NSF-H1-Schmierstoff auswählen - worauf kommt es an?
Lebensmittelschmierstoffe der Kategorie NSF H1 sind für Anlagen zugelassen, bei denen technisch unvermeidbarer Kontakt mit dem Produkt möglich ist. Dieser Ratgeber zeigt, wie Sie nach Einsatztemperatur, Grundöltyp, Kontaktrisiko und Zulassung den richtigen H1-Schmierstoff auswählen.
H1-Schmierstoffe ansehenWas bedeutet NSF H1 und wann ist er Pflicht?
NSF H1 kennzeichnet Schmierstoffe für Anlagenteile, bei denen ein technisch unvermeidbarer, gelegentlicher Kontakt mit dem Lebensmittel möglich ist. Die zulässigen Inhaltsstoffe sind in der FDA-Verordnung 21 CFR 178.3570 gelistet; der Anteil im Lebensmittel darf 10 ppm nicht überschreiten.
Zur Abgrenzung: H2 gilt für Stellen ohne jede Kontaktmöglichkeit, H3 (Soluble Oil) für Haken und Gleitketten zum Rostschutz, und 3H für Trennmittel auf Grillplatten oder Förderbändern. Für kontaktnahe Punkte ist ausschliesslich H1 die richtige Wahl.
- H1: gelegentlicher, technisch unvermeidbarer Produktkontakt - z. B. Kettenöle, Getriebe- und Lagerfette in der Zone über dem Produkt.
- H2: keine Kontaktmöglichkeit - Antriebe unterhalb der Produktebene.
- H3: löslicher Rostschutz für Ketten und Haken.
- 3H: Trennmittel im direkten Dauerkontakt.
Welche Kriterien entscheiden über den richtigen H1-Schmierstoff?
Nach der Zulassung entscheiden Einsatztemperatur, Grundöltyp, Belastung und Umgebung. Das Grundöl bestimmt den Temperaturbereich: Weissöl deckt den mittleren Bereich ab, PAO erweitert ihn nach oben, PAG punktet in Getrieben und PFPE hält Dauertemperaturen bis rund 260 °C stand.
- Kontaktrisiko: Wie nah liegt der Schmierpunkt am offenen Produkt?
- Temperatur: Dauer- und Spitzentemperatur des Bauteils.
- Medium: Wasser, Dampf, Reinigungschemie oder Zuckerstäube in der Umgebung.
- Belastung: Last, Drehzahl und Nachschmierintervall.
- Verträglichkeit: Elastomere, Dichtungen und vorhandene Schmierstoffe.
Wie erkennt man eine gültige Zulassung und dokumentiert sie?
Massgeblich ist die NSF-Registrierungsnummer, die im öffentlichen NSF White Book prüfbar ist. Ergänzend belegt ISO 21469 die hygienisch überwachte Herstellung, Formulierung und Verpackung des Schmierstoffs über den gesamten Prozess.
Für ein HACCP-Konzept sollten Registriernummer, Kategorie, Grundöl und Gebindegrösse im Schmierplan hinterlegt und die Datenblätter archiviert werden. So bleibt bei Audits nach IFS oder BRCGS jederzeit nachweisbar, dass an kontaktnahen Punkten ausschliesslich H1-Produkte laufen.
So planen Sie Schmier- und Reinigungsintervalle in der Lebensmittelproduktion.
Zum RatgeberHäufige Fragen
Was bedeutet die Kategorie H1 genau?
H1 steht für Schmierstoffe, die an Stellen mit technisch unvermeidbarem, gelegentlichem Lebensmittelkontakt zugelassen sind. Die Inhaltsstoffe sind in 21 CFR 178.3570 gelistet und auf maximal 10 ppm im Lebensmittel begrenzt.
Worin unterscheiden sich H1 und H2?
H1 ist für kontaktnahe Punkte oberhalb des Produkts zugelassen, H2 nur für Stellen ohne jede Kontaktmöglichkeit. Im Zweifel und in der offenen Produktzone wählen Sie immer H1.
Welches Grundöl für hohe Temperaturen?
Für Heisszonen wie Backstrassen und Öfen sind PFPE-Schmierstoffe bis rund 260 °C geeignet. PAO deckt den mittleren Hochtemperaturbereich bis etwa 180 °C ab.
Reicht die NSF-Nummer oder braucht es ISO 21469?
Die NSF-H1-Registrierung ist die Basis. ISO 21469 zertifiziert zusätzlich die hygienisch überwachte Herstellung und ist bei Audits ein klarer Pluspunkt.
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