Trockenschmierung oder Fett - was passt zur Anwendung?
Ob PTFE- und MoS2-Trockenschmierstoffe oder klassisches Fett die bessere Wahl sind, hängt von Staubbelastung, Last und Temperatur ab. Dieser Ratgeber liefert konkrete Grenzwerte, eine Vergleichstabelle und eine klare Entscheidungslogik für den Instandhaltungseinsatz.
Schmierstoffe ansehenWo liegt der Unterschied zwischen Trockenfilm und Fett?
Fett besteht aus einem Grundöl, einem Verdicker (etwa Lithium- oder Calciumseife) und Additiven. Es bildet einen zusammenhängenden Schmierfilm, der Reibpartner dauerhaft trennt und nachfliessen kann. Trockenschmierstoffe wie PTFE (Polytetrafluorethylen) oder MoS2 (Molybdändisulfid) hinterlassen dagegen einen festen Gleitfilm, nachdem das Trägerlösemittel verdunstet ist.
Der entscheidende praktische Unterschied: Fett ist klebrig und zieht Staub, Späne und Sand an, die als Schleifpaste wirken. Ein Trockenfilm bleibt trocken und griffig, bindet keine Partikel und eignet sich deshalb überall dort, wo Schmutz das grössere Problem ist als reine Reibung.
- PTFE: sehr niedriger Reibwert, chemisch inert, Einsatz etwa -180 bis 260 °C.
- MoS2: höchste Tragfähigkeit bei Druck, ideal für hohe Flächenpressung und Einlaufvorgänge.
- Fett: dauerhafte Schmierung mit Dicht- und Korrosionsschutzwirkung, nachschmierbar.
Welche Kriterien entscheiden im Instandhaltungseinsatz?
Drei Grössen bestimmen die Wahl: die Staubbelastung der Umgebung, die mechanische Last (Flächenpressung, Drehzahl) und die Betriebstemperatur. Erst das Zusammenspiel dieser Faktoren führt zur richtigen Entscheidung.
- Staubig und offen laufend (Ketten, Führungen im Freien): Trockenfilm bevorzugen.
- Gekapselt, hohe Drehzahl, Dichtfunktion nötig: Fett bevorzugen.
- Sehr hohe Temperatur über 150 °C: Trockenfilm oder Hochtemperaturfett prüfen.
- Lebensmittelnah: NSF-H1-freigegebenes Produkt der jeweiligen Klasse wählen.
Wie werden Trockenschmierstoffe richtig aufgebracht?
Ein Trockenfilm hält nur auf sauberem, entfettetem Untergrund. Alte Fettreste, Öl und Rost müssen vor dem Auftrag vollständig entfernt werden, sonst haftet der Film nicht und blättert ab.
- Fläche mit Bremsenreiniger oder Entfetter reinigen und trocknen lassen.
- Trockenschmierstoff dünn und gleichmässig aus 20‑30 cm aufsprühen.
- Ablüftzeit einhalten, bis das Lösemittel vollständig verdunstet ist.
- Bei MoS2 gegebenenfalls kurz einlaufen lassen, damit sich der Gleitfilm setzt.
Reiniger, Entfetter und Schmierstoffe für die Instandhaltung im Überblick.
Zum RatgeberHäufige Fragen
Kann ich Trockenschmierstoff einfach über altes Fett sprühen?
Nein. Der Trockenfilm haftet nur auf entfettetem, trockenem Untergrund. Altes Fett muss zuerst mit Entfetter oder Bremsenreiniger vollständig entfernt werden, sonst blättert der Film ab.
Was hält bei hoher Last länger, MoS2 oder Fett?
Ein MoS2-Trockenfilm trägt sehr hohe Flächenpressungen bis rund 3.000 N/mm² und ist bei hoher Last plus Staub überlegen. In gekapselten, sauberen Lagern mit Nachschmierung bleibt EP-Fett oft die bessere Dauerlösung.
Welcher Schmierstoff passt für staubige Aussenanwendungen?
Trockenschmierstoffe auf PTFE- oder MoS2-Basis, weil sie keinen Staub binden. Fett wirkt dort wie eine Schleifpaste und beschleunigt den Verschleiss.
Bis zu welcher Temperatur ist PTFE einsetzbar?
PTFE-Trockenfilme arbeiten typisch von etwa -180 bis 260 °C. Darüber kommen MoS2-Schichten bis rund 350 °C oder spezielle Hochtemperaturpasten infrage.
Unsicher bei der Schmierstoffwahl?
Wir führen Trockenschmierstoffe auf PTFE- und MoS2-Basis sowie Fette für jede Last und Temperatur - passend zu Ihrer Instandhaltung.
Anwendungsgerecht
Trockenfilm oder Fett - passend zu Last, Staub und Temperatur.
Breiter Temperaturbereich
Von -180 bis über 300 °C abgedeckt.
Verschleissschutz
Weniger Reibung, weniger Ausfall, längere Standzeit.
Fachberatung
Instandhaltungsspezialisten helfen bei der Auswahl.