Wie wählt man Lötzinn nach Legierung, Durchmesser und Flussmittel?
Die Wahl des Lötzinns entscheidet über Verarbeitung, Schmelzpunkt und Verbindungsqualität. Drei Kriterien zählen: die Legierung (bleifrei SAC oder eingeschränkt bleihaltig SnPb), der Draht-Durchmesser passend zur Lötstelle und die Flussmittelseele. Dieser Ratgeber ordnet die Optionen praxisnah ein.
Löttechnik entdeckenBleifrei oder bleihaltig - welche Legierung passt?
Für neue Elektronikfertigung ist bleifreies Lötzinn Standard, meist SAC (Zinn-Silber-Kupfer, z. B. SnAgCu). Bleihaltiges Sn63Pb37 schmilzt niedriger und fließt leichter, ist aber durch RoHS auf Ausnahmen wie Reparatur und definierte Industriebereiche beschränkt. Die Legierung bestimmt Schmelzpunkt und Verarbeitung.
Welcher Draht-Durchmesser passt zur Lötstelle?
Der Durchmesser richtet sich nach der Größe der Lötstelle. Dünner Draht dosiert präzise für SMD und Feinpitch, dickerer Draht liefert schnell Volumen für große Pads und Kabel. Als Faustregel entspricht der Durchmesser etwa der Breite der zu benetzenden Fläche.
- Dünner Draht: mehr Kontrolle, weniger Zinn pro Zuführung
- Dickerer Draht: schnelleres Arbeiten an großen Verbindungen
- Ein Durchmesser deckt selten alles ab - zwei Rollen sind praktisch
Welche Flussmittelseele wählen?
Die Flussmittelseele im Draht entfernt Oxide und verbessert die Benetzung. Drei Typen dominieren: Kolophonium (Rosin) für klassische Elektronik, No-Clean für rückstandsarmes Arbeiten ohne Reinigung und wasserlöslich für Anwendungen mit anschließender Reinigung. Die Wahl hängt vom Reinigungskonzept ab.
Bewährt, gute Benetzung; Rückstände meist mild, oft Reinigung empfohlen.
Mehr erfahrenHäufige Fragen
Ist bleifreies Lötzinn schlechter zu verarbeiten?
Nein, es benötigt nur eine höhere Temperatur und ergibt mattere Lötstellen. Mit passender Löttemperatur und geeignetem Flussmittel sind zuverlässige Verbindungen problemlos möglich.
Welcher Durchmesser ist universell?
0,7 bis 0,8 mm deckt die meisten THT- und Standardarbeiten ab. Für SMD ergänzen Sie 0,3 bis 0,5 mm, für große Lötstellen 1,0 mm oder mehr.
Muss ich No-Clean-Rückstände entfernen?
In der Regel nicht, da die Rückstände nicht korrosiv sind. Bei hohen optischen oder elektrischen Anforderungen kann eine Reinigung dennoch sinnvoll sein.
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