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LCR-Meter auswählen - welches Gerät prüft R, L und C sicher?

Ein LCR-Meter misst Induktivität, Kapazität und Widerstand samt Verlustfaktor. Dieser Ratgeber zeigt, wie Sie Messfrequenz, Grundgenauigkeit und Testpegel richtig wählen und warum Kelvin-Messung und das passende Ersatzschaltbild über verlässliche Ergebnisse entscheiden.

5 Min.Stand: 2026-07Geprüft: Fachredaktion
LCR-Meter ansehen
100 Hz-1 MHz
typischer Frequenzbereich
0,05-0,1 %
Grundgenauigkeit
0,1-1 V
einstellbarer Testpegel
4 Klemmen
Kelvin-Messung
Inhalt
  1. Grundlagen und Prinzip
  2. Frequenz und Genauigkeit
  3. Messpraxis und Fehler
  4. Häufige Fragen

Was misst ein LCR-Meter und wie?

Ein LCR-Meter legt eine sinusförmige Wechselspannung mit definierter Frequenz an das Bauteil an und wertet Strom und Phasenlage aus. Daraus berechnet es die komplexe Impedanz Z und trennt sie in die gesuchten Grössen Induktivität L, Kapazität C und Widerstand R sowie den Verlustfaktor D oder die Güte Q.

Weil viele Bauteile frequenzabhängig sind, gilt ein gemessener Wert immer nur für die eingestellte Prüffrequenz. Ein Elektrolytkondensator zeigt bei 120 Hz eine andere Kapazität als bei 100 kHz, eine Spule eine andere Induktivität nahe ihrer Eigenresonanz.

Impedanz ist eine komplexe Grösse: Das Gerät zerlegt sie je nach gewähltem Ersatzschaltbild in Reihen- oder Parallelanteil. Falsches Modell führt zu scheinbar falschen Werten, obwohl das Bauteil in Ordnung ist.
  • R - ohmscher Widerstand, weitgehend frequenzunabhängig.
  • L - Induktivität von Spulen, Drosseln und Übertragern.
  • C - Kapazität von Folien-, Keramik- und Elektrolytkondensatoren.
  • D und Q - Verlustfaktor und Güte als Qualitätskennwerte.
  • ESR - Ersatzserienwiderstand, wichtig bei Elkos und Sieb-Kondensatoren.

Nach welchen Kriterien wählt man ein LCR-Meter?

Die drei entscheidenden Kriterien sind Messfrequenz, Grundgenauigkeit und Testpegel. Die Prüffrequenz sollte möglichst nah an der späteren Betriebsfrequenz des Bauteils liegen, damit der gemessene Wert praxisrelevant ist.

Achten Sie darauf, dass die angegebene Grundgenauigkeit nur in einem bestimmten Impedanz- und Frequenzfenster gilt. An den Bereichsgrenzen, etwa bei sehr kleinen Widerständen oder sehr kleinen Kapazitäten, steigt die Messunsicherheit deutlich an.

Ein einstellbarer Testpegel ist Pflicht bei spannungsabhängigen Bauteilen: Keramikkondensatoren der Klasse 2 (X7R, Y5V) verlieren unter höherer Signalspannung Kapazität. Messen Sie mit dem Pegel, der der Anwendung entspricht.
Kalibrierung und Rückführung

Warum regelmässige Kalibrierung die Messwerte gerichtsfest macht.

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Wie misst man richtig und vermeidet Fehler?

Die grössten Fehlerquellen sind Zuleitungswiderstände, Streukapazitäten und ein nicht durchgeführter Nullabgleich. Bei kleinen Widerständen und Induktivitäten dominiert der Leitungswiderstand, wenn nur zwei Leitungen verwendet werden.

  • Vor jeder Messreihe Open- und Short-Kompensation (Leerlauf und Kurzschluss) durchführen.
  • 4-Leiter-Kelvin-Anschluss nutzen, sobald Werte unter 100 Ω oder unter 1 µH gemessen werden.
  • Bauteil vollständig entladen, bevor ein Kondensator angeschlossen wird.
  • Ersatzschaltbild passend wählen: Reihenmodell für kleine Impedanzen, Parallelmodell für grosse.
  • Zuleitungen kurz halten und nicht während der Messung bewegen.
Faustregel zum Ersatzschaltbild: kleine Kapazitäten und grosse Widerstände parallel rechnen, grosse Kapazitäten und kleine Widerstände in Reihe. Bei Induktivitäten gilt es umgekehrt zur Impedanzhöhe.

Für dokumentierte Prüfungen ist eine rückführbare Kalibrierung nach ISO/IEC 17025 sinnvoll. Sie stellt sicher, dass die vom Hersteller angegebene Grundgenauigkeit über die Zeit erhalten bleibt und Messwerte reproduzierbar sind.

Häufige Fragen

Welche Messfrequenz brauche ich für Elektrolytkondensatoren?

Elkos werden üblicherweise bei 100 oder 120 Hz für die Kapazität und bei 100 kHz für den ESR geprüft. Wählen Sie ein Gerät, das beide Frequenzen bietet.

Wozu dient der Nullabgleich?

Die Open- und Short-Kompensation rechnet die Fehler von Zuleitungen und Prüfadaptern heraus. Ohne diesen Abgleich sind kleine Werte deutlich verfälscht.

Reihen- oder Parallel-Ersatzschaltbild?

Für kleine Impedanzen (grosse C, kleine R) das Reihenmodell, für grosse Impedanzen (kleine C, grosse R) das Parallelmodell. Das falsche Modell liefert scheinbar falsche Werte.

Warum ist ein einstellbarer Testpegel wichtig?

Keramikkondensatoren der Klasse 2 ändern ihre Kapazität mit der Signalspannung. Nur mit anwendungsnahem Testpegel erhalten Sie realistische Werte.

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