Chemikalienschutzanzug Typ 1 bis 6 - welcher Typ passt?
Der richtige Chemikalienschutzanzug hängt vom Aggregatzustand des Gefahrstoffs und von der Permeation durch das Anzugmaterial ab. Dieser Ratgeber erklärt die Typen 1 bis 6 nach EN 943, EN 14605, EN ISO 13982 und EN 13034 und zeigt, wie Sie anhand von Sicherheitsdatenblatt und Durchbruchzeit den passenden Schutz wählen.
Schutzanzüge ansehenWas bedeuten Typ 1 bis 6?
Chemikalienschutzanzüge werden nach der Art der Undurchlässigkeit in sechs Typen eingeteilt. Massgeblich ist, ob der Gefahrstoff als Gas, Flüssigkeit, Spray, Spritzer oder Feststoffpartikel auftritt. Jeder Typ ist einer eigenen Norm zugeordnet, von der gasdichten Vollkapsel bis zum begrenzt spritzdichten Overall.
So kombinieren Sie Schutzanzug, Atemschutz und Handschuhe zum stimmigen Ensemble.
Zum RatgeberWie bestimmt der Aggregatzustand den Typ?
Der erste Schritt der Auswahl ist die Frage nach dem physikalischen Zustand des Gefahrstoffs am Arbeitsplatz. Ein gasförmiger Stoff verlangt einen gasdichten Typ 1, während ein Feststoffstaub bereits mit Typ 5 sicher zurückgehalten wird. Zwischen diesen Extremen liegt die gesamte Bandbreite flüssiger Expositionen.
- Gase und Dämpfe: Typ 1 gasdicht, meist mit umluftunabhängigem Atemschutz oder Pressluft.
- Flüssigkeit unter Druck (Strahl): Typ 3 hält einen gerichteten Flüssigkeitsstrahl an den Nähten dicht.
- Feiner Sprühnebel und Aerosole: Typ 4 schützt gegen gesättigte Sprühexposition.
- Trockene Feststoffpartikel und Fasern: Typ 5 gegen luftgetragene Stäube.
- Leichte Spritzer, geringe Menge: Typ 6 für kurzzeitige, begrenzte Exposition.
Warum ist die Permeation entscheidend?
Permeation ist das Durchwandern eines Chemikalienmoleküls durch das intakte Anzugmaterial auf molekularer Ebene, ohne sichtbares Loch. Gemessen wird die Durchbruchzeit nach EN 16523‑1, also die Zeitspanne, bis der Stoff die Innenseite erreicht. Daraus ergeben sich sechs Permeationsklassen.
Die Klasse allein genügt nicht: Sie gilt immer nur für die konkret geprüfte Chemikalie. Ein Material kann gegen einen Stoff Klasse 6 erreichen und gegen einen anderen schon nach Minuten durchbrechen. Gleichen Sie deshalb die Permeationstabelle des Herstellers mit dem Sicherheitsdatenblatt Ihres Gefahrstoffs ab.
Häufige Fragen
Welcher Typ schützt gegen Gase?
Nur ein gasdichter Typ-1-Anzug nach EN 943 hält Gase und Dämpfe zurück. Er wird mit umluftunabhängigem Atemschutz getragen, da Gase auch die Atemwege gefährden.
Was ist der Unterschied zwischen Typ 3 und Typ 4?
Typ 3 ist flüssigkeitsdicht gegen einen gerichteten Strahl unter Druck, Typ 4 sprühdicht gegen feinen Aerosolnebel. Typ 3 bietet den höheren Schutz und deckt Typ 4 mit ab.
Reicht die Permeationsklasse allein zur Auswahl?
Nein. Die Klasse gilt nur für die geprüfte Chemikalie. Sie müssen die Durchbruchzeit für genau Ihren Gefahrstoff aus der Herstellertabelle mit dem Sicherheitsdatenblatt abgleichen.
Sind Chemikalienschutzanzüge wiederverwendbar?
Einweganzüge werden nach Kontamination entsorgt. Mehrweganzüge aus beschichtetem Gewebe lassen sich dekontaminieren, sofern der Hersteller dies für den Stoff freigibt und die Prüffristen eingehalten werden.
Den passenden Chemikalienschutzanzug finden?
Wir führen Schutzanzüge Typ 1 bis 6 nach EN 943, EN 14605, EN ISO 13982 und EN 13034 - inklusive Permeationsdaten für Ihren Gefahrstoff.
Normkonform
Alle Typen nach EN 943 bis EN 13034 zertifiziert.
Permeation belegt
Durchbruchzeiten je Chemikalie dokumentiert.
Kategorie III
Geprüfte PSA nach Verordnung (EU) 2016/425.
Fachberatung
Wir helfen bei der Auswahl nach Gefährdungsbeurteilung.