Zurück
DIN EN ISO 10360

Digitales Höhenmessgerät auswählen - worauf achten?

Ein digitales Höhenmessgerät misst und reisst Höhen und Abstände direkt auf der Messplatte an. Dieser Ratgeber erklärt die Wahl von Messbereich und Auflösung, die Anreissfunktion sowie die Kalibrierung im Qualitätslabor nach anerkannten Normen.

5 Min.Stand: 2026-07Geprüft: Fachredaktion
Höhenmessgeräte ansehen
300-600 mm
typischer Messbereich
0,01 mm
übliche Auflösung
±0,02 mm
typische Genauigkeit
ISO 10360
Kalibriernorm
Inhalt
  1. Grundlagen und Aufbau
  2. Messbereich und Auflösung
  3. Anreissen und Antasten
  4. Kalibrierung im Labor
  5. Häufige Fragen

Was leistet ein digitales Höhenmessgerät?

Ein digitales Höhenmessgerät ermittelt vertikale Masse - Höhen, Abstände, Bohrungsmitten und Stufen - von einer Bezugsfläche aus. Als Bezug dient immer die plane Messplatte aus Granit oder Hartgestein, auf der Gerät und Werkstück gemeinsam stehen.

Der Messschlitten trägt einen Messtaster und einen digitalen Massstab. Die Anzeige gibt den Wert in 0,01 mm oder feiner aus und lässt sich an jeder Position auf Null setzen, sodass relative Masse direkt ablesbar sind.

Ein Höhenmessgerät ist immer nur so genau wie die Messplatte darunter. Eine ebene, saubere Granitplatte der Genauigkeitsklasse 0 oder 1 ist Voraussetzung für belastbare Messwerte.
  • Säulenmessgerät mit digitalem Massstab für Werkstatt und Prüfraum.
  • Motorisierte 1D-Höhenmessgeräte mit Luftlager für das Qualitätslabor.
  • Messtaster mit Hartmetall- oder Rubinkugel für reproduzierbare Antastung.
Messschieber und Mikrometer

Grundlagen zu Handmessmitteln und ihrer richtigen Anwendung.

Zum Ratgeber

Messbereich und Auflösung richtig wählen

Der Messbereich muss die grösste zu prüfende Höhe abdecken, mit Reserve für Aufbau und Antaster. Gängige Baugrössen reichen von 300 mm über 600 mm bis 1000 mm; ein zu grosser Bereich verschlechtert die Handhabung und den Preis unnötig.

Auflösung und Genauigkeit sind nicht dasselbe: Die Auflösung ist der kleinste angezeigte Schritt, die Genauigkeit der maximal zulässige Fehler über den ganzen Bereich. Ein Gerät mit 0,01 mm Auflösung kann trotzdem eine Fehlergrenze von ±0,02 mm haben.

Als Faustregel sollte die Auflösung etwa ein Zehntel der geforderten Toleranz betragen. Für eine Toleranz von 0,1 mm genügt 0,01 mm, für enge Labormasse ist 0,001 mm sinnvoll.

Wozu dient die Anreissfunktion?

Mit einem Anreissmesser statt des Messtasters wird das Höhenmessgerät zum Anreissgerät: Es zeichnet exakte Höhenlinien auf das Werkstück, an denen später gebohrt, gefräst oder geprüft wird. Die eingestellte Höhe wird digital gehalten, sodass sich Reihen paralleler Linien schnell übertragen lassen.

  • Anreissmesser mit Hartmetallschneide für saubere, gut sichtbare Linien.
  • Antasten mit definierter Messkraft für wiederholbare Nullpunkte.
  • 2D-Modelle messen zusätzlich Bohrungsmitten und Abstände automatisch.
  • Antaster senkrecht führen, um Cosinusfehler zu vermeiden.
Vor dem Anreissen die Schneide gegen eine Referenzfläche auf Null setzen und die Werkstückauflage sauber halten. Späne oder Staub unter dem Fuss verfälschen jede Höhe.
Werkstatteinrichtung

Messplatte, Beleuchtung und Ordnung am Prüfplatz richtig planen.

Zum Ratgeber

Wie wird auf der Messplatte kalibriert?

Kalibriert wird direkt auf der Messplatte gegen ein rückführbares Normal, meist einen Stufenendmass-Satz oder Parallelendmasse. Die Prüfung folgt dem Prinzip nach DIN EN ISO 10360 und wird bei stabiler Temperatur von 20 °C durchgeführt.

Angetastet wird das Endmass an mehreren Stellen des Messbereichs; die Abweichungen werden protokolliert und gegen die Fehlergrenze bewertet. Wichtig ist eine gemeinsame Akklimatisierung von Gerät, Normal und Platte, damit thermische Ausdehnung das Ergebnis nicht verfälscht.

Das Kalibrierprotokoll dokumentiert Normal, Temperatur, Messpunkte und Messunsicherheit. Ohne Rückführbarkeit auf ein nationales Normal ist der Messwert im Qualitätslabor nicht belastbar.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Auflösung und Genauigkeit?

Die Auflösung ist der kleinste angezeigte Schritt, etwa 0,01 mm. Die Genauigkeit beschreibt den grössten zulässigen Fehler über den gesamten Messbereich, etwa ±0,02 mm. Eine feine Auflösung garantiert keine hohe Genauigkeit.

Welchen Messbereich brauche ich?

Wählen Sie die grösste zu prüfende Höhe plus Reserve für Antaster und Aufbau. Für die meisten Werkstätten reichen 300 bis 600 mm; grössere Bereiche nur bei Bedarf, da sie teurer und schwerer zu handhaben sind.

Warum braucht ein Höhenmessgerät eine Granit-Messplatte?

Die Messplatte ist die Bezugsebene für jede Höhe. Granit ist hart, verschleissarm und temperaturstabil. Nur auf einer ebenen, sauberen Platte der Klasse 0 oder 1 sind reproduzierbare Messwerte möglich.

Wie oft muss kalibriert werden?

Üblich ist ein Intervall von zwölf Monaten, abhängig von Nutzung und den Vorgaben Ihres Qualitätsmanagements. Bei intensivem Einsatz oder nach Stössen sollte häufiger gegen rückführbare Endmasse geprüft werden.

Passendes Höhenmessgerät gesucht?

Wir liefern digitale Höhenmess- und Anreissgeräte mit passendem Messbereich, Anreissmessern und rückführbarer Kalibrierung nach DIN EN ISO 10360.

Rückführbar geprüft

Kalibrierung gegen Endmasse nach DIN EN ISO 10360.

Passender Bereich

Baugrössen von 300 bis 1000 mm auf Lager.

Messbar sicher

Protokoll mit Messunsicherheit und Messpunkten.

Fachberatung

Messtechniker unterstützen bei der Auswahl.

Weitere Ratgeber