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DIN 19266

pH-Messgerät auswählen - welches passt zu Labor oder Prozess?

Ein pH-Messgerät ist nur so genau wie seine Elektrode, seine Temperaturkompensation und seine Kalibrierung. Dieser Ratgeber vergleicht Einstabmessketten, die automatische Temperaturkompensation (ATC) und Kalibrierpuffer nach DIN 19266, damit Sie das passende Gerät für Labor oder Prozess finden.

5 Min.Stand: 2026-07Geprüft: Fachredaktion
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0-14 pH
üblicher Messbereich
59,2 mV
Nernst-Steigung je pH bei 25 °C
ATC
automatische Temperaturkompensation
DIN 19266
Puffer-Referenzwerte
Inhalt
  1. Einstabmesskette
  2. Temperaturkompensation
  3. Kalibrierpuffer
  4. Labor vs. Prozess
  5. Häufige Fragen

Was leistet die Einstabmesskette?

Herzstück jedes pH-Messgeräts ist die Einstabmesskette: Sie vereint Mess- und Bezugselektrode in einem Glaskörper. Die Glasmembran erzeugt eine pH-abhängige Spannung, die das Messgerät nach der Nernst-Gleichung in einen pH-Wert umrechnet - bei 25 °C sind das theoretisch 59,2 mV je pH-Einheit.

Die Bezugselektrode liefert ein stabiles Potenzial über eine Diaphragma-Verbindung zur Messlösung. Je nach Anwendung unterscheiden sich Membranform, Elektrolyt und Diaphragma - ein häufiger Grund, warum eine Elektrode für Trinkwasser bei Abwasser oder Emulsionen versagt.

Gel-gefüllte Einstabmessketten sind wartungsarm und ideal für den Alltag. Für stark verschmutzte oder proteinhaltige Medien sind nachfüllbare Ketten mit flüssigem KCl-Elektrolyt und Schliff-Diaphragma robuster.
  • Keramik-Diaphragma: Standard für saubere, wässrige Proben.
  • Schliff- oder Ringspalt-Diaphragma: verstopfungsarm bei Schmutz, Suspensionen und Emulsionen.
  • Flache Membran: für Oberflächen, Haut, Papier und halbfeste Proben.
  • Einstichmembran: für Fleisch, Käse und Böden.
Messtechnik-Übersicht

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Warum ist die Temperaturkompensation entscheidend?

Die Elektrodensteigung hängt direkt von der Temperatur ab: Bei 25 °C beträgt sie rund 59,2 mV/pH, bei 0 °C nur etwa 54,2 mV/pH und bei 50 °C rund 64,1 mV/pH. Ohne Korrektur führt jede Temperaturabweichung zu einem systematischen Fehler.

Die automatische Temperaturkompensation (ATC) misst die Probentemperatur über einen integrierten oder separaten Fühler (meist Pt1000 oder NTC) und korrigiert die Nernst-Steigung in Echtzeit. Die ATC gleicht jedoch nur den Elektrodeneffekt aus, nicht die reale pH-Änderung der Probe mit der Temperatur - dafür braucht es eine dokumentierte Bezugstemperatur.

Achten Sie darauf, dass Elektrode und Temperaturfühler die gleiche Temperatur haben. Kalibrieren Sie möglichst nahe an der späteren Messtemperatur, um Restfehler klein zu halten.

Wie kalibriert man mit den richtigen Puffern?

Eine pH-Messung ist nur so verlässlich wie ihre Kalibrierung. Kalibrierpuffer mit rückführbaren Werten nach DIN 19266 beziehungsweise NIST definieren die Referenzpunkte. Übliche technische Puffer sind 4,01 - 7,00 - 10,01; für saure oder alkalische Bereiche wählt man die passenden Werte.

Eine Zweipunkt-Kalibrierung mit pH 7 (Nullpunkt) und einem zweiten Puffer nahe am Messbereich ist Standard. Über die Kalibrierung ermittelt das Gerät Nullpunkt (Offset) und Steigung (Slope) der Elektrode - beides sind die wichtigsten Zustandswerte.

  • Frische, unbenutzte Puffer verwenden - offene Flaschen altern, besonders pH 10 durch CO₂-Aufnahme.
  • Elektrode zwischen den Puffern mit destilliertem Wasser spülen, nicht abwischen.
  • Kalibrierintervall nach Beanspruchung festlegen: im Labor oft täglich, im Prozess je nach Medium.
  • Puffer-pH bei der Kalibriertemperatur ablesen, nicht den Nennwert bei 25 °C annehmen.
Lässt sich die Steigung nicht mehr über 95 % kalibrieren oder driftet der Nullpunkt stark, ist die Elektrode am Ende ihrer Lebensdauer - Glaselektroden halten je nach Beanspruchung meist 1 bis 2 Jahre.

Labor oder Prozess - welches Gerät passt?

Für stichprobenartige Messungen und wechselnde Proben ist ein Hand- oder Tischmessgerät ideal. In der kontinuierlichen Überwachung von Kesseln, Reaktoren oder Abwasser übernimmt ein fest installierter Prozess-Analysator mit Einbauarmatur die Messung rund um die Uhr.

Prüfen Sie neben dem Gerät immer Elektrode, Armatur und Kabel als System. Eine gute Elektrode an einem einfachen Messgerät liefert bessere Werte als umgekehrt.

Häufige Fragen

Reicht eine Einpunkt-Kalibrierung?

Für einfache Kontrollen nahe pH 7 kann eine Einpunkt-Kalibrierung genügen. Für belastbare Ergebnisse über einen weiten Bereich ist eine Zweipunkt-Kalibrierung mit pH 7 und einem zweiten Puffer nahe am Messwert Standard.

Was bedeutet ATC bei einem pH-Messgerät?

ATC steht für automatische Temperaturkompensation. Ein Fühler misst die Probentemperatur und das Gerät korrigiert die temperaturabhängige Elektrodensteigung, damit der angezeigte pH-Wert stimmt.

Wie lange sind Kalibrierpuffer haltbar?

Ungeöffnet meist 1 bis 3 Jahre. Nach dem Öffnen altern Puffer schnell, vor allem pH 10 durch CO₂. Kalibrieren Sie mit frischen Puffern und geben Sie gebrauchte Lösung nicht zurück in die Flasche.

Wann muss ich die Elektrode ersetzen?

Wenn sich die Steigung nicht mehr über etwa 95 Prozent kalibrieren lässt, der Nullpunkt stark driftet oder die Ansprechzeit deutlich steigt. Glaselektroden altern und halten je nach Einsatz meist 1 bis 2 Jahre.

Passendes pH-Messgerät gesucht?

Wir liefern Hand- und Tischmessgeräte, Einstabmessketten und Kalibrierpuffer nach DIN 19266 - abgestimmt auf Labor und Prozess.

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Kalibrierpuffer mit Werten nach DIN 19266 und NIST.

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