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VDI 2083 Blatt 5

Reinraumreinigung Schritt für Schritt - wie läuft sie ab?

Eine wirksame Reinraumreinigung folgt einem festen Ablauf von oben nach unten und von rein nach unrein. Dieser Ratgeber erklärt die richtige Wischtechnik, die Rotation der Desinfektionsmittel, sinnvolle Reinigungsfrequenzen und die lückenlose Dokumentation nach VDI 2083.

5 Min.Stand: 2026-07Geprüft: Fachredaktion
Reinraumbedarf ansehen
70 %
Isopropanol zur Desinfektion
oben nach unten
Reinigungsrichtung
2 Mittel
Rotation gegen Resistenz
VDI 2083
Regelwerk Blatt 5
Inhalt
  1. Grundregeln
  2. Wischtechnik
  3. Rotation und Frequenz
  4. Dokumentation
  5. Häufige Fragen

Nach welchen Grundregeln wird gereinigt?

Jede Reinraumreinigung folgt zwei festen Prinzipien: von oben nach unten und von rein nach unrein. So gelangt aufgewirbelter Schmutz nie zurück auf bereits gereinigte Flächen, und der Ausgang liegt am Ende des Weges. Erst die trockene oder feuchte Partikelaufnahme, dann die Desinfektion.

Der Reinigende beginnt an der reinsten Stelle, meist unter dem Zuluftfilter, und arbeitet sich zur Tür vor. Decken und Wände zuerst, Arbeitsflächen danach, der Boden zuletzt. So bleibt die zuletzt behandelte Fläche die Fläche mit dem höchsten Kontaminationsrisiko.

Ausschliesslich reinraumtaugliche, partikelarme Wischbezüge und Tücher einsetzen. Haushaltstextilien geben selbst Fasern und Partikel ab und zerstören das Reinigungsergebnis.
  • Oben nach unten: Decke, Wand, Mobiliar, Boden in dieser Reihenfolge.
  • Rein nach unrein: von der Zuluftseite zur Tür arbeiten.
  • Erst Partikel entfernen, dann desinfizieren - nie umgekehrt.
  • Nur fusselarme Reinraumtücher und sterile Mopps verwenden.
Reinraumklassen verstehen

Welche Reinheitsklasse welche Reinigung verlangt, erklärt dieser Ratgeber.

Zum Ratgeber

Wie sieht die richtige Wischtechnik aus?

Gewischt wird in überlappenden, parallelen Bahnen in eine Richtung - niemals in Achten oder kreisenden Bewegungen, die Partikel nur umverteilen. Jede Bahn überlappt die vorherige um etwa ein Viertel, damit keine Lücken bleiben.

Ein Tuch, eine Fläche: Nach jeder Bahn wird die saubere Seite genutzt oder das Tuch gewechselt. Das gefaltete Tuch bietet bei einem Standard-Vierfachfalt bis zu acht frische Wischflächen. Ist die letzte Seite kontaminiert, kommt ein neues Tuch.

Die Einwirkzeit ist entscheidend: Das Desinfektionsmittel muss die vom Hersteller angegebene Kontaktzeit - oft 1 bis 5 Minuten - sichtbar feucht auf der Fläche verbleiben. Trocknet es zu früh, ist die Wirkung unvollständig.

Warum werden Desinfektionsmittel rotiert?

Mikroorganismen können gegen ein einzelnes Wirkprinzip Resistenzen bilden. Deshalb schreibt die Praxis eine Rotation vor: Mindestens zwei Mittel mit unterschiedlichem Wirkmechanismus wechseln sich in festem Turnus ab, ergänzt durch ein periodisches Sporizid.

  • Routine: alkoholisches Mittel wie 70 % Isopropanol für die tägliche Flächendesinfektion.
  • Rotationspartner: quartäre Ammoniumverbindung oder Aldehyd mit breitem Spektrum.
  • Sporizid: periodisch, etwa wöchentlich oder monatlich, gegen Sporen wie Bacillus subtilis.
  • Wechselrhythmus schriftlich festlegen und einhalten.

Die Reinigungsfrequenz richtet sich nach der Reinraumklasse und der Nutzung. Kritische Bereiche der ISO-Klasse 5 werden mehrmals täglich behandelt, Umgebungszonen niedriger Klassen seltener. Ein Frequenzplan legt für jede Fläche Intervall und Mittel verbindlich fest.

Wie wird die Reinigung dokumentiert?

Ohne Dokumentation gilt eine Reinigung als nicht erfolgt. VDI 2083 und die GMP-Praxis verlangen, dass Datum, Uhrzeit, Bereich, verwendetes Mittel, Charge und die durchführende Person nachvollziehbar erfasst werden.

Reinigungspläne, Freigabegrenzwerte und Wechselrhythmen der Rotation gehören in eine Standardarbeitsanweisung (SOP). Abweichungen und Nachreinigungen werden ebenfalls schriftlich festgehalten.
  • Reinigungsprotokoll je Schicht oder Zyklus mit Unterschrift.
  • Chargennummern der Desinfektionsmittel für Rückverfolgbarkeit.
  • Monitoring-Ergebnisse wie Partikelzählung und Abklatschproben.
  • Regelmässige Schulungsnachweise des Reinigungspersonals.
Reinraumverbrauchsmaterial

Tücher, Mopps und Desinfektionsmittel passend zur Reinheitsklasse finden.

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Häufige Fragen

In welcher Reihenfolge wird ein Reinraum gereinigt?

Immer von oben nach unten und von rein nach unrein: zuerst Decke und Wände, dann Mobiliar und Arbeitsflächen, zuletzt der Boden - beginnend an der Zuluftseite in Richtung Tür.

Warum muss man Desinfektionsmittel rotieren?

Damit sich keine Resistenzen bilden. Zwei Mittel mit unterschiedlichem Wirkmechanismus wechseln sich ab, ergänzt durch ein periodisches Sporizid gegen Sporenbildner.

Wie oft wird ein Reinraum gereinigt?

Die Frequenz hängt von der Reinheitsklasse ab. Kritische ISO-5-Flächen werden vor und nach jeder Charge behandelt, Böden täglich, Wände und Decken meist wöchentlich.

Welche Rolle spielt die Einwirkzeit?

Das Desinfektionsmittel muss die vom Hersteller angegebene Kontaktzeit sichtbar feucht auf der Fläche bleiben. Trocknet es zu früh, ist die Keimreduktion unvollständig.

Reinraumreinigung normgerecht umsetzen?

Wir liefern reinraumtaugliche Tücher, sterile Mopps und rotierbare Desinfektionsmittel - passend zu Ihrer Reinheitsklasse und zur Dokumentation nach VDI 2083.

Nach VDI 2083

Ablauf und Materialien orientieren sich am anerkannten Regelwerk.

Wirksame Rotation

Desinfektionsmittel mit unterschiedlichem Wirkprinzip gegen Resistenzen.

Lückenlos dokumentiert

Protokolle und Chargen sichern die Rückverfolgbarkeit.

Fachberatung

Unsere Spezialisten helfen bei Plan und Materialauswahl.

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