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DIN VDE 0100-600

Isolationsmessgerät wählen: welche Prüfspannung ist richtig?

Ein Isolationsmessgerät prüft den Isolationswiderstand elektrischer Anlagen mit definierter Gleichspannung. Dieser Ratgeber erklärt die Wahl der Prüfspannung nach DIN VDE 0100-600, die geforderten Mindestwerte in MΩ, den passenden Messbereich sowie die Sicherheitskategorie CAT.

5 Min.Stand: 2026-07Geprüft: Fachredaktion
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250-1000 V
Prüfspannungen DC
≥ 1 MΩ
Mindestwert bei 500 V
CAT III/IV
Messkategorie
VDE 0100-600
geprüfte Norm
Inhalt
  1. Grundlagen und Zweck
  2. Prüfspannung und Werte
  3. Auswahlkriterien
  4. Häufige Fragen

Was misst ein Isolationsmessgerät?

Ein Isolationsmessgerät legt eine definierte Gleichspannung zwischen aktive Leiter und Erde an und misst den daraus fliessenden Reststrom. Aus Spannung und Strom errechnet das Gerät den Isolationswiderstand in Megaohm (MΩ). Je höher der Wert, desto besser trennt die Isolierung spannungsführende Teile vom Berührungsschutz.

Die Messung deckt Schwachstellen auf, die ein einfacher Durchgangsprüfer nicht sieht: durchfeuchtete Leitungen, poröse Kabelmäntel oder Kriechströme über verschmutzte Klemmen. Nach DIN VDE 0100‑600 gehört die Isolationswiderstandsmessung zu den Pflichtprüfungen bei der Erstprüfung einer elektrischen Anlage.

Gemessen wird immer im spannungsfreien Zustand. Die Anlage muss allpolig freigeschaltet und gegen Wiedereinschalten gesichert sein, sonst zeigt das Gerät fälschlich niedrige Werte oder wird beschädigt.
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Vom Durchgangsprüfer bis zum Installationstester - das gehört zur Grundausstattung.

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Welche Prüfspannung braucht welche Anlage?

Die Prüfspannung richtet sich nach der Nennspannung der Anlage. DIN VDE 0100‑600 (Tabelle 6A) legt drei Stufen fest: 250 V DC für SELV- und PELV-Kreise, 500 V DC für die üblichen Anlagen bis 500 V Nennspannung und 1000 V DC für Anlagen über 500 V. Zu jeder Stufe gehört ein Mindestwiderstand, der nicht unterschritten werden darf.

Für die klassische 230/400-V-Hausinstallation ist damit die 500-V-Stufe massgeblich, der Widerstand muss mindestens 1 MΩ betragen. Ein gutes Messgerät liefert bei intakter Isolierung Werte deutlich darüber, oft im dreistelligen MΩ- oder GΩ-Bereich. Photovoltaik-Anlagen werden nach DIN VDE 0126 teils mit 1000 V geprüft, weshalb ein PV-taugliches Gerät diese Stufe beherrschen sollte.

Elektronische Betriebsmittel vor der Messung abklemmen. Überspannungsableiter, LED-Treiber oder EVGs können durch 500 V oder 1000 V DC zerstört werden und verfälschen zudem das Ergebnis.

Worauf achten Sie bei Messbereich und Sicherheit?

Neben den Prüfspannungen entscheiden Messbereich, Sicherheitskategorie und Funktionsumfang über die Eignung. Der Messbereich sollte bis mindestens einige hundert MΩ reichen, besser bis in den GΩ-Bereich, um intakte Anlagen sauber aufzulösen. Die Messkategorie muss zum Einsatzort passen.

  • Prüfspannungen: mindestens 250 V und 500 V, für PV und Industrie zusätzlich 1000 V.
  • Messkategorie: CAT III 600 V für Verteilungen, CAT IV 600 V für den Anschlussbereich vor dem Zähler.
  • Kurzschlussstrom mindestens 1 mA, damit die Prüfspannung auch an kapazitiven Lasten stabil bleibt.
  • Automatische Entladung der Prüflingskapazität nach der Messung als Schutz vor Restspannung.
  • Warnung bei anliegender Fremdspannung, damit unter Spannung nicht gemessen wird.
  • Kombigerät oder Installationstester, wenn auch Niederohm-, Schleifen- und RCD-Messung nach VDE 0100‑600 gefragt sind.
Achten Sie auf die Kalibrierung: für dokumentierte Prüfungen nach DIN VDE 0100‑600 sollte das Gerät regelmässig kalibriert und die Messwerte im Prüfprotokoll festgehalten werden.

Häufige Fragen

Welche Prüfspannung gilt für eine 230/400-V-Installation?

500 V Gleichspannung nach DIN VDE 0100‑600. Der Isolationswiderstand muss dabei mindestens 1 MΩ betragen, gute Anlagen liegen deutlich höher.

Was bedeutet der Mindestwert von 1 MΩ?

Bei 500 V Prüfspannung ist 1 MΩ der untere Grenzwert. Wird er unterschritten, gilt die Isolierung als mangelhaft und die Anlage darf nicht in Betrieb gehen.

Reicht ein reines Isolationsmessgerät für die Anlagenprüfung?

Für die vollständige Erstprüfung nach VDE 0100‑600 sind auch Niederohm-, Schleifenimpedanz- und RCD-Messungen nötig. Ein Installationstester vereint diese Funktionen in einem Gerät.

Warum CAT IV statt CAT III?

CAT IV deckt den Bereich vor dem Zähler mit höherer Stossenergie ab. Wer auch am Hausanschluss oder an der Hauptverteilung misst, ist mit CAT IV 600 V auf der sicheren Seite.

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