FI-Schutzschalter Typ A, F oder B - welcher ist richtig?
Frequenzumrichter und moderne Elektronik erzeugen Fehlerströme, die ein einfacher FI-Schutzschalter nicht mehr sicher erkennt. Dieser Ratgeber erklärt, wann Typ A ausreicht und wann Typ F oder der allstromsensitive Typ B nach DIN EN 62423 zwingend nötig ist.
FI-Schutzschalter ansehenWarum reicht Typ A bei Frequenzumrichtern nicht mehr?
Ein FI-Schutzschalter löst aus, wenn ein Fehlerstrom zur Erde abfliesst. Entscheidend ist die Form dieses Stroms: Typ A erfasst nur sinusförmige Wechselfehlerströme und pulsierende Gleichfehlerströme. Frequenzumrichter, Photovoltaik-Wechselrichter und getaktete Netzteile erzeugen jedoch glatte Gleichfehlerströme und hochfrequente Mischfrequenzen, die Typ A verschleppen oder gar blockieren.
Ein glatter Gleichfehlerstrom kann den Ringkernwandler eines Typ A vormagnetisieren. Dann erkennt der Schalter selbst einen gefährlichen 50-Hz-Wechselfehler nicht mehr - der Personenschutz fällt unbemerkt aus. Genau davor warnt DIN EN 62423.
Wann Typ F und wann Typ B einsetzen?
Typ F ist die Brücke zwischen A und B. Er verträgt Mischfrequenzen bis etwa 1 kHz und einen glatten Gleichfehleranteil bis 10 mA, ist stossstromfest und ideal für einphasige Antriebe wie Waschmaschinen, Wärmepumpen-Umwälzpumpen oder kleine einphasige Frequenzumrichter. Sobald aber dreiphasige Umrichter mit hoher DC-Zwischenkreisspannung im Spiel sind, greift nur der allstromsensitive Typ B.
- Typ A: klassische Endstromkreise ohne leistungselektronische Verbraucher.
- Typ F: einphasige Frequenzumrichter, moderne Haushaltsgeräte, gemischte Elektronik-Stromkreise.
- Typ B: dreiphasige Frequenzumrichter, Photovoltaik-Wechselrichter ohne Trenntrafo, industrielle Antriebe.
- Typ B+: zusätzlich brandschutzoptimiert, Auslösung bereits ab höherfrequenten Fehlern (empfohlen für erhöhten Brandschutz).
- Bemessungsfehlerstrom 30 mA für Personenschutz, 300 mA nur für reinen Brand-/Anlagenschutz.
Worauf bei Selektivität und Einbau achten?
Neben der Fehlerstromform zählt die Selektivität. Wird ein Endstromkreis mit Typ B und ein übergeordneter Zähler-Vorzähler-Bereich abgesichert, sorgt ein zeitselektiver Typ B mit Kennung S und höherem Bemessungsfehlerstrom dafür, dass bei einem Fehler nur der betroffene Kreis abschaltet und nicht die ganze Anlage.
Häufige Fragen
Kann ich einfach überall Typ B verbauen?
Technisch ja, Typ B erfasst alle Fehlerstromformen. Er ist aber deutlich teurer als Typ A oder F, deshalb setzt man ihn gezielt dort ein, wo glatte Gleichfehlerströme entstehen - vor allem bei dreiphasigen Frequenzumrichtern und Wechselrichtern.
Was passiert, wenn nur ein Typ A verbaut ist?
Ein glatter Gleichfehlerstrom kann den Wandler des Typ A vormagnetisieren und ihn für Wechselfehler blind machen. Der Personenschutz kann dann unbemerkt ausfallen, obwohl die Anlage weiterläuft.
Reicht Typ F für meine Wärmepumpe?
Bei einphasigen Geräten mit leistungselektronischer Ansteuerung ist Typ F meist ausreichend und stossstromfest. Bei dreiphasigen Umrichtern verlangt die Herstellerangabe fast immer Typ B - die Betriebsanleitung ist verbindlich.
Was bedeutet Typ B+?
Typ B+ ist ein Typ B mit erweitertem Brandschutz: Er löst bereits bei höherfrequenten Fehlerströmen mit reduziertem Grenzwert aus und begrenzt so die Brandgefahr in kritischen Bereichen.
Den passenden FI-Schutzschalter gesucht?
Wir liefern FI-Schutzschalter Typ A, F und B sowie allstromsensitive Typ B+ Geräte - passend zur Fehlerstromform Ihrer Frequenzumrichter und Elektronik.
Normgeprüft
Typen A, F und B nach DIN EN 61008 und 62423.
Allstromsensitiv
Typ B und B+ erfassen Fehlerströme bis DC.
Richtig ausgelegt
Auswahl nach Fehlerstromform und Ableitstrom.
Fachberatung
Wir helfen bei Selektivität und Gerätewahl.