Luftdusche am Reinraum - wann ist sie sinnvoll?
Die Luftdusche ist eine geschleuste Kabine am Reinraumeingang, die Partikel mit gerichteten Luftstrahlen von Personen und Ladung abbläst. Dieser Ratgeber zeigt, wann sie sinnvoll ist und wie Sie Luftgeschwindigkeit, Düsenanordnung und Zykluszeit korrekt auslegen.
Luftduschen ansehenWann ist eine Luftdusche am Reinraum sinnvoll?
Eine Luftdusche ist dann sinnvoll, wenn Personen oder Materialwagen aus einem weniger reinen Bereich in einen kritischen Reinraum wechseln und lose Partikel von Kleidung und Oberflächen mitbringen. Sie ergänzt die Umkleide und die Personenschleuse, ersetzt sie aber nicht. Besonders ab Reinraumklasse ISO 6 und höher (ISO 5, ISO 4) reduziert sie den Partikeleintrag spürbar.
Der Nutzen steigt mit der Personenfrequenz und der Kritikalität des Prozesses. In der Halbleiter-, Medizintechnik- und Pharmafertigung ist die Luftdusche oft Teil des Schleusenkonzepts, während in einfachen ISO-8-Umgebungen häufig gute Reinraumkleidung und Klebematten genügen.
Welche Luftgeschwindigkeit brauchen die Düsen?
Die entscheidende Grösse ist die Strahlgeschwindigkeit an der Düse. Wirksam wird die Ablösung von Partikeln erst ab rund 20 m/s; übliche Auslegungen liegen bei 20 bis 25 m/s, hochwertige Systeme erreichen bis zu 30 m/s an der Düsenöffnung. Zu geringe Geschwindigkeit löst die Partikel nicht, zu hohe erzeugt nur Lärm und Energieverbrauch ohne Zusatznutzen.
Die abgeblasene Luft wird über HEPA-Filter der Klasse H13 oder H14 im Umluftbetrieb zurückgeführt, sodass die gelösten Partikel abgeschieden werden und nicht erneut in den Luftstrom gelangen. Nur so bleibt die Kabine über viele Zyklen wirksam.
Wie ordnet man Düsen und Zykluszeit an?
Die Düsen sollten die Person von mehreren Seiten und über die gesamte Körperhöhe erfassen. Bewährt sind verstellbare Düsen an beiden Seitenwänden und optional an der Decke, sodass Vorder- und Rückseite sowie die Schultern angeströmt werden. Der Anwender dreht sich während des Zyklus langsam, damit alle Flächen erreicht werden.
- Düsen beidseitig und höhenverstellbar, um Kopf bis Fuss abzudecken.
- Anströmwinkel leicht nach unten, damit Partikel zum Boden und Absauggitter geführt werden.
- Absaugung im unteren Bereich der Kabine, um gelöste Partikel geordnet abzuführen.
- Verriegelte Türen (Interlock), damit während des Zyklus keine Querströmung entsteht.
- Für Warenwagen breitere Kabinen mit zusätzlichen Düsen auf Ladungshöhe.
Die Zykluszeit steuert, wie lange geblasen wird. Übliche Werte liegen zwischen 10 und 30 Sekunden; kürzere Zeiten erhöhen den Durchsatz, längere verbessern die Partikelentfernung. Ein Kompromiss von etwa 15 bis 20 Sekunden erfasst die meisten losen Partikel, ohne den Personenfluss zu blockieren.
Häufige Fragen
Ersetzt eine Luftdusche die Reinraumkleidung?
Nein. Sie entfernt nur lose anhaftende Partikel von aussen. Ohne geeignete Reinraumkleidung gelangen Hautschuppen und Fasern weiterhin in den Raum. Die Luftdusche ist eine Ergänzung, keine Alternative.
Welche Luftgeschwindigkeit ist nötig?
An der Düse sollten etwa 20 bis 25 m/s anliegen. Erst ab rund 20 m/s lösen sich Partikel zuverlässig von Oberflächen. Prüfen Sie den Wert mit einem Anemometer direkt an der Düse.
Wie lange sollte ein Zyklus dauern?
Üblich sind 10 bis 30 Sekunden, oft rund 15 bis 20 Sekunden. Die Dauer ist ein Kompromiss zwischen Partikelentfernung und Personendurchsatz und wird auf die Frequenz abgestimmt.
Braucht jeder Reinraum eine Luftdusche?
Nein. Sie lohnt sich vor allem ab ISO-6-Klassen und höher sowie bei hoher Personenfrequenz. In einfachen ISO-8-Bereichen genügen oft Reinraumkleidung und Klebematten.
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Umluft über H13- bis H14-Filter, Partikel bleiben abgeschieden.
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Düsengeschwindigkeit 20-25 m/s für sichere Partikelablösung.
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Luftgeschwindigkeit und Zyklus dokumentiert und wartbar.
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