Regal-Anfahrschutz nach DGUV richtig auswählen - wie?
Anfahrschutz sichert Regalstützen vor Anfahrschäden durch Stapler und Hubwagen. Dieser Ratgeber erklärt die Auswahl von Rammschutz und Ständerschützer nach DGUV Regel 108-007, die richtige Höhe von 400 mm, Materialien wie Stahl und Polymer sowie die Montage im Palettenregal.
Warum ist Anfahrschutz am Regal Pflicht?
Regalstützen sind das tragende Rückgrat jeder Lagereinrichtung. Wird eine Stütze im Staplerverkehr angefahren und verformt, sinkt ihre Tragfähigkeit schlagartig und im schlimmsten Fall droht der Einsturz des gesamten Regals. Anfahrschutz nimmt die Aufprallenergie auf und leitet sie in den Boden ab, bevor die Stütze Schaden nimmt.
Die DGUV Regel 108‑007 (Lagereinrichtungen und -geräte) sowie die Norm DIN EN 15512 für Palettenregale fordern einen Anfahrschutz an gefährdeten Stützen. Als gefährdet gelten vor allem die Eckstützen an Gangenden und alle Stützen entlang von Fahrwegen mit Flurförderzeugen.
- Eckstützen an Gangenden immer schützen - hier ist das Anfahrrisiko am höchsten.
- Durchfahrten und Quergänge beidseitig sichern.
- Anfahrschutz freistehend montieren, damit er die Stütze nicht direkt berührt.
- Beschädigte Stützen nach einem Anstoss durch eine Fachkraft prüfen lassen.
Rammschutz oder Ständerschützer - was passt?
Grundsätzlich unterscheidet man zwischen dem freistehenden Rammschutzbügel, dem direkt an der Stütze montierten Ständerschützer und flexiblem Polymer-Anfahrschutz. Die Wahl hängt von Verkehrsdichte, Bodenbeschaffenheit und gewünschter Wartung ab.
Stahl-Rammschutz wird verzinkt oder in Signalgelb pulverbeschichtet geliefert und im Boden verdübelt. Polymer-Anfahrschutz verformt sich beim Anstoss elastisch und kehrt in die Ausgangsform zurück, wodurch er weder Boden noch Fahrzeug beschädigt und weniger Folgekosten verursacht.
Wie wird Anfahrschutz montiert und geprüft?
Der Anfahrschutz wird mit Schwerlastankern im tragfähigen Betonboden verdübelt - üblich sind vier Anker je Fussplatte. Wichtig ist ein Abstand von einigen Zentimetern zur Regalstütze, damit die Aufprallenergie nicht direkt in die Stütze übertragen wird.
- Bodendicke und Betonqualität prüfen, bevor Schwerlastanker gesetzt werden.
- Freistand von 10 bis 15 cm zur geschützten Stütze einhalten.
- Höhe 400 mm nicht unterschreiten, bei Hochregalen mehr wählen.
- Nach jedem sichtbaren Anstoss Anker und Bügel kontrollieren.
Bei der Auswahl sollten Sie die Fussplatte auf die vorhandene Ankertechnik abstimmen und die maximale Aufprallenergie mit dem Gewicht Ihrer Stapler abgleichen. Ein voll beladener Frontstapler entwickelt deutlich höhere Kräfte als ein Handhubwagen.
Häufige Fragen
Wie hoch muss Regal-Anfahrschutz sein?
Nach DGUV Regel 108‑007 mindestens 400 mm. Bei starkem Staplerverkehr oder hohen Anfahrpunkten sind höhere Ausführungen sinnvoll, damit auch die Gabelspitze abgefangen wird.
Rammschutz aus Stahl oder Polymer?
Stahl ist steif und leitet die Energie in den Boden, verformt sich aber dauerhaft. Polymer federt elastisch zurück und schont Boden und Fahrzeug, ist aber für sehr hohe Lasten begrenzt.
Muss der Anfahrschutz die Stütze berühren?
Nein. Er wird freistehend mit 10 bis 15 cm Abstand montiert, damit die Aufprallenergie in den Boden und nicht in die Regalstütze geleitet wird.
Wie oft ist eine Prüfung nötig?
Die Regalinspektion nach DIN EN 15635 verlangt mindestens jährlich eine dokumentierte Sichtprüfung durch eine befähigte Person. Verformter Anfahrschutz wird ersetzt.
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Höhe und Energieaufnahme nach DGUV Regel 108-007.
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Signalgelbe Warnfarbe nach DIN EN ISO 3864.
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