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EN 837-1

Manometer auswählen - Messbereich, Klasse und Dämpfung?

Das richtige Manometer hängt von Messbereich, Genauigkeitsklasse, Anschluss und Dämpfung ab. Dieser Ratgeber erklärt, wie Sie diese vier Kriterien nach EN 837 bestimmen und warum Glyzerin bei Druckluft und Hydraulik so wichtig ist.

5 Min.Stand: 2026-07Geprüft: Fachredaktion
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75 %
Skalenendwert bei Dauerlast
Kl. 1,6
Standard-Genauigkeit
Glyzerin
Dämpfung bei Vibration
EN 837
geprüfte Norm
Inhalt
  1. Messbereich wählen
  2. Genauigkeitsklasse
  3. Anschluss und Bauform
  4. Glyzerin-Dämpfung
  5. Häufige Fragen

Welchen Messbereich braucht das Manometer?

Der Messbereich richtet sich nach dem Betriebsdruck. Nach EN 837 sollte der übliche Betriebsdruck im mittleren Drittel der Skala liegen: bei ruhender Last bis etwa 75 %, bei schwellender Last bis etwa 66 % des Skalenendwerts.

Ein zu grosser Skalenendwert macht die Ablesung ungenau, ein zu kleiner überlastet das Messwerk. Für Druckluftnetze mit 6 bis 8 bar ist ein Manometer mit 0‑10 bar oder 0‑16 bar typisch, für Hydraulik mit 200 bar ein Bereich von 0‑250 bar oder 0‑400 bar.

Faustregel: Wählen Sie den Skalenendwert so, dass der Betriebsdruck bei rund zwei Dritteln der Skala steht. So bleiben Reserve für Druckspitzen und gute Ablesbarkeit erhalten.
  • Druckluft-Wartungseinheit 6‑8 bar: Skala 0‑10 bar oder 0‑16 bar.
  • Hydraulik-Prüfanschluss 200 bar: Skala 0‑250 bar oder 0‑400 bar.
  • Pulsierender Druck: eine Klasse grösser wählen, um Spitzen abzufangen.
  • Vakuum oder Über-/Unterdruck: kombinierte -1 bis +X bar Skala.

Welche Genauigkeitsklasse ist nötig?

Die Genauigkeitsklasse gibt die maximale Abweichung in Prozent vom Skalenendwert an. Ein Manometer 0‑16 bar der Klasse 1,6 darf also um bis zu 0,256 bar abweichen. Je kleiner die Zahl, desto genauer und teurer das Gerät.

Für die tägliche Prozessanzeige an Druckluft und Hydraulik reicht Klasse 1,6 oder 1,0. Klasse 0,6 und feiner lohnt sich nur, wo Sie Drücke einstellen oder prüfen müssen.

Welcher Anschluss und welche Bauform passen?

Anschlussgewinde, Lage und Gehäusegrösse müssen zur Einbausituation passen. Übliche Gewinde sind G 1/4 und G 1/2 nach EN 837, meist als radialer Anschluss unten oder als exzentrischer Rückanschluss für den Schalttafeleinbau.

  • Anschlusslage: unten (radial) für Rohrmontage, hinten (axial) für Schalttafeln.
  • Gewinde: G 1/8, G 1/4, G 1/2 oder NPT - genau zur Verschraubung passend.
  • Gehäusedurchmesser: 40‑63 mm kompakt, 100‑160 mm für gute Fernablesung.
  • Werkstoff: Messing für Druckluft, Edelstahl bei Hydrauliköl und Korrosion.
Dichten Sie das Gewinde fachgerecht ab - bei zylindrischem G-Gewinde über eine Flachdichtung, nicht durch Überdrehen. Das Gehäuse darf nie am Gewinde nachgezogen werden, sondern nur an der Schlüsselfläche.
Wartungseinheit

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Wann ist eine Glyzerin-Dämpfung sinnvoll?

Ein glyzeringefülltes Manometer dämpft Vibrationen und schnelle Druckstösse. Die Flüssigkeit bremst den Zeiger, sodass er trotz Pulsation ruhig steht und das Messwerk geschont wird. Das verlängert die Lebensdauer deutlich.

Typische Einsatzfälle sind Hydraulikpumpen, Kompressoren und Prüfstände, bei denen der Druck ständig pulsiert. Bei ruhender Druckluftanzeige ohne Schwingungen genügt dagegen ein trockenes Manometer. Glyzerin ist bis etwa 60 °C stabil, bei tiefen Temperaturen wird oft eine Silikonöl-Füllung gewählt.

Bei Füllstandsmanometern die Belüftungsnippel nach der Montage öffnen. Sonst verfälscht der Temperaturüberdruck im Gehäuse die Anzeige um mehrere Prozent.

Häufige Fragen

Wie gross soll der Messbereich sein?

So, dass der Betriebsdruck bei etwa zwei Dritteln der Skala liegt. Nach EN 837 höchstens 75 % bei ruhender und 66 % bei schwellender Last, damit Reserve für Spitzen bleibt und die Ablesung genau ist.

Was bedeutet Genauigkeitsklasse 1,6?

Die Abweichung beträgt maximal 1,6 % vom Skalenendwert. Bei einer 0‑16 bar Skala sind das rund 0,26 bar. Für die allgemeine Druckluftanzeige ist das ausreichend genau.

Brauche ich immer ein Glyzerin-Manometer?

Nein. Glyzerin lohnt sich bei Vibration und pulsierendem Druck, etwa an Pumpen und Kompressoren. Für ruhende, schwingungsfreie Anzeigen genügt ein trockenes Manometer.

Messing oder Edelstahl?

Messing reicht für saubere Druckluft. Bei Hydrauliköl, aggressiven Medien oder rauer Umgebung ist ein Manometer mit Edelstahlgehäuse und passendem Messwerk die bessere Wahl.

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