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DIN EN 62423

FI-Schutzschalter Typ A, F oder B - welcher ist richtig?

Frequenzumrichter und moderne Elektronik erzeugen Fehlerströme, die ein einfacher FI-Schutzschalter nicht mehr sicher erkennt. Dieser Ratgeber erklärt, wann Typ A ausreicht und wann Typ F oder der allstromsensitive Typ B nach DIN EN 62423 zwingend nötig ist.

5 Min.Stand: 2026-07Geprüft: Fachredaktion
FI-Schutzschalter ansehen
30 mA
Bemessungsfehlerstrom Personenschutz
Typ B
allstromsensitiv bis DC
1 kHz+
Typ F für Mischfrequenzen
62423
geprüfte Norm
Inhalt
  1. Fehlerstromformen
  2. Typ F oder B
  3. Selektivität und Einbau
  4. Häufige Fragen

Warum reicht Typ A bei Frequenzumrichtern nicht mehr?

Ein FI-Schutzschalter löst aus, wenn ein Fehlerstrom zur Erde abfliesst. Entscheidend ist die Form dieses Stroms: Typ A erfasst nur sinusförmige Wechselfehlerströme und pulsierende Gleichfehlerströme. Frequenzumrichter, Photovoltaik-Wechselrichter und getaktete Netzteile erzeugen jedoch glatte Gleichfehlerströme und hochfrequente Mischfrequenzen, die Typ A verschleppen oder gar blockieren.

Ein glatter Gleichfehlerstrom kann den Ringkernwandler eines Typ A vormagnetisieren. Dann erkennt der Schalter selbst einen gefährlichen 50-Hz-Wechselfehler nicht mehr - der Personenschutz fällt unbemerkt aus. Genau davor warnt DIN EN 62423.

Faustregel: Sobald ein Betriebsmittel aus einem Gleichspannungs-Zwischenkreis speist (Frequenzumrichter, Wechselrichter, EV-Ladegerät), muss der Fehlerstrom bis DC sicher erfasst werden - das leistet nur Typ B oder Typ B+.

Wann Typ F und wann Typ B einsetzen?

Typ F ist die Brücke zwischen A und B. Er verträgt Mischfrequenzen bis etwa 1 kHz und einen glatten Gleichfehleranteil bis 10 mA, ist stossstromfest und ideal für einphasige Antriebe wie Waschmaschinen, Wärmepumpen-Umwälzpumpen oder kleine einphasige Frequenzumrichter. Sobald aber dreiphasige Umrichter mit hoher DC-Zwischenkreisspannung im Spiel sind, greift nur der allstromsensitive Typ B.

  • Typ A: klassische Endstromkreise ohne leistungselektronische Verbraucher.
  • Typ F: einphasige Frequenzumrichter, moderne Haushaltsgeräte, gemischte Elektronik-Stromkreise.
  • Typ B: dreiphasige Frequenzumrichter, Photovoltaik-Wechselrichter ohne Trenntrafo, industrielle Antriebe.
  • Typ B+: zusätzlich brandschutzoptimiert, Auslösung bereits ab höherfrequenten Fehlern (empfohlen für erhöhten Brandschutz).
  • Bemessungsfehlerstrom 30 mA für Personenschutz, 300 mA nur für reinen Brand-/Anlagenschutz.
Wichtig: Ein vorgeschalteter Typ A wird durch einen nachgeschalteten Typ B nicht ersetzt oder geschützt. Ein glatter Gleichfehler hinter dem Typ B kann den vorgelagerten Typ A blind machen. Deshalb dürfen Typ A und Typ B nie in Reihe am selben Fehlerstrompfad liegen.
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Worauf bei Selektivität und Einbau achten?

Neben der Fehlerstromform zählt die Selektivität. Wird ein Endstromkreis mit Typ B und ein übergeordneter Zähler-Vorzähler-Bereich abgesichert, sorgt ein zeitselektiver Typ B mit Kennung S und höherem Bemessungsfehlerstrom dafür, dass bei einem Fehler nur der betroffene Kreis abschaltet und nicht die ganze Anlage.

Frequenzumrichter haben betriebsbedingte Ableitströme über den EMV-Filter. Bleibt die Summe der Ableitströme unter etwa 30 % des Bemessungsfehlerstroms, vermeiden Sie unerwünschtes Auslösen. Bei mehreren Umrichtern hilft je Antrieb ein eigener Typ B.

Häufige Fragen

Kann ich einfach überall Typ B verbauen?

Technisch ja, Typ B erfasst alle Fehlerstromformen. Er ist aber deutlich teurer als Typ A oder F, deshalb setzt man ihn gezielt dort ein, wo glatte Gleichfehlerströme entstehen - vor allem bei dreiphasigen Frequenzumrichtern und Wechselrichtern.

Was passiert, wenn nur ein Typ A verbaut ist?

Ein glatter Gleichfehlerstrom kann den Wandler des Typ A vormagnetisieren und ihn für Wechselfehler blind machen. Der Personenschutz kann dann unbemerkt ausfallen, obwohl die Anlage weiterläuft.

Reicht Typ F für meine Wärmepumpe?

Bei einphasigen Geräten mit leistungselektronischer Ansteuerung ist Typ F meist ausreichend und stossstromfest. Bei dreiphasigen Umrichtern verlangt die Herstellerangabe fast immer Typ B - die Betriebsanleitung ist verbindlich.

Was bedeutet Typ B+?

Typ B+ ist ein Typ B mit erweitertem Brandschutz: Er löst bereits bei höherfrequenten Fehlerströmen mit reduziertem Grenzwert aus und begrenzt so die Brandgefahr in kritischen Bereichen.

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Wir liefern FI-Schutzschalter Typ A, F und B sowie allstromsensitive Typ B+ Geräte - passend zur Fehlerstromform Ihrer Frequenzumrichter und Elektronik.

Normgeprüft

Typen A, F und B nach DIN EN 61008 und 62423.

Allstromsensitiv

Typ B und B+ erfassen Fehlerströme bis DC.

Richtig ausgelegt

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