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Axial- oder Radialventilator - welcher passt zu Ihrer Halle?

Axialventilatoren fördern grosse Luftmengen bei geringem Widerstand, Radialventilatoren erzeugen hohen Druck für lange Kanäle und Filter. Dieser Ratgeber zeigt anhand von Volumenstrom, Druckverlust und Kanalführung, welcher Ventilatortyp für Belüftung und Abluft in Hallen und Technikräumen passt.

5 Min.Stand: 2026-07Geprüft: Fachredaktion
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bis 100 Pa
Axial: geringer Druck
300-3000 Pa
Radial: hoher Druck
m³/h
Volumenstrom als Basis
2 Bauarten
axial vs. radial
Inhalt
  1. Grundlagen und Funktion
  2. Auswahl nach Druck
  3. Auslegung und Betrieb
  4. Häufige Fragen

Worin unterscheiden sich Axial- und Radialventilator?

Der Axialventilator saugt die Luft parallel zur Wellenachse an und drückt sie in gleicher Richtung wieder aus - wie ein Propeller. Der Radialventilator (Zentrifugalventilator) saugt axial an, lenkt die Luft aber um 90° nach aussen um und schleudert sie über ein Laufrad radial weg. Aus dieser Bauart ergibt sich der Kernunterschied: Axialtypen bewegen viel Luft bei niedrigem Druck, Radialtypen erzeugen hohen Druck bei kleinerem Volumenstrom.

Für die Auswahl zählen zwei Grössen: der geforderte Volumenstrom in m³/h und die zu überwindende Druckdifferenz in Pascal (Pa). Der Druckverlust entsteht durch Kanäle, Bögen, Filter, Gitter und Rückschlagklappen. Je länger und verwinkelter die Kanalführung, desto mehr statischen Druck muss der Ventilator liefern.

Faustregel: Kurze Wandöffnung oder direkter Durchbruch ins Freie = Axialventilator. Verzweigtes Kanalnetz, Filterstufe oder Dachauslass mit vielen Bögen = Radialventilator.
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So bestimmen Sie den nötigen Luftwechsel pro Stunde für Ihren Raum.

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Wann Axial, wann Radial - die Entscheidungskriterien

Die Wahl folgt dem Verhältnis von Volumenstrom zu Gegendruck. Axialventilatoren arbeiten wirtschaftlich bis etwa 100 Pa statischem Druck und liefern dabei sehr hohe Fördermengen. Radialventilatoren beginnen dort, wo der Widerstand steigt: Kanäle über 10 m, Feinfilter oder Wärmerückgewinnung verlangen 300 Pa und mehr.

  • Axial wählen bei: Hallenentlüftung über Wanddurchbruch, Kühlung von Technikräumen, hoher Luftwechsel ohne langes Kanalnetz.
  • Radial wählen bei: Absauganlagen mit Filter, Punktabsaugung von Lötrauch oder Staub, langen Steigleitungen und Dachauslässen.
  • Radial rückwärtsgekrümmt (B-Rad): energieeffizient, selbstbegrenzende Leistung, für saubere Abluft.
  • Radial vorwärtsgekrümmt (Trommelläufer): kompakt, hoher Volumenstrom bei mittlerem Druck, aber empfindlicher gegen Überlast.
Bestimmen Sie zuerst den Betriebspunkt aus Volumenstrom und Gesamtdruckverlust und legen Sie ihn in die Ventilatorkennlinie. Der Betriebspunkt sollte nahe am besten Wirkungsgrad liegen, nicht am Kennlinienrand.

Auslegung, Schall und Betrieb in der Praxis

Neben Volumenstrom und Druck entscheiden Schallpegel, Regelbarkeit und Wartung. Axialventilatoren sind bei hohem Gegendruck laut und ineffizient, Radialventilatoren laufen unter Last ruhiger. Eine Drehzahlregelung über Frequenzumrichter oder EC-Motor spart Energie, weil die Leistungsaufnahme mit der dritten Potenz der Drehzahl fällt.

Der nötige Volumenstrom ergibt sich aus Raumvolumen mal Luftwechselrate. Ein Technikraum benötigt etwa 4 bis 8 Luftwechsel pro Stunde, eine Werkstatt mit Emissionen deutlich mehr. Rechnen Sie den Druckverlust aller Bauteile zusammen und addieren Sie eine Reserve von 10 bis 20 Prozent.

  • Kanalquerschnitt grosszügig wählen: geringere Luftgeschwindigkeit senkt Druckverlust und Schall.
  • Schalldämpfer und flexible Anschlussstutzen reduzieren Körperschall und Strömungsgeräusche.
  • EC-Motoren mit 0‑10 V oder Modbus erlauben bedarfsgeregelten Betrieb nach CO₂ oder Temperatur.
  • Rückschlagklappe verhindert Rückströmung und Wärmeverlust bei Stillstand.
Bei explosionsgefährdeten oder aggressiven Medien auf ATEX-Ausführung bzw. korrosionsbeständige Werkstoffe achten und den Motor ausserhalb des Förderstroms platzieren.

Häufige Fragen

Wann ist ein Axialventilator besser als ein Radialventilator?

Ein Axialventilator ist die richtige Wahl, wenn Sie grosse Luftmengen bei geringem Gegendruck bewegen, etwa bei einem Wand- oder Dachdurchbruch ins Freie. Bis rund 100 Pa statischem Druck arbeitet er wirtschaftlich und kompakt.

Warum braucht eine Absauganlage einen Radialventilator?

Filter, lange Kanäle und Bögen erzeugen hohen Druckverlust von mehreren hundert Pascal. Nur ein Radialventilator liefert diesen statischen Druck stabil und hält den Volumenstrom trotz Filterverschmutzung aufrecht.

Wie berechne ich den nötigen Volumenstrom?

Multiplizieren Sie das Raumvolumen in m³ mit der geforderten Luftwechselrate pro Stunde. Ein Technikraum mit 4 bis 8 Luftwechseln und ein Emissionsraum mit deutlich mehr ergeben so den Volumenstrom in m³/h.

Was bringt eine Drehzahlregelung?

Über EC-Motor oder Frequenzumrichter passen Sie die Leistung an den Bedarf an. Da die Leistungsaufnahme mit der dritten Potenz der Drehzahl sinkt, spart schon eine leichte Absenkung viel Energie und reduziert den Schallpegel.

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