Öl-Wasser-Trenner: warum Kondensat nicht in den Ablauf darf
Kondensat aus Druckluftanlagen enthält Öl und gilt als wassergefährdend. Dieser Ratgeber erklärt, warum es nicht in die Kanalisation darf, wie ein Öl-Wasser-Trenner nach WHG und AwSV funktioniert und wie Sie ihn nach Kompressorleistung korrekt auslegen.
Öl-Wasser-Trenner ansehenWarum darf Druckluft-Kondensat nicht in den Ablauf?
Jeder Kompressor saugt mit der Luft Feuchtigkeit an und verdichtet sie. Beim Abkühlen fällt Kondensat aus, das Öl aus dem Verdichter, Staub und Säuren enthält. Dieses Gemisch ist wassergefährdend und darf nach dem Wasserhaushaltsgesetz (WHG § 62) nicht ungereinigt in die Kanalisation oder ins Erdreich gelangen.
Schon geringe Mengen Öl verunreinigen grosse Wassermengen: Ein Liter Öl kann rechnerisch bis zu einer Million Liter Trinkwasser unbrauchbar machen. Deshalb schreibt die Anlagenverordnung (AwSV) vor, dass Kondensat vor der Einleitung so aufbereitet wird, dass der Restölgehalt unter dem kommunalen Grenzwert - meist 20 mg/l - liegt.
- Kondensat enthält Kompressoröl, Kohlenwasserstoffe, Staub und Metallabrieb.
- Der pH-Wert ist durch aufgenommene Säuren oft leicht sauer.
- Emulgierende Öle lassen sich nicht durch blosses Absetzen trennen.
- Betreiber müssen die Entsorgung bzw. Aufbereitung dokumentieren.
Wie funktioniert ein Öl-Wasser-Trenner?
Ein Öl-Wasser-Trenner reinigt das Kondensat in mehreren Stufen, sodass am Ende sauberes Wasser in den Ablauf und das abgeschiedene Öl in einen Sammelbehälter läuft. Herzstück moderner Geräte ist eine Aktivkohle-Stufe, die gelöste Kohlenwasserstoffe adsorbiert.
Zunächst wird der Druck im Kondensat abgebaut, damit sich Luft und Flüssigkeit beruhigen. In der Absetzkammer trennt sich freies Öl durch den Dichteunterschied nach oben. Ein Vorfilter fängt Partikel, die eigentliche Reinigung übernimmt anschliessend die Aktivkohle.
Wie wird ein Öl-Wasser-Trenner ausgelegt?
Die Grösse richtet sich nach der Kondensatmenge, und die hängt von der Kompressorleistung, den Betriebsstunden sowie von Temperatur und Luftfeuchte ab. Als Faustregel fallen pro erzeugtem Kubikmeter Druckluft rund 8 bis 10 g Wasser an, in feuchten Sommermonaten deutlich mehr.
- Volumenstrom des Kompressors in m³/min als Ausgangsgrösse ermitteln.
- Betriebsstunden pro Tag und Umgebungsbedingungen berücksichtigen.
- Trenner mit Reserve wählen: Auslegung auf den heissesten, feuchtesten Tag.
- Standzeit der Aktivkohle beachten und Wechselintervalle einplanen.
- Ablaufkontrolle vorsehen, um den Restölgehalt zu prüfen.
Ein Nebenluft-freier Ableiter sorgt für die richtige Zufuhr zum Trenner.
Zum RatgeberFilter, Trockner und Abscheider für saubere Druckluft im Überblick.
Zum RatgeberHäufige Fragen
Ist Druckluft-Kondensat wirklich Sondermüll?
Öliges Kondensat gilt als wassergefährdend und ist nach WHG und AwSV aufbereitungs- oder entsorgungspflichtig. Ungereinigt in den Ablauf gegeben, ist es eine Gewässerverunreinigung.
Welcher Restölgehalt ist erlaubt?
Die meisten kommunalen Satzungen erlauben einen Kohlenwasserstoffgehalt von 20 mg/l im eingeleiteten Wasser. Ein korrekt ausgelegter Öl-Wasser-Trenner mit Aktivkohle hält diesen Wert sicher ein.
Wie oft muss die Aktivkohle gewechselt werden?
Das hängt von der Kondensatmenge und dem Ölanteil ab. Prüfen Sie den Ablauf regelmässig und wechseln Sie die Filterpatrone nach Herstellerangabe, spätestens bei sichtbarer Trübung.
Funktioniert der Trenner mit jedem Kompressoröl?
Nein. Emulgierende synthetische Öle lassen sich mit einfachen Absetz-Trennern nicht abscheiden und benötigen eine Emulsionsspaltung oder Ultrafiltration. Prüfen Sie vorab das Ölblatt.
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