahren
Rockwell, Vickers, Leeb
0,2-120 kgf
typischer Prüfkraftbereich
< 2 mm
Vickers auch für dünne Teile
ISO 6508
Rockwell nach Norm
Inhalt
  1. Die drei Verfahren
  2. Auswahl nach Werkstoff
  3. Mobil gegen stationär
  4. Kalibrierung und Praxis
  5. Häufige Fragen

Rockwell, Vickers oder Leeb - was misst was?

Alle drei Verfahren bestimmen die Härte, also den Widerstand eines Werkstoffs gegen das Eindringen eines härteren Körpers, aber auf grundverschiedene Weise. Rockwell (ISO 6508) misst die bleibende Eindringtiefe eines Diamantkegels oder einer Kugel und liefert direkt einen Zahlenwert. Vickers (ISO 6507) drückt eine Diamantpyramide ein und berechnet die Härte aus der optisch vermessenen Eindruckdiagonale. Leeb (ISO 16859) ist ein dynamisches Rückprallverfahren für mobile Geräte.

Rockwell ist schnell und ablesefreundlich und dominiert in Fertigung und Wareneingang. Vickers ist das genaueste Verfahren für kleine, dünne oder gehärtete Randschichten, verlangt aber eine polierte Oberfläche und eine Mikroskopauswertung. Leeb misst über die Rückprallgeschwindigkeit eines Schlagkörpers und ist das Mittel der Wahl für große, schwere Bauteile, die nicht ins Labor passen.

Härtewerte verschiedener Verfahren sind nicht direkt gleich. Umwertungen (z. B. HLD nach HRC) nach ISO 18265 sind nur Näherungen und gelten nur für den passenden Werkstoff - für Abnahmeprüfungen immer das geforderte Verfahren direkt messen.
Mess- und Prüftechnik

Vom Härteprüfer bis zum Messschieber - so rüsten Sie den Prüfplatz aus.

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Welches Verfahren passt zu Werkstoff und Bauteilgröße?

Die Wahl richtet sich nach Härtebereich, Wandstärke, Oberfläche und Bauteilmasse. Weiche Metalle, dünne Bleche und Einsatzhärteschichten verlangen ein feines Verfahren mit kleiner Last, große Schmiedeteile oder Schweißnähte lassen sich nur mobil sinnvoll prüfen.

  • Gehärteter Stahl und Serienprüfung: Rockwell HRC ist schnell und robust.
  • Randschichten, Bleche unter 2 mm, Kleinteile: Vickers oder Kleinlast-HV.
  • Grauguss und grobkörnige Gefüge: Brinell mit grosser Kugel mittelt das Gefüge aus.
  • Massive Gussteile, Wellen, Schweißnähte vor Ort: mobiles Leeb-Gerät.
  • Bauteil muss standsicher aufliegen - dünne Teile beim Leeb-Verfahren unterlegen.
Faustregel für die Dicke: Die Probe muss mindestens das Zehnfache der Eindringtiefe betragen, damit die Unterlage das Ergebnis nicht verfälscht. Bei dünnen Teilen deshalb kleinere Prüfkraft oder Vickers wählen.

Mobil oder stationär - wann lohnt was?

Stationäre Tischgeräte liefern die höchste Reproduzierbarkeit und sind für Abnahme- und Serienprüfungen im klimatisierten Raum gesetzt. Mobile Geräte (Leeb oder tragbares UCI) gehen zum Bauteil, wenn dieses zu groß, zu schwer oder bereits verbaut ist.

Das UCI-Verfahren (Ultrasonic Contact Impedance) ist eine mobile Alternative zu Leeb: Ein Vickers-Diamant schwingt mit Ultraschall und misst über die Frequenzänderung beim Eindringen. UCI eignet sich auch für dünnwandige Teile und schwer zugängliche Stellen, bei denen Leeb wegen der nötigen Bauteilmasse versagt.

Für gerichtsfeste oder normativ geforderte Abnahmen zählt das stationäre Referenzverfahren. Mobile Geräte sind ideal für schnelle Wareneingangs- und Vor-Ort-Kontrollen, sollten aber regelmäßig mit Härtevergleichsplatten kalibriert werden.

Worauf noch achten bei Kauf und Betrieb?

Ein Härteprüfgerät ist nur so gut wie seine Kalibrierung und die Oberflächenvorbereitung. Härtevergleichsplatten (Referenzblöcke) nach ISO 6508‑3 / 6507‑3 gehören zur Grundausstattung und werden vor jeder Prüfserie zur Kontrolle herangezogen.

  • Referenzblöcke passend zum Verfahren und Härtebereich einplanen.
  • Oberfläche für Vickers polieren, für Leeb mindestens glatt schleifen.
  • Bei Leeb die Schlagrichtung berücksichtigen oder Geräte mit Lagekompensation wählen.
  • Rückführbaren DAkkS-/ISO-Kalibrierschein für Abnahmeprüfungen verlangen.
  • Wechselprüfkörper (Diamant/Kugel) und passende Prüfkräfte prüfen.
Dokumentieren Sie Verfahren, Prüfkraft und Skala vollständig, etwa 450 HV10 oder 60 HRC. Ein blosser Härtewert ohne Verfahrensangabe ist nicht eindeutig interpretierbar.

Häufige Fragen

Rockwell oder Vickers - was ist genauer?

Vickers ist bei dünnen Schichten und kleinen Teilen genauer, weil die Last frei wählbar ist und der Eindruck optisch vermessen wird. Rockwell ist schneller und für die Serienprüfung von gehärtetem Stahl praktischer.

Wann brauche ich ein mobiles Leeb-Gerät?

Immer dann, wenn das Bauteil zu groß oder zu schwer für ein Tischgerät ist, etwa Wellen, Guss oder verbaute Teile. Das Bauteil sollte für Leeb mindestens etwa 2 bis 5 kg wiegen oder gut abgestützt sein.

Kann ich HLD-Werte in HRC umrechnen?

Näherungsweise ja, nach ISO 18265, aber nur für den passenden Werkstoff. Umwertungen sind Schätzungen und ersetzen kein direktes Messen im geforderten Verfahren.

Was ist UCI und wofür eignet es sich?

UCI ist ein mobiles Verfahren mit ultraschallangeregtem Vickers-Diamant. Es misst auch dünnwandige und leichte Teile, bei denen das Leeb-Rückprallverfahren wegen fehlender Bauteilmasse versagt.

Das passende Härteprüfgerät gesucht?

Wir führen stationäre Rockwell- und Vickers-Prüfer sowie mobile Leeb- und UCI-Geräte inklusive Referenzblöcken und Kalibrierschein.

Nach Norm

Geräte nach ISO 6508, 6507 und 16859.

Kalibriert

Referenzblöcke und rückführbarer Kalibrierschein.

Mobil und stationär

Vom Tischgerät bis zum handlichen Leeb-Prüfer.

Fachberatung

Wir helfen bei der Wahl nach Werkstoff und Bauteil.

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