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DIN EN 1869

Löschdecke nach DIN EN 1869 - wann hilft sie wirklich?

Die Löschdecke erstickt kleine Entstehungsbrände, indem sie den Sauerstoff abschneidet. Dieser Ratgeber erklärt die Prüfnorm DIN EN 1869, die richtige Größe, die Platzierung im Betrieb sowie die klare Abgrenzung zum Feuerlöscher - besonders bei Fettbränden und Personenbränden.

5 Min.Stand: 2026-07Geprüft: Fachredaktion
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EN 1869
gültige Prüfnorm
1,2 x 1,8 m
gängige Betriebsgröße
bis ~500 °C
kurzzeitige Hitzefestigkeit
Einweg
nach Einsatz entsorgen
Inhalt
  1. Norm und Aufbau
  2. Richtiger Einsatz
  3. Größe und Standort
  4. Prüfung und Pflege
  5. Häufige Fragen

Was fordert die DIN EN 1869 von einer Löschdecke?

Die DIN EN 1869 ist die europäische Prüfnorm für Löschdecken zum Ersticken kleiner Entstehungsbrände. Sie prüft, ob die Decke einen definierten Fettbrand und einen Kleiderbrand sicher löscht, ohne durchzubrennen oder zu verkleben. Eine normkonforme Löschdecke trägt die Kennzeichnung EN 1869 direkt auf dem Behälter.

Geprüft werden zwei Szenarien: ein Speiseöl-Brand in einer Fritteuse und ein Textilbrand. Die Decke muss beide Brände abdecken und über eine vorgegebene Zeit halten, ohne dass die Flamme durchschlägt. Material ist meist gewebtes Glasfasergewebe, das kurzzeitig hohen Temperaturen standhält.

Achten Sie auf die Aufschrift EN 1869 und ein Herstelldatum. Decken ohne diese Kennzeichnung sind reine Dekorations- oder Schweißschutzware und für den Brandschutz nicht geeignet.

Fettbrand oder Personenbrand - wie setzt man sie ein?

Die Löschdecke wirkt durch Sauerstoffentzug: Sie deckt den Brandherd luftdicht ab und erstickt die Flamme. Beim Fettbrand ist sie ideal, weil hier Wasser oder ein falscher Löscher eine gefährliche Fettexplosion (Verpuffung) auslösen würde. Ziehen Sie die Decke von vorne über den Topf, statt sie zu werfen, und schützen Sie dabei Hände und Unterarme.

Bei einem Personenbrand gilt Vorsicht: Moderne Empfehlungen bevorzugen zum Löschen brennender Kleidung Wasser oder einen Feuerlöscher. Eine Löschdecke kann die Hitze am Körper stauen und bei Kunstfasern anhaften. Setzen Sie sie nur ein, wenn kein Wasser verfügbar ist, und wickeln Sie von oben nach unten.
  • Ruhe bewahren, Hände hinter dem oberen Rand der Decke schützen.
  • Decke von vorne über den Brandherd ziehen, nicht werfen.
  • Wärmequelle abschalten (Herdplatte, Fritteuse) sofern gefahrlos möglich.
  • Decke liegen lassen, bis der Brandherd vollständig abgekühlt ist.
  • Fettbrand: niemals mit Wasser löschen - Explosionsgefahr.
  • Nach dem Einsatz die Decke entsorgen und ersetzen.
Löschdecken sind Einwegprodukte: Nach einem Einsatz verliert das Gewebe seine Schutzwirkung und muss ersetzt werden, auch wenn es unbeschädigt aussieht.

Welche Größe und Platzierung ist im Betrieb richtig?

Die Größe richtet sich nach dem Risiko. Für Teeküchen und kleine Fettbrände genügt oft 1,0 x 1,0 m, für Werkstätten und Kantinen sind 1,2 x 1,8 m gängig. Die Decke gehört in eine schnell greifbare Wandhalterung mit Ziehlaschen, gut sichtbar und nicht hinter dem potenziellen Brandherd.

  • Wandhalterung in Fluchtrichtung, nicht direkt über dem Herd.
  • Ziehlaschen müssen frei nach unten hängen.
  • Standort in der Gefährdungsbeurteilung dokumentieren.
  • Personal einmal jährlich in die Handhabung einweisen.
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Wie werden Löschdecken geprüft und gepflegt?

Löschdecken nach EN 1869 sind wartungsarm, aber nicht wartungsfrei. Im Rahmen der betrieblichen Brandschutzkontrolle wird geprüft, ob Behälter, Halterung und Ziehlaschen unbeschädigt und frei zugänglich sind. Eine sichtbar beschädigte, feuchte oder abgelaufene Decke wird ausgetauscht.

Kontrollieren Sie regelmäßig das Herstelldatum. Viele Hersteller empfehlen einen Austausch spätestens nach der angegebenen Lebensdauer, auch wenn die Decke nie benutzt wurde.
  • Sichtprüfung: Gehäuse, Ziehlaschen und Halterung intakt.
  • Standort frei zugänglich und beschriftet.
  • Nach jedem Einsatz sofort ersetzen (Einweg).
  • Prüfung in der Dokumentation zum Brandschutz vermerken.

Häufige Fragen

Ersetzt eine Löschdecke den Feuerlöscher?

Nein. Die Löschdecke ist für kleine Entstehungsbrände wie Fettbrände gedacht. Für größere oder ausgedehnte Brände bleibt der geprüfte Feuerlöscher die erste Wahl. Beide ergänzen sich.

Darf ich einen Fettbrand mit Wasser löschen?

Nein, auf keinen Fall. Wasser verdampft schlagartig im heißen Fett und schleudert brennendes Öl weit umher (Fettexplosion). Eine Löschdecke oder ein Fettbrandlöscher der Klasse F ist richtig.

Kann ich eine Löschdecke nach dem Einsatz wiederverwenden?

Nein. Löschdecken nach EN 1869 sind Einwegprodukte. Nach einem Brand verliert das Gewebe seine Schutzwirkung und die Decke muss ersetzt werden.

Ist eine Löschdecke für Personenbrände geeignet?

Nur als Notlösung. Wasser oder ein Feuerlöscher ist bei brennender Kleidung meist besser, weil eine Decke die Hitze stauen und an Kunstfasern haften kann.

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