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DIN EN ISO 21904

Lötrauchabsaugung richtig auslegen - wie geht das?

Lötdämpfe aus kolophoniumhaltigem Flussmittel gelten als atemwegssensibilisierend und müssen an der Entstehungsstelle erfasst werden. Dieser Ratgeber erklärt die Erfassungsart, den nötigen Volumenstrom pro Arbeitsplatz und den korrekten Aufbau der Filterstufen von Vorfilter bis Aktivkohle.

5 Min.Stand: 2026-07Geprüft: Fachredaktion
Lötrauchabsaugung ansehen
0,5 m/s
Erfassungsgeschwindigkeit an der Quelle
ca. 100 m³/h
Richtwert je Einzelarbeitsplatz
3 Stufen
Vor-, Schweb- und Aktivkohlefilter
H13
HEPA-Klasse für Partikel
Inhalt
  1. Erfassungsart
  2. Volumenstrom auslegen
  3. Filterstufen
  4. Häufige Fragen

Wo muss der Lötrauch erfasst werden?

Lötdämpfe steigen als heisser Auftriebsstrahl direkt über der Lötspitze auf. Am wirksamsten ist die Erfassung an der Entstehungsstelle: Die Absaugdüse oder der Trichter sitzt möglichst nah am Lötpunkt, damit der Rauch erfasst wird, bevor er die Atemzone erreicht.

Man unterscheidet die punktuelle Erfassung über eine flexible Düse am Einzelplatz und die flächige Erfassung mehrerer Plätze über ein Rohrsystem. Entscheidend ist der Abstand: Die Erfassungswirkung nimmt mit dem Quadrat der Entfernung ab, deshalb sollte die Düse nicht weiter als 5 bis 10 cm vom Lötpunkt entfernt sein.

An der Quelle genügt eine geringe Erfassungsgeschwindigkeit von etwa 0,5 m/s, um den Rauch sicher einzufangen. Wird die Düse weiter weggerückt, steigt der erforderliche Volumenstrom drastisch.
  • Punktabsaugung mit Schwanenhalsdüse: ideal für einzelne Handlötplätze.
  • Trichter- oder Schlitzhaube: für breitere Arbeitsflächen und mehrere Lötpunkte.
  • Integrierte Spitzenabsaugung: dünner Schlauch direkt am Lötkolben, erfasst nah, braucht wenig Luft.
  • Querstromlüftung vermeiden - Zugluft trägt den Rauch in die Atemzone.
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Wie viel Volumenstrom braucht ein Arbeitsplatz?

Der Volumenstrom ergibt sich aus Erfassungsart, Düsenquerschnitt und Abstand. Für einen einzelnen Handlötplatz mit naher Punktabsaugung reichen rund 60 bis 120 m³/h. Wird über eine offene Haube in grösserem Abstand erfasst, steigt der Bedarf schnell auf mehrere hundert m³/h.

Bei einem Mehrplatzsystem addieren sich die Einzelströme, und der Rohrquerschnitt muss den Gesamtvolumenstrom bei akzeptablem Druckverlust führen. Faustregel: Strömungsgeschwindigkeit im Sammelrohr etwa 5 bis 10 m/s, damit sich keine Kondensate absetzen und das Gebläse die nötige Pressung liefert.

Planen Sie die Anlage mit Reserve: Filter setzen sich mit der Zeit zu, der Druckverlust steigt und der Volumenstrom sinkt. Ein Gebläse mit Leistungsreserve und eine Filterstandsanzeige halten die Erfassung dauerhaft wirksam.

Welche Filterstufen sind bei Kolophonium nötig?

Kolophoniumhaltiger Lötrauch besteht aus festen Partikeln (Aerosol aus Flussmittel) und gasförmigen Anteilen. Deshalb ist eine mehrstufige Filterung Pflicht: ein Vorfilter für grobe Partikel, ein Schwebstofffilter der Klasse H13 (HEPA) für die feinen Aerosole und eine Aktivkohlestufe für die gasförmigen Bestandteile und Gerüche.

  • Stufe 1 - Vorfilter (F7-F9): fängt grobe Partikel und Flussmittelspritzer, schützt die Feinstufe.
  • Stufe 2 - Schwebstofffilter H13: bindet mindestens 99,95 % der Feinstaub- und Rauchpartikel.
  • Stufe 3 - Aktivkohle: adsorbiert gasförmige organische Verbindungen und Gerüche.
  • Umluftbetrieb nur mit vollständiger Filterkette - sonst gelangen Gase zurück in den Raum.
Kolophonium (Kolophonium-Kolophoniumharz, engl. rosin) wirkt atemwegssensibilisierend. Für das Aerosol gilt ein niedriger Arbeitsplatzgrenzwert, deshalb ist die H13-Stufe nicht optional, sondern der eigentliche Schutz.

Achten Sie auf den Filterwechsel: Der Vorfilter wird am häufigsten getauscht, die Aktivkohle nach Sättigung. Beladungsanzeige oder Differenzdruckmessung geben den Zeitpunkt vor. Beladene HEPA- und Kohlefilter sind als Gefahrstoff-belastet zu entsorgen.

Filter und Ersatzteile

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Häufige Fragen

Warum ist Kolophonium im Lötrauch gefährlich?

Beim Erhitzen des Flussmittels entstehen Aerosole aus Kolophoniumharz, die als atemwegssensibilisierend gelten und Asthma auslösen können. Deshalb muss der Rauch an der Quelle erfasst und über eine H13-Stufe gefiltert werden.

Welchen Volumenstrom braucht ein einzelner Handlötplatz?

Mit naher Schwanenhalsdüse in 5 bis 10 cm Abstand genügen rund 60 bis 120 m³/h. Bei integrierter Spitzenabsaugung direkt am Kolben reichen schon 20 bis 40 m³/h, weil sehr nah erfasst wird.

Reicht ein einfacher Partikelfilter aus?

Nein. Lötrauch enthält Partikel und Gase. Ein Vorfilter und ein H13-Schwebstofffilter binden die Aerosole, aber erst die Aktivkohlestufe adsorbiert die gasförmigen Anteile und Gerüche.

Wann muss ich die Filter wechseln?

Sobald der Differenzdruck steigt oder die Beladungsanzeige anspricht. Der Vorfilter am häufigsten, die Aktivkohle nach Sättigung. Beladene HEPA- und Kohlefilter gelten als belasteter Abfall.

Lötrauchabsaugung richtig dimensionieren?

Wir liefern Punkt- und Mehrplatzsysteme mit dreistufiger Filterkette - ausgelegt auf Ihren Volumenstrom und kolophoniumhaltige Lötdämpfe.

Normgerecht

Erfassung nach den Vorgaben der DIN EN ISO 21904.

An der Quelle

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Dreistufig gefiltert

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