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DIN 51818 / DIN 51825

Schmierfett nach NLGI-Klasse richtig auswählen - wie?

Die richtige Fettwahl entscheidet über Lebensdauer und Ausfallsicherheit von Lagern und Führungen. Dieser Ratgeber erklärt die NLGI-Konsistenzklasse nach DIN 51818, die Grundöl-Viskosität und den Temperaturbereich sowie die Auswahl des passenden Verdickers für die Instandhaltung.

5 Min.Stand: 2026-07Geprüft: Fachredaktion
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NLGI 000-6
9 Konsistenzklassen
265-475
Walkpenetration 0,1 mm
-40 bis 200 °C
typischer Einsatzbereich
NLGI 2
Standard für Wälzlager
Inhalt
  1. NLGI-Klasse verstehen
  2. Grundöl-Viskosität
  3. Temperatur und Verdicker
  4. Häufige Fragen

Was bedeutet die NLGI-Konsistenzklasse?

Die NLGI-Klasse beschreibt die Konsistenz - also die Festigkeit - eines Schmierfetts. Sie wird über die Walkpenetration nach DIN ISO 2137 bestimmt: Ein genormter Kegel sinkt bei 25 °C in das Fett ein, die Eindringtiefe wird in Zehntelmillimetern gemessen. Je tiefer der Kegel eindringt, desto weicher das Fett und desto niedriger die NLGI-Klasse.

Die Skala reicht von NLGI 000 (nahezu fliessfähig, Penetration 445‑475) bis NLGI 6 (blockhart, 85‑115). Zwischen den Klassen liegt jeweils ein Bereich von 30 Einheiten. Für rund 80 Prozent aller Wälzlageranwendungen ist NLGI 2 die richtige Wahl, weil es gut im Lager verbleibt und dennoch ausreichend nachfliesst.

Die NLGI-Klasse sagt nichts über die Schmierfähigkeit oder Temperaturbeständigkeit aus - sie beschreibt nur die Konsistenz. Zwei Fette der Klasse 2 können völlig unterschiedliche Grundöle und Verdicker haben.

Warum ist die Grundöl-Viskosität entscheidend?

Die eigentliche Schmierung übernimmt nicht der Verdicker, sondern das Grundöl, das er wie ein Schwamm freigibt. Die Grundöl-Viskosität bei 40 °C (angegeben in mm²/s nach DIN 51562) muss zur Drehzahl und Belastung des Lagers passen. Zu dünnes Öl reisst den Schmierfilm ab, zu dickes erhöht Reibung und Temperatur.

  • Hohe Drehzahlen, kleine Lager: niedrige Viskosität rund 15‑100 mm²/s.
  • Mittlere Drehzahlen, allgemeiner Maschinenbau: rund 100‑220 mm²/s.
  • Niedrige Drehzahlen, hohe Last, Stösse: hohe Viskosität 460 mm²/s und mehr.
  • Als Faustregel dient der Drehzahlkennwert n × dm (Drehzahl × mittlerer Lagerdurchmesser).
  • Für dauerhaft hohe Temperaturen synthetische Grundöle (PAO, Ester) wählen.
Nutzen Sie den Lagerhersteller-Katalog: Dort ist zu jedem Lager der zulässige Drehzahlkennwert angegeben, aus dem sich die benötigte Grundöl-Viskosität ableiten lässt.
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Wie wählt man Temperaturbereich und Verdicker?

Der Verdicker bestimmt zusammen mit dem Grundöl den nutzbaren Temperaturbereich und die Wasser- und Medienbeständigkeit. Ein wichtiger Kennwert ist der Tropfpunkt nach DIN ISO 2176: die Temperatur, bei der das Fett flüssig wird. Die Dauergebrauchstemperatur liegt meist rund 30‑50 °C darunter.

Nach DIN 51825 werden Schmierfette systematisch codiert, zum Beispiel KP2K-30: K für Wälz- und Gleitlagerfett, P für EP-Zusätze, 2 für die NLGI-Klasse, K für obere Gebrauchstemperatur bis 120 °C und -30 als untere Grenztemperatur. Diese Kurzbezeichnung erlaubt einen schnellen Vergleich verschiedener Produkte.

Mischen Sie nie unterschiedliche Verdickertypen ohne Freigabe. Lithium und Polyharnstoff sind oft unverträglich - die Mischung kann erweichen oder verhärten und ihre Schmierwirkung verlieren.

Häufige Fragen

Welche NLGI-Klasse für normale Wälzlager?

Für die meisten Wälzlager ist NLGI 2 die Standardwahl. Es bleibt gut im Lager, fliesst ausreichend nach und deckt einen breiten Anwendungsbereich im allgemeinen Maschinenbau ab.

Was ist wichtiger, NLGI-Klasse oder Grundöl-Viskosität?

Beides. Die NLGI-Klasse regelt, wie fest das Fett ist und ob es an der Schmierstelle bleibt. Die Grundöl-Viskosität bestimmt die eigentliche Schmierfilmbildung und muss zu Drehzahl und Last passen.

Darf man zwei Fette mischen?

Nur wenn die Verträglichkeit von Verdicker und Grundöl bestätigt ist. Unverträgliche Verdicker wie Lithium und Polyharnstoff können erweichen oder verhärten. Im Zweifel Lager reinigen und komplett neu befetten.

Was bedeutet die Kurzbezeichnung KP2K-30?

Nach DIN 51825: K = Lagerfett, P = EP-Zusätze, 2 = NLGI-Klasse 2, K = Gebrauchstemperatur bis 120 °C, -30 = untere Grenztemperatur in Grad Celsius.

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