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ISO 14644-1

Luftdusche am Reinraum - wann ist sie sinnvoll?

Die Luftdusche ist eine geschleuste Kabine am Reinraumeingang, die Partikel mit gerichteten Luftstrahlen von Personen und Ladung abbläst. Dieser Ratgeber zeigt, wann sie sinnvoll ist und wie Sie Luftgeschwindigkeit, Düsenanordnung und Zykluszeit korrekt auslegen.

5 Min.Stand: 2026-07Geprüft: Reinraum-Spezialisten
Luftduschen ansehen
20-25 m/s
Düsen-Luftgeschwindigkeit
10-30 s
typische Zykluszeit
H14 HEPA
Filterstufe der Umluft
ISO 14644
Reinraumklassen-Norm
Inhalt
  1. Sinn und Zweck
  2. Luftgeschwindigkeit
  3. Düsen und Zyklus
  4. Häufige Fragen

Wann ist eine Luftdusche am Reinraum sinnvoll?

Eine Luftdusche ist dann sinnvoll, wenn Personen oder Materialwagen aus einem weniger reinen Bereich in einen kritischen Reinraum wechseln und lose Partikel von Kleidung und Oberflächen mitbringen. Sie ergänzt die Umkleide und die Personenschleuse, ersetzt sie aber nicht. Besonders ab Reinraumklasse ISO 6 und höher (ISO 5, ISO 4) reduziert sie den Partikeleintrag spürbar.

Der Nutzen steigt mit der Personenfrequenz und der Kritikalität des Prozesses. In der Halbleiter-, Medizintechnik- und Pharmafertigung ist die Luftdusche oft Teil des Schleusenkonzepts, während in einfachen ISO-8-Umgebungen häufig gute Reinraumkleidung und Klebematten genügen.

Eine Luftdusche entfernt lose anhaftende Partikel ab etwa 0,5 µm. Fest gebundene Fasern oder Hautschuppen unter der Kleidung erreicht sie nicht - deshalb bleibt die richtige Reinraumkleidung die Grundvoraussetzung.
Materialschleuse

So schleusen Sie Waren und Wagen partikelarm in den Reinraum ein.

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Welche Luftgeschwindigkeit brauchen die Düsen?

Die entscheidende Grösse ist die Strahlgeschwindigkeit an der Düse. Wirksam wird die Ablösung von Partikeln erst ab rund 20 m/s; übliche Auslegungen liegen bei 20 bis 25 m/s, hochwertige Systeme erreichen bis zu 30 m/s an der Düsenöffnung. Zu geringe Geschwindigkeit löst die Partikel nicht, zu hohe erzeugt nur Lärm und Energieverbrauch ohne Zusatznutzen.

Die abgeblasene Luft wird über HEPA-Filter der Klasse H13 oder H14 im Umluftbetrieb zurückgeführt, sodass die gelösten Partikel abgeschieden werden und nicht erneut in den Luftstrom gelangen. Nur so bleibt die Kabine über viele Zyklen wirksam.

Prüfen Sie die Luftgeschwindigkeit periodisch mit einem thermischen Anemometer direkt an den Düsen und dokumentieren Sie die Werte im Wartungsplan.

Wie ordnet man Düsen und Zykluszeit an?

Die Düsen sollten die Person von mehreren Seiten und über die gesamte Körperhöhe erfassen. Bewährt sind verstellbare Düsen an beiden Seitenwänden und optional an der Decke, sodass Vorder- und Rückseite sowie die Schultern angeströmt werden. Der Anwender dreht sich während des Zyklus langsam, damit alle Flächen erreicht werden.

  • Düsen beidseitig und höhenverstellbar, um Kopf bis Fuss abzudecken.
  • Anströmwinkel leicht nach unten, damit Partikel zum Boden und Absauggitter geführt werden.
  • Absaugung im unteren Bereich der Kabine, um gelöste Partikel geordnet abzuführen.
  • Verriegelte Türen (Interlock), damit während des Zyklus keine Querströmung entsteht.
  • Für Warenwagen breitere Kabinen mit zusätzlichen Düsen auf Ladungshöhe.

Die Zykluszeit steuert, wie lange geblasen wird. Übliche Werte liegen zwischen 10 und 30 Sekunden; kürzere Zeiten erhöhen den Durchsatz, längere verbessern die Partikelentfernung. Ein Kompromiss von etwa 15 bis 20 Sekunden erfasst die meisten losen Partikel, ohne den Personenfluss zu blockieren.

Eine zu lange Zykluszeit verleitet zum Umgehen der Luftdusche bei Stossbetrieb. Stimmen Sie die Dauer auf die reale Personenfrequenz ab, damit die Schleuse akzeptiert und tatsächlich genutzt wird.

Häufige Fragen

Ersetzt eine Luftdusche die Reinraumkleidung?

Nein. Sie entfernt nur lose anhaftende Partikel von aussen. Ohne geeignete Reinraumkleidung gelangen Hautschuppen und Fasern weiterhin in den Raum. Die Luftdusche ist eine Ergänzung, keine Alternative.

Welche Luftgeschwindigkeit ist nötig?

An der Düse sollten etwa 20 bis 25 m/s anliegen. Erst ab rund 20 m/s lösen sich Partikel zuverlässig von Oberflächen. Prüfen Sie den Wert mit einem Anemometer direkt an der Düse.

Wie lange sollte ein Zyklus dauern?

Üblich sind 10 bis 30 Sekunden, oft rund 15 bis 20 Sekunden. Die Dauer ist ein Kompromiss zwischen Partikelentfernung und Personendurchsatz und wird auf die Frequenz abgestimmt.

Braucht jeder Reinraum eine Luftdusche?

Nein. Sie lohnt sich vor allem ab ISO-6-Klassen und höher sowie bei hoher Personenfrequenz. In einfachen ISO-8-Bereichen genügen oft Reinraumkleidung und Klebematten.

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HEPA-gefiltert

Umluft über H13- bis H14-Filter, Partikel bleiben abgeschieden.

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Düsengeschwindigkeit 20-25 m/s für sichere Partikelablösung.

Messbar geprüft

Luftgeschwindigkeit und Zyklus dokumentiert und wartbar.

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