Anschlagpunkte nach EN 795 - welcher Typ passt zum Dach?
Anschlageinrichtungen nach EN 795 sind der feste Bezugspunkt jeder Absturzsicherung. Dieser Ratgeber erklärt die Typen A bis E, ordnet sie Dachform und Untergrund zu und zeigt, wie Tragfähigkeit und statischer Nachweis geprüft werden.
Anschlageinrichtungen ansehenWas bedeuten die Typen A bis E nach EN 795?
Die EN 795 teilt Anschlageinrichtungen in fünf Klassen. Sie unterscheiden sich in der Art der Befestigung und darin, ob der Anschlagpunkt fest verbaut oder mobil ist. Die Wahl richtet sich immer nach Untergrund und Dachform.
- Typ A: einzelne Anschlagpunkte, die fest im tragenden Untergrund verankert werden (Beton, Stahl, Holz).
- Typ B: mobile, temporäre Anschlageinrichtungen ohne Bauwerksverankerung, etwa Klemm- oder Dreibein-Systeme.
- Typ C: horizontale bewegliche Führung, also Seilsysteme (Laufsicherungen) mit flexiblem Führungsseil.
- Typ D: horizontale starre Führung als fest montierte Schiene.
- Typ E: Totmann- oder Gewichtsanker, die allein durch Eigengewicht auf der Fläche halten.
Auffanggurt, Verbindungsmittel und Falldämpfer richtig kombinieren.
Zum RatgeberWelcher Typ passt zu welcher Dachform und welchem Untergrund?
Entscheidend ist, ob der Untergrund die Prüfkraft aufnehmen kann und wie die Fläche begangen wird. Auf einem Flachdach hält oft ein Gewichtsanker vom Typ E, während ein Trapezblechdach eine durchdringende Verschraubung nach Typ A verlangt.
- Untergrund vor der Montage auf Tragfähigkeit prüfen (Betondruckfestigkeit, Blechdicke, Holzquerschnitt).
- Bei mehreren Nutzern auf einer Linie Seilsystem Typ C mit geprüften Zwischenhaltern wählen.
- Freien Fallraum unter dem Anschlagpunkt berechnen: Verbindungsmittel, Falldämpferauszug und Körperlänge addieren.
Wie wird die Tragfähigkeit geprüft und nachgewiesen?
Die Tragfähigkeit wird über eine statische Prüfkraft und einen dynamischen Falltest belegt. Nach EN 795 muss ein Anschlagpunkt einer statischen Last von 12 kN in Zugrichtung mindestens drei Minuten standhalten, ohne zu versagen.
- Montage und Erstprüfung dokumentieren, Prüfplakette mit Datum anbringen.
- Nach jedem Sturz die betroffene Einrichtung sperren und durch eine sachkundige Person prüfen lassen.
- Wiederkehrende Prüfung mindestens jährlich, in aggressiver Umgebung häufiger.
Häufige Fragen
Welche Prüfkraft muss ein Anschlagpunkt nach EN 795 aushalten?
Ein Anschlagpunkt muss einer statischen Last von 12 kN in Belastungsrichtung mindestens drei Minuten standhalten. Zusätzlich wird das dynamische Verhalten in einem Falltest mit 100 kg nachgewiesen.
Kann ein einzelner Anschlagpunkt mehrere Personen sichern?
Typ A nach EN 795 ist grundsätzlich für eine Person ausgelegt. Für mehrere gleichzeitige Nutzer gilt die CEN/TS 16415, die höhere Kräfte je zusätzlicher Person fordert.
Welcher Typ eignet sich für ein Flachdach ohne Durchdringung?
Ein Gewichtsanker vom Typ E hält allein durch Eigengewicht und kommt ohne Verschraubung der Abdichtung aus. Randabstand und maximale Dachneigung nach Herstellervorgabe müssen eingehalten werden.
Wie oft muss eine Anschlageinrichtung geprüft werden?
Mindestens einmal jährlich durch eine sachkundige Person, in korrosiver Umgebung öfter. Nach jedem Sturz ist die betroffene Einrichtung sofort zu sperren und zu prüfen.
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Nachweisbar sicher
12 kN statisch und dynamischer Falltest dokumentiert.
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Typ A bis E für Beton, Stahl, Holz und Flachdach.
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