Hydraulikschlauch wählen - Druck, Nennweite, Anschluss?
Ein Hydraulikschlauch wird über sechs Kriterien bestimmt, zusammengefasst als STAMPED: Size, Temperature, Application, Media, Pressure und Ends. Nennweite, Druckstufe nach EN 853 oder SAE 100R, Temperaturbereich, Medienbeständigkeit und der passende Anschluss ergeben zusammen die sichere und langlebige Leitung.
Hydraulikschläuche ansehenWie wähle ich einen Hydraulikschlauch nach der STAMPED-Methode?
Die STAMPED-Methode fasst die sechs Kriterien zusammen, die einen Hydraulikschlauch eindeutig bestimmen: Size (Nennweite und Länge), Temperature (Betriebstemperatur), Application (Einsatz und Verlegung), Media (Medium), Pressure (Betriebsdruck) und Ends (Anschlüsse). Erst wenn alle sechs Punkte passen, ist die Leitung sicher.
| Buchstabe | Kriterium | Worauf achten |
|---|---|---|
| S - Size | Nennweite und Länge | Innendurchmesser über die Strömungsgeschwindigkeit, Länge inkl. Biegung |
| T - Temperature | Betriebstemperatur | Medium- und Umgebungstemperatur, Dauer- und Spitzenwerte |
| A - Application | Einsatz | Verlegung, Bewegung, Abrieb, Innen- oder Außeneinsatz |
| M - Media | Medium | Hydrauliköl, Emulsion oder Sonderfluid, Beständigkeit der Seele |
| P - Pressure | Betriebsdruck | maximaler Arbeitsdruck inkl. Druckspitzen, Sicherheitsfaktor zum Berstdruck |
| E - Ends | Anschlüsse | Armaturentyp, Gewinde oder Dichtkegel, Pressfitting |
Passend zur Anlagenplanung ergänzt der Beitrag Hydraulikaggregat die Auslegung von Pumpe, Tank und Druck.
Wie bestimme ich Druckstufe und Nennweite?
Der Betriebsdruck muss dauerhaft unter dem zulässigen Arbeitsdruck des Schlauchs liegen. Zwischen Arbeits- und Berstdruck liegt ein Sicherheitsfaktor, bei Hydraulikschläuchen üblich 4:1. Die Bauart nach EN 853 oder SAE 100R legt die Druckstufe über die Zahl und Art der Drahteinlagen fest.
| Typ | Verstärkung | Typischer Druckbereich |
|---|---|---|
| EN 853 1SN / SAE 100R1 | ein Drahtgeflecht | mittlerer Druck, je nach Nennweite |
| EN 853 2SN / SAE 100R2 | zwei Drahtgeflechte | hoher Druck, je nach Nennweite |
| SAE 100R12 | vier Spiralgeflechte | sehr hoher Druck, Impulsbelastung |
| SAE 100R13 | mehrlagige Spirale | höchster Druck, schwere Hydraulik |
Die Nennweite ergibt sich aus dem Volumenstrom und der zulässigen Strömungsgeschwindigkeit. In Druckleitungen sind 3 bis 6 m/s üblich, in Saugleitungen deutlich weniger. Ein zu kleiner Innendurchmesser erhöht Druckverlust und Erwärmung.
Was ist bei Temperatur, Anschluss und Biegeradius zu beachten?
Temperatur und Medium müssen zur Seele des Schlauchs passen, der Anschluss zur Armatur, und der Mindestbiegeradius darf nicht unterschritten werden. Diese drei Punkte entscheiden über Dichtheit und Lebensdauer ebenso wie der Druck.
Betriebstemperatur und Fluid müssen zur Innenschicht passen, Spitzenwerte einrechnen.
AnsehenArmatur und Schlauch bilden ein System, fachgerecht gepresst mit passender Matrize.
AnsehenMindestbiegeradius einhalten, sonst knickt der Schlauch und die Verstärkung wird geschädigt.
AnsehenDer Anschluss ist Teil des Schlauchsystems: Armatur und Schlauch werden mit der passenden Pressmatrize verpresst, nur freigegebene Kombinationen sind zulässig. Falscher Pressdurchmesser oder eine unpassende Armatur führen zu Undichtheit oder Abriss.
Häufige Fragen
Wofür steht die STAMPED-Methode beim Hydraulikschlauch?
STAMPED steht für Size (Nennweite und Länge), Temperature (Temperatur), Application (Einsatz), Media (Medium), Pressure (Druck) und Ends (Anschlüsse). Die sechs Kriterien bestimmen den passenden Schlauch vollständig und werden vor der Auswahl der Reihe nach geklärt.
Wie hängen Arbeitsdruck und Berstdruck zusammen?
Der zulässige Arbeitsdruck ist der Druck für den Dauerbetrieb. Der Berstdruck liegt deutlich darüber, bei Hydraulikschläuchen typisch mit einem Sicherheitsfaktor von 4:1. Der Berstdruck ist nur eine Prüfgrenze und darf im Betrieb nie als Bezug dienen.
Wie wähle ich die richtige Nennweite?
Die Nennweite folgt aus dem Volumenstrom und der zulässigen Strömungsgeschwindigkeit. In Druckleitungen sind 3 bis 6 m/s üblich. Ein zu kleiner Innendurchmesser erhöht Druckverlust und Erwärmung, ein zu großer verteuert die Leitung unnötig.
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