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ISO 14644-1

Reinraumpapier auswählen - worauf kommt es an?

Reinraumpapier ist partikelarmes, meist LDPE-beschichtetes Dokumentationsmaterial, das kaum Fasern und Partikel abgibt. Dieser Ratgeber erklärt die Auswahl nach ISO-Klasse, den Unterschied zwischen gefaltetem Papier und Rollenware sowie die passenden Schreibmittel - und woran Sie Qualität erkennen.

5 Min.Stand: 2026-07Geprüft: Fachredaktion
Reinraumpapier ansehen
ISO 1-9
Klassen nach ISO 14644-1
LDPE
beidseitig beschichtet
0,5 µm
Referenzpartikelgröße
Falz/Rolle
zwei Konfektionen
Inhalt
  1. Grundlagen und Aufbau
  2. Auswahl nach ISO-Klasse
  3. Falz gegen Rolle
  4. Häufige Fragen

Was macht Papier reinraumtauglich?

Herkömmliches Zellstoffpapier gibt beim Schreiben und Blättern ständig Fasern und Partikel ab und ist im Reinraum tabu. Reinraumpapier besteht deshalb aus einem partikelarmen Trägermaterial, das beidseitig mit LDPE (Low Density Polyethylen) beschichtet oder vollständig synthetisch aufgebaut ist. So bleiben Cellulosefasern eingeschlossen und die Oberfläche setzt nur minimal Partikel frei.

Die Beschichtung macht das Papier zugleich reiß- und wischfest sowie beständig gegen die im Reinraum üblichen Wisch- und Sprühdesinfektionsmittel wie Isopropanol. Es lässt sich mit ableitfähigen oder speziell reinraumtauglichen Schreibmitteln beschriften, ohne zu durchbluten oder zu stauben.

Reinraumpapier ist kein Filterpapier: Es soll nicht saugen, sondern eine geschlossene, partikelarme Oberfläche bieten. Achten Sie auf beidseitige Beschichtung, damit auch die Rückseite nicht abgibt.
  • LDPE-beschichtetes Zellstoffpapier: günstig, gut beschreibbar, für viele ISO-Klassen ausreichend.
  • Vollsynthetisches Papier (z. B. aus Polyethylen): höchste Partikelarmut, für strenge Klassen und autoklavierbare Anwendungen.
  • Immer knitterarm falten oder rollen, damit keine Fasern durch Bruchkanten frei werden.
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Welches Papier passt zu welcher ISO-Klasse?

Die Luftreinheit von Reinräumen wird nach ISO 14644‑1 in die Klassen ISO 1 (am reinsten) bis ISO 9 klassifiziert, gemessen an der zulässigen Partikelzahl je Kubikmeter bei definierten Größen ab 0,1 µm. Je niedriger die Klasse, desto strenger die Anforderung an das eingebrachte Verbrauchsmaterial.

Für strenge Klassen (ISO 3 bis 5) empfiehlt sich vollsynthetisches, doppelt verpacktes Papier, das partikelarm im Reinraum ausgepackt wird. In den Klassen ISO 6 bis 8 genügt in der Regel beidseitig LDPE-beschichtetes Papier mit dokumentierter Partikelprüfung. Entscheidend ist immer, dass das Material für die jeweilige Zielklasse getestet und deklariert ist.

Verlangen Sie ein Prüfzertifikat mit Partikeldaten (z. B. Helmke Drum Test) und der deklarierten ISO-Eignung. Ohne diese Angabe ist die Reinraumtauglichkeit nicht belegbar.

Gefaltet oder als Rolle - was ist besser?

Reinraumpapier gibt es als vorgefaltete Einzelblätter im Spender und als Endlosrolle. Die Wahl hängt vom Verbrauch, der Zone und der gewünschten Entnahme ab.

  • Gefaltetes Papier: Einzelentnahme aus dem Spender, keine Kontamination der übrigen Blätter, ideal für Dokumentation und häufigen Handwechsel.
  • Rollenware: wirtschaftlich bei hohem Verbrauch, flexible Länge, gut für Ablageflächen und Auskleidungen.
  • Spender aus Edelstahl oder ableitfähigem Kunststoff halten das Papier staubgeschützt und definiert.
  • Blattformate wie A4 und A5 erleichtern die geordnete Ablage von Chargen- und Prüfprotokollen.

Für die reine Dokumentation ist gefaltetes A4- oder A5-Papier meist die beste Wahl, weil jedes Blatt einzeln und berührungsarm entnommen wird. Rollen spielen ihre Stärke dort aus, wo grosse Flächen abgedeckt oder lange Abschnitte gebraucht werden. In beiden Fällen sollte das Papier ableitfähig oder ESD-verträglich sein, wenn im Reinraum elektronische Baugruppen bearbeitet werden.

Passende Schreibmittel sind Teil des Systems: reinraumtaugliche Kugelschreiber und Marker mit gekapselter, dokumentenechter Tinte, die nicht ausgast und nicht abfärbt. Bleistifte und normale Filzstifte sind ungeeignet, weil sie Abrieb erzeugen.

Häufige Fragen

Warum darf man kein normales Papier im Reinraum verwenden?

Zellstoffpapier gibt beim Schreiben und Blättern laufend Cellulosefasern und Partikel ab, die die Luftreinheit gefährden. Reinraumpapier bindet diese Fasern durch eine LDPE-Beschichtung oder einen synthetischen Aufbau.

Was bedeutet LDPE-beschichtet?

Das Trägerpapier ist beidseitig mit Low Density Polyethylen überzogen. Diese Schicht schliesst die Fasern ein, macht das Papier wischfest und beständig gegen Isopropanol und übliche Desinfektionsmittel.

Welche Schreibmittel eignen sich für Reinraumpapier?

Reinraumtaugliche Kugelschreiber und Marker mit gekapselter, dokumentenechter Tinte. Bleistifte und normale Filzstifte scheiden aus, weil sie Abrieb und Partikel erzeugen.

Woran erkenne ich echte Reinraumqualität?

An einem Prüfzertifikat mit Partikeldaten und deklarierter ISO-Eignung, an beidseitiger Beschichtung und an doppelter, reinraumgerechter Verpackung. Ohne dokumentierte Prüfung ist die Eignung nicht belegbar.

Passendes Reinraumpapier gesucht?

Wir liefern partikelarmes, LDPE-beschichtetes und synthetisches Reinraumpapier als Falz oder Rolle - inklusive passender Schreibmittel und Prüfnachweis.

Partikelgeprüft

Materialien mit dokumentierter Partikelprüfung und ISO-Eignung.

Beständig

Wischfest und resistent gegen Isopropanol und Desinfektionsmittel.

Falz und Rolle

Beide Konfektionen inklusive passender Spender.

Fachberatung

Reinraum-Spezialisten unterstützen bei der Auswahl.

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