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UV-Klebstoff aushärten - welche Wellenlänge und Lampe?

UV-härtende Klebstoffe binden in Sekunden ab, sobald das passende Licht auf die Klebefuge trifft. Dieser Ratgeber zeigt, wie Sie Wellenlänge, Lichtintensität und Schattenzonen aufeinander abstimmen und die LED-Aushärtelampe korrekt dimensionieren.

5 Min.Stand: 2026-07Geprüft: Fachredaktion
UV-Klebstoffe ansehen
365-405 nm
typische Peak-Wellenlängen
0,5-5 s
Aushärtezeit LED-Lampe
bis 20 W/cm²
Bestrahlungsstärke am Punkt
10-20 mm
sinnvoller Lampenabstand
Inhalt
  1. Wellenlänge und Photoinitiator
  2. Intensität und Dosis
  3. Schattenzonen lösen
  4. Lampe auswählen
  5. Häufige Fragen

Warum ist die Wellenlänge entscheidend?

UV-Klebstoffe härten nur aus, wenn das Licht die Wellenlänge trifft, auf die der Photoinitiator im Klebstoff reagiert. Gängig sind Peaks bei 365 nm (langwelliges UV-A) und 385, 395 oder 405 nm im sichtbaren Grenzbereich. Lampe und Klebstoff müssen zueinander passen, sonst startet die Polymerisation gar nicht.

365 nm dringt tiefer in dicke oder eingefärbte Klebefugen ein und härtet auch durch, wo weniger Licht ankommt. 405 nm eignet sich für dünne, transparente Fugen und für Substrate, die kein kurzwelliges UV vertragen. Viele moderne Klebstoffe sind Dualband-fähig und reagieren auf beide Bereiche.

Prüfen Sie im technischen Datenblatt die angegebene Peak-Wellenlänge und das Absorptionsfenster des Klebstoffs. Eine 405 nm LED härtet einen reinen 365 nm Klebstoff nicht zuverlässig durch, auch wenn die Oberfläche antrocknet.

Wie viel Lichtintensität wird benötigt?

Für die Aushärtung zählt die Lichtdosis: das Produkt aus Bestrahlungsstärke (in mW/cm² oder W/cm²) und Belichtungszeit. Dieselbe Dosis erreichen Sie mit hoher Intensität und kurzer Zeit oder umgekehrt. Das Datenblatt nennt meist eine Mindestdosis in mJ/cm².

Punktstrahler erreichen am Lichtaustritt sehr hohe Werte, doch die Intensität fällt mit dem Quadrat des Abstands. Verdoppelt sich der Abstand, sinkt die Bestrahlungsstärke auf rund ein Viertel. Halten Sie die Lampe deshalb möglichst nah an die Klebefuge und messen Sie den realen Wert mit einem Radiometer.

  • Bestrahlungsstärke am Werkstück messen, nicht am Lampenkopf annehmen.
  • Dosis = Intensität x Zeit - bei Serienfertigung die Zeit über einen Timer fixieren.
  • Sauerstoff bremst die Oberflächenhärtung (Inhibierung) - klebrige Restschicht durch mehr Dosis oder Inertgas vermeiden.
  • Radiometer regelmässig kalibrieren, LED-Leistung nimmt über die Lebensdauer ab.
Legen Sie ein Prozessfenster fest: Mindestdosis plus Sicherheitszuschlag. So bleibt die Fuge auch bei alternder LED und leichter Abstandsstreuung sicher durchgehärtet.

Was tun bei Schattenzonen?

UV-Licht härtet nur dort, wo es hinkommt. Verdeckte Fugen unter opaken Bauteilen, hinter Metallrändern oder in tiefen Bohrungen bleiben flüssig. Solche Schattenzonen sind die häufigste Ursache für unvollständige Aushärtung und späteres Versagen der Klebung.

Für Schattenzonen gibt es dual härtende Klebstoffe: Sie starten mit UV-Licht und härten in den lichtlosen Bereichen über einen zweiten Mechanismus nach, etwa durch Feuchtigkeit, Wärme oder anaerob unter Luftabschluss. Alternativ hilft eine transparente Fügepartner-Seite, durch die das Licht eintritt.

Planen Sie die Lichtwege schon im Bauteildesign: Wo kann die LED hinstrahlen? Ein durchdachter Zugang spart später teure Dual-Cure-Klebstoffe und Nacharbeit.

Wie dimensioniere ich die LED-Aushärtelampe?

Die Lampe wählen Sie nach Wellenlänge, benötigter Bestrahlungsstärke und der zu belichtenden Fläche. Punktstrahler eignen sich für kleine, definierte Klebepunkte, Flächenstrahler und LED-Arrays für grössere oder mehrere Fügestellen gleichzeitig. LED-Systeme sind quecksilberfrei, sofort betriebsbereit und langlebig.

  • Wellenlänge auf den Klebstoff abstimmen (365 vs. 405 nm oder Dualband).
  • Bestrahlungsstärke so wählen, dass die Zieldosis in der Taktzeit erreicht wird.
  • Lichtfeld an die Fügegeometrie anpassen - Punkt, Linie oder Fläche.
  • Auf gleichmässige Ausleuchtung achten, Randabfall der Fläche einkalkulieren.
  • Kühlung und Abstandshalter vorsehen, damit die Geometrie reproduzierbar bleibt.
LED-Punktstrahler bei 365 nm erreichen am Lichtleiterende oft mehrere W/cm² und härten typische Fugen in 0,5 bis 5 Sekunden. Für die reproduzierbare Serie gehört ein fester Abstand und ein Timer dazu.
Klebstoff auswählen

Passenden UV- oder Dual-Cure-Klebstoff nach Substrat und Fuge finden.

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Aushärtelampen

LED-Punkt- und Flächenstrahler für 365 und 405 nm im Überblick.

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Häufige Fragen

Härtet eine 405 nm Lampe jeden UV-Klebstoff?

Nein. Der Photoinitiator muss auf 405 nm reagieren. Reine 365 nm Klebstoffe trocknen an der Oberfläche an, härten aber nicht sicher durch. Immer die Peak-Wellenlänge im Datenblatt abgleichen.

Wie berechne ich die richtige Belichtungszeit?

Nehmen Sie die Mindestdosis aus dem Datenblatt (in mJ/cm²) und teilen Sie sie durch die am Werkstück gemessene Bestrahlungsstärke. Ein Sicherheitszuschlag deckt Abstandsstreuung und LED-Alterung ab.

Was passiert bei Schattenzonen?

Dort kommt kein Licht an und der Klebstoff bleibt flüssig. Nutzen Sie dual härtende Systeme (Feuchtigkeit, Wärme oder anaerob) oder belichten Sie durch einen transparenten Fügepartner.

Warum bleibt die Oberfläche klebrig?

Luftsauerstoff hemmt die Aushärtung an der Oberfläche. Mehr Lichtdosis, eine höhere Intensität oder Inertgas beseitigen die klebrige Restschicht.

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