Anaerobe Gewindesicherung - welche Festigkeit passt?
Anaerobe Gewindesicherungen härten im Gewindespalt unter Luftabschluss und Metallkontakt aus und sichern Schrauben gegen Selbstlockerung. Dieser Ratgeber erklärt die Festigkeitsklassen niedrig, mittel und hoch, die Wahl nach Gewindegrösse sowie die spätere Demontierbarkeit.
Gewindesicherungen ansehenWie funktioniert eine anaerobe Gewindesicherung?
Anaerobe Klebstoffe sind einkomponentige Flüssigkeiten, die unter zwei Bedingungen aushärten: Luftabschluss und Kontakt mit Metallionen. Im Gewindespalt zwischen Schraube und Mutter sind beide gegeben, sodass der Klebstoff dort zu einem festen Kunststoff polymerisiert und die Gewindegänge formschlüssig füllt.
Die ausgehärtete Schicht verhindert Mikrobewegungen und Selbstlockerung durch Vibration, dichtet gleichzeitig gegen Feuchtigkeit ab und schützt das Gewinde vor Korrosion und Passungsrost. Solange Luft an das Produkt kommt, etwa in der Flasche oder auf einer Aussenfläche, bleibt es flüssig.
Übersicht zu Klebstoffen, Dichtmitteln und Aktivatoren für die Montage.
Zum RatgeberNiedrig, mittel oder hochfest - welche Klasse?
Die Festigkeitsklasse entscheidet über das spätere Losbrechmoment und damit über die Demontierbarkeit. Sie wählen die Klasse nach der Anforderung: soll die Schraube regelmässig gelöst werden, nur bei Reparatur oder dauerhaft gesichert bleiben?
Niedrigfeste Produkte sind oft violett eingefärbt und ideal für kleine Gewinde und Justierschrauben. Mittelfeste sind meist blau und der universelle Standard für den Grossteil der Verschraubungen. Hochfeste sind meist rot, füllen grössere Spalte und lassen sich in der Regel nur nach Erwärmen auf etwa 250 °C wieder lösen.
Wie wähle ich nach Gewindegrösse und Spalt?
Neben der Festigkeit richtet sich die Wahl nach der Gewindegrösse und dem Spaltmass. Niedrig- und mittelviskose Produkte kriechen in enge Feingewinde, dickflüssige oder pastöse Typen füllen grosse Spalte und tropfen bei Überkopfmontage nicht ab.
- Kleine Gewinde M2 bis M6: niedrig- bis mittelfest, dünnflüssig für gute Kapillarwirkung.
- Mittlere Gewinde M6 bis M20: mittelfest als universeller Standard.
- Grosse Gewinde ab M20: hochfest und höherviskos für breitere Spalte.
- Überkopf oder senkrecht: pastöse oder Gel-Variante gegen Ablaufen wählen.
- Immer sauberes, entfettetes und trockenes Gewinde vor dem Auftrag.
- Temperaturgrenze prüfen: Standard bis ca. 150 °C, Sondertypen bis 200 °C.
Häufige Fragen
Woran erkenne ich die Festigkeitsklasse?
Meist an der Farbe und am Datenblatt: niedrigfest ist oft violett, mittelfest blau, hochfest rot. Massgeblich ist immer das im technischen Datenblatt angegebene Losbrechmoment, nicht allein die Farbe.
Lässt sich hochfeste Gewindesicherung wieder lösen?
Ja, aber in der Regel nur nach lokalem Erwärmen der Verbindung auf etwa 250 °C. Danach lässt sich die Schraube im warmen Zustand mit Standardwerkzeug herausdrehen.
Warum härtet der Klebstoff auf Edelstahl langsamer?
Edelstahl und verzinkte Oberflächen sind passiv und liefern wenig Metallionen für die Reaktion. Ein Aktivator oder ein für passive Metalle freigegebenes Produkt sorgt für eine zuverlässige Aushärtung.
Muss das Gewinde vorbereitet werden?
Ja. Das Gewinde muss sauber, trocken und frei von Öl und Fett sein. Reste alter Sicherung entfernen und bei Bedarf mit einem geeigneten Reiniger entfetten.
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Wir liefern anaerobe Gewindesicherungen in niedrig-, mittel- und hochfest, passende Aktivatoren und Reiniger für zuverlässige Verschraubungen.
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