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EN ISO 20345

Sicherheitsschuhe S1 bis S3 - welche Klasse brauche ich?

Sicherheitsschuhe schützen Füße vor Stoß, Durchtritt und Ausrutschen. Dieser Ratgeber erklärt die Schutzklassen S1 bis S3 nach EN ISO 20345, den Zehenschutz mit 200 J, die Durchtrittsicherheit sowie die Rutschhemmung und hilft bei der Auswahl.

5 Min.Stand: 2026-07Geprüft: Fachredaktion
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200 J
Zehenschutz-Aufprall
S1-S3
gängige Schutzklassen
1100 N
Durchtrittwiderstand
10⁵-10⁹ Ω
antistatisch (A)
Inhalt
  1. Norm und Grundschutz
  2. Schutzklassen S1-S3
  3. Durchtritt und Grip
  4. Passform und ESD
  5. Häufige Fragen

Was regelt die EN ISO 20345?

Sicherheitsschuhe sind über die Norm EN ISO 20345 definiert. Ihr wichtigstes Merkmal ist die Zehenschutzkappe, die einem Aufprall von 200 Joule und einer Druckbelastung von 15 kN standhält. Erst diese 200-Joule-Kappe unterscheidet Sicherheitsschuhe von einfachen Berufsschuhen (EN ISO 20347).

Die Kappe kann aus Stahl, Aluminium oder Kunststoff (Kompositwerkstoff) bestehen. Kunststoffkappen sind leichter, metallfrei und leiten keine Kälte, während Stahlkappen sehr robust und schlank bauen. Alle Varianten erfüllen bei zertifizierten Schuhen dieselbe 200-Joule-Anforderung.

Der Grundschutz (SB) umfasst immer die 200-Joule-Zehenkappe. Alle höheren Klassen bauen auf diesem Basisschutz auf und ergänzen weitere Eigenschaften wie Antistatik oder Durchtrittschutz.
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Was unterscheidet S1, S2 und S3?

Die Schutzklassen fassen häufige Zusatzeigenschaften zu Paketen zusammen. S1 eignet sich für trockene Innenbereiche, S2 ergänzt Wasserdichtigkeit des Obermaterials, und S3 fügt die Durchtrittsicherheit sowie eine profilierte Sohle hinzu.

Seit der Fassung EN ISO 20345:2022 zeigen neue Kürzel den Durchtrittschutz an: P steht für eine Stahleinlage (getestet mit 4,5 mm Nagel), PL und PS für textile Einlagen. Klassen wie S3S oder S7 kombinieren diese Eigenschaften neu.
  • S1: leicht und atmungsaktiv für trockene Innenräume.
  • S2: gleicher Schutz plus wasserabweisendes Obermaterial.
  • S3: der Allrounder für Bau und Aussenbereich mit Durchtrittschutz und Grobstollensohle.
  • S3 ist die meistverkaufte Klasse, weil sie fast alle Baustellen-Risiken abdeckt.

Wie funktionieren Durchtrittschutz und Rutschhemmung?

Der Durchtrittschutz verhindert, dass ein Nagel oder Splitter die Sohle durchdringt. Eine Stahleinlage (Kürzel P) hält einer Prüfkraft von 1100 N stand, textile Einlagen (PL/PS) sind leichter, flexibler und metallfrei, decken aber je nach Nagelgeometrie eine kleinere Fläche ab.

Die Rutschhemmung wird auf Keramik mit Reinigungsmittel und auf Stahl mit Glyzerin geprüft. Seit 2022 ist die Grundrutschhemmung (früher SRA/SRB) fester Bestandteil jeder Sicherheitsschuh-Zertifizierung; das Zusatzkürzel SR kennzeichnet eine erweiterte Prüfung auf beiden Untergründen.

  • Stahleinlage (P): maximaler Schutz gegen dünne Nägel, minimal schwerer.
  • Textileinlage (PL/PS): leichter und flexibler, metallfrei für Flughafen und Kälte.
  • Profilsohle: tiefe Stollen leiten Wasser und Schmutz ab und sichern den Grip.
  • HRO: Sohle kurzzeitig hitzebeständig bis 300 °C für heisse Böden.
Prüfen Sie zusätzliche Kürzel wie HI (Wärmeisolierung), CI (Kälteisolierung), WR (wasserdicht) und M (Mittelfußschutz), damit der Schuh genau zu Ihrer Umgebung passt.

Wie wähle ich Passform und Antistatik richtig?

Ein Sicherheitsschuh schützt nur, wenn er passt. Messen Sie die Füße nachmittags, wenn sie leicht angeschwollen sind, und lassen Sie vor den Zehen etwa 10 bis 15 mm Luft. Die Zehenkappe darf nicht auf die Zehen drücken.

Fast alle Klassen ab S1 sind antistatisch (A) mit einem Durchgangswiderstand von etwa 10⁵ bis 10⁹ Ω. Für Elektronikfertigung und ESD-Schutzzonen reicht das jedoch nicht: Dort sind spezielle ESD-Schuhe nach EN 61340‑5‑1 mit einem Widerstand unter 35 MΩ gefordert.

Antistatisch (A) und ESD sind nicht dasselbe. Antistatik begrenzt die Aufladung der Person, ESD-Schuhe erfüllen die engeren Grenzwerte der Elektronikfertigung. Achten Sie im EPA gezielt auf die ESD-Kennzeichnung.
ESD-Schutz im EPA

Wann normale Antistatik reicht und wann echte ESD-Schuhe nötig sind.

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Häufige Fragen

Wie viel Aufprall muss die Zehenkappe aushalten?

Nach EN ISO 20345 hält die Zehenschutzkappe einem Aufprall von 200 Joule und einer statischen Druckkraft von 15 kN stand. Das entspricht rund 20 kg aus etwa einem Meter Höhe.

Was ist der Unterschied zwischen S1 und S3?

S1 ist für trockene Innenbereiche gedacht und ist antistatisch. S3 ergänzt einen wasserdichten Schaft, den Durchtrittschutz der Sohle und eine grobe Profilsohle und eignet sich für Bau und Aussenbereich.

Stahlkappe oder Kunststoffkappe?

Beide erfüllen die 200-Joule-Anforderung. Kunststoff- oder Kompositkappen sind leichter, metallfrei und kältneutral, Stahlkappen bauen schlanker und sind sehr robust.

Sind antistatische Schuhe automatisch ESD-Schuhe?

Nein. Antistatische Schuhe (A) begrenzen die Aufladung grob, ESD-Schuhe nach EN 61340‑5‑1 halten strengere Grenzwerte unter 35 MΩ ein und sind für die Elektronikfertigung Pflicht.

Die richtigen Sicherheitsschuhe gesucht?

Wir liefern Sicherheitsschuhe der Klassen S1 bis S3 mit geprüftem Zehenschutz, Durchtrittsicherheit und Rutschhemmung nach EN ISO 20345.

Normgeprüft

Alle Modelle erfüllen die EN ISO 20345.

Durchtrittsicher

S3 mit Sohleneinlage gegen Nägel und Splitter.

Rutschhemmend

Geprüfter Grip auf nassen und öligen Böden.

Fachberatung

Unsere Spezialisten helfen bei Klasse und Passform.

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