Zurück

AED im Betrieb - welches Gerät und wohin damit?

Ein betrieblicher AED (automatisierter externer Defibrillator) rettet Leben, wenn er schnell erreichbar und einsatzbereit ist. Dieser Ratgeber hilft bei Standortwahl, der Entscheidung Halbautomat oder Vollautomat sowie bei Wartung und Schulung nach DGUV-Empfehlung.

5 Min.Stand: 2026-07Geprüft: Fachredaktion
AED und Zubehör ansehen
3-5 Min.
Zielzeit bis zur ersten Schockabgabe
-10%/Min.
Überlebenschance je Minute ohne Defibrillation
8 Jahre
typische Lebensdauer eines AED
DGUV
Empfehlung für Ersthelfer und Geräte
Inhalt
  1. Standort und Erreichbarkeit
  2. Halb- oder Vollautomat
  3. Wartung und Prüfung
  4. Schulung der Ersthelfer
  5. Häufige Fragen

Wo gehört der AED im Betrieb hin?

Der wichtigste Faktor beim plötzlichen Herztod ist Zeit. Pro Minute ohne Defibrillation sinkt die Überlebenswahrscheinlichkeit um etwa 10 Prozent, deshalb sollte jeder Mitarbeitende den AED in maximal 3 Minuten Hin- und Rückweg erreichen können.

Praktisch bedeutet das einen zentralen, gut sichtbaren Standort in der Nähe von Verkehrswegen, Pausenräumen oder Empfang. In grossen oder verwinkelten Gebäuden sind mehrere Geräte sinnvoll. Ein Wandkasten mit Signalisierung und ein Rettungszeichen nach ISO 7010 (E010) machen den AED auch für Ortsunkundige auffindbar.

Faustregel: Die Zeit von der Alarmierung bis zur ersten Schockabgabe sollte unter 3 bis 5 Minuten liegen. Planen Sie den Standort nach dieser Zielzeit, nicht nach freiem Platz an der Wand.
  • Zentral und in maximal 3 Minuten Wegzeit (hin und zurück) erreichbar.
  • Gut sichtbar mit ISO-7010-Rettungszeichen E010 gekennzeichnet.
  • Frostfrei und trocken; beheizter Aussenschrank bei Standorten im Freien.
  • Im Alarm- und Notfallplan sowie am Ersthelferaushang vermerkt.
Erste Hilfe im Betrieb

So organisieren Sie Ersthelfer, Verbandmaterial und Notfallpläne normgerecht.

Zum Ratgeber

Halbautomat oder Vollautomat - was ist besser?

Beide Gerätetypen analysieren den Herzrhythmus automatisch und geben nur bei einem defibrillierbaren Rhythmus einen Schock frei. Der Unterschied liegt allein in der Auslösung: Der Halbautomat fordert den Helfer per Sprachansage auf, die Schocktaste zu drücken, der Vollautomat löst nach Ansage selbsttätig aus.

Für die meisten Betriebe mit geschulten Ersthelfern ist der Halbautomat die verbreitete Wahl, weil der Helfer die letzte Kontrolle über den Zeitpunkt behält. Vollautomaten senken die Hemmschwelle dort, wo Nutzer selten trainieren. Beide Varianten sollten eine gut hörbare Sprachführung und ein Metronom für die Herzdruckmassage bieten.

Achten Sie auf Geräte mit Erwachsenen- und Kinderelektroden oder einem Kinderschlüssel, klarer Statusanzeige und einer Schutzart von mindestens IP55 gegen Staub und Strahlwasser.

Wie bleibt der AED einsatzbereit?

Ein AED ist ein Medizinprodukt und muss dauerhaft funktionsbereit gehalten werden. Elektroden und Batterie sind Verschleissteile mit Ablaufdatum, meist 2 bis 5 Jahre. Das Gerät führt einen automatischen Selbsttest durch und zeigt seine Betriebsbereitschaft über eine Statusanzeige an.

  • Sicht- und Statuskontrolle wöchentlich oder monatlich, dokumentiert im Prüfbuch.
  • Elektroden-Pads und Batterie vor Ablaufdatum tauschen, Ersatzsatz bereithalten.
  • Sicherheitstechnische Kontrolle (STK) nach Herstellervorgabe und MPBetreibV.
  • Nach jedem Einsatz Pads ersetzen und Ereignisdaten sichern.
Legen Sie einen verantwortlichen Medizinproduktebeauftragten fest. Er überwacht Fristen, Ersatzteile und die Dokumentation nach der Medizinprodukte-Betreiberverordnung (MPBetreibV).
Verbandmaterial & Zubehör

Ersatzelektroden, Beatmungshilfen und Notfalltasche passend ergänzen.

Zum Ratgeber

Wer darf den AED bedienen und wie wird geschult?

Ein AED ist so gebaut, dass ihn auch Laien sicher anwenden können, denn die Sprachführung leitet Schritt für Schritt an. Die DGUV empfiehlt dennoch, betriebliche Ersthelfer regelmässig zu schulen, damit sie im Ernstfall ohne Zögern handeln.

Betriebliche Ersthelfer werden nach DGUV Vorschrift 1 in einer Grundausbildung qualifiziert und alle 2 Jahre in einer Fortbildung aufgefrischt. Die Bedienung von AED und die Herz-Lungen-Wiederbelebung lassen sich gut in diese Fortbildung integrieren.

Wichtig ist die ununterbrochene Herzdruckmassage: 30 Kompressionen zu 2 Beatmungen, Drucktiefe 5 bis 6 cm, Frequenz 100 bis 120 pro Minute. Der AED unterstützt mit Metronom und Ansagen.
  • Ersthelfer nach DGUV Vorschrift 1 ausbilden und alle 2 Jahre fortbilden.
  • AED-Handhabung in die Erste-Hilfe-Fortbildung einbeziehen.
  • Kurze Auffrischungsübungen am eigenen Gerätemodell durchführen.
  • Notrufkette 112, AED holen und Reanimation im Team einüben.

Häufige Fragen

Ist ein AED im Betrieb Pflicht?

Eine generelle gesetzliche AED-Pflicht besteht in Deutschland nicht. Aus der Gefährdungsbeurteilung und den DGUV-Empfehlungen kann sich ein AED jedoch als sinnvolle oder gebotene Massnahme ergeben, besonders bei vielen Beschäftigten oder abgelegenen Standorten.

Kann ein AED einen Gesunden verletzen?

Nein. Der AED analysiert den Herzrhythmus und gibt einen Schock nur bei einem defibrillierbaren Rhythmus wie Kammerflimmern frei. Bei normalem Herzschlag bleibt die Auslösung gesperrt.

Wie oft muss ein AED gewartet werden?

Das Gerät führt tägliche Selbsttests aus. Zusätzlich sind eine regelmässige Sicht- und Statuskontrolle, der rechtzeitige Tausch von Elektroden und Batterie sowie die sicherheitstechnische Kontrolle nach Herstellervorgabe nötig.

Halbautomat oder Vollautomat für den Betrieb?

Für geschulte Ersthelfer ist der Halbautomat üblich, weil der Helfer die Schockabgabe selbst auslöst. Der Vollautomat senkt die Hemmschwelle für seltene Nutzer und löst nach Sprachansage selbsttätig aus.

Passenden AED für Ihren Betrieb finden?

Wir liefern AED-Geräte als Halb- und Vollautomat inklusive Wandkasten, Ersatzelektroden und Beschilderung - abgestimmt auf Ihre Gefährdungsbeurteilung.

Schnell einsatzbereit

Geräte mit Selbsttest und klarer Statusanzeige.

DGUV-orientiert

Auswahl und Schulung nach anerkannten Empfehlungen.

Komplett bestückt

Wandkasten, Ersatzpads und Beschilderung inklusive.

Fachberatung

Wir unterstützen bei Standortwahl und Gerätetyp.

Weitere Ratgeber