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EN 1822

Luftreiniger nach HEPA-Klasse und CADR richtig wählen

Ein Luftreiniger schützt Elektronik- und Reinraumarbeitsplätze vor Partikeln, Lötrauch und Aerosolen. Dieser Ratgeber erklärt die HEPA-Filterklassen H13 und H14 nach EN 1822, die Auslegung über CADR und Luftwechselrate sowie die richtige Dimensionierung für Ihren Raum.

5 Min.Stand: 2026-07Geprüft: Fachredaktion
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H13/H14
HEPA-Klasse nach EN 1822
99,995 %
Abscheidung H14 bei MPPS
CADR
Luftreinigungsleistung m³/h
5-10x
Luftwechsel pro Stunde
Inhalt
  1. HEPA-Klassen
  2. CADR und Luftwechsel
  3. Auswahl und Betrieb
  4. Häufige Fragen

Was bedeuten die HEPA-Klassen H13 und H14?

HEPA-Filter (High Efficiency Particulate Air) werden in der EN 1822 nach ihrem Abscheidegrad klassifiziert. Massgeblich ist der Wirkungsgrad bei der am schwersten abzuscheidenden Partikelgrösse (MPPS), die typisch bei 0,1 bis 0,3 µm liegt. Klasse H13 scheidet mindestens 99,95 %, Klasse H14 mindestens 99,995 % dieser Partikel ab.

Für Elektronikarbeitsplätze mit Lötrauch reicht meist H13, weil Rauchpartikel und Aerosole zuverlässig zurückgehalten werden. Reinraumnahe Anwendungen und die Bestückung empfindlicher Baugruppen verlangen oft H14, um die Partikelkonzentration nach ISO 14644 einzuhalten.

Achten Sie auf die Bezeichnung echter HEPA nach EN 1822. Begriffe wie HEPA-Type oder HEPA-like sind nicht genormt und garantieren keinen geprüften Abscheidegrad.

Wie dimensioniert man über CADR und Luftwechselrate?

Der CADR-Wert (Clean Air Delivery Rate) gibt an, wie viel gereinigte Luft ein Gerät pro Stunde liefert, angegeben in m³/h. Für die Auslegung multiplizieren Sie das Raumvolumen mit der gewünschten Luftwechselrate. An Elektronikarbeitsplätzen sind 5 bis 10 Luftwechsel pro Stunde üblich, in reinraumnahen Zonen deutlich mehr.

Ein Beispiel: Ein Raum mit 30 m² und 3 m Höhe hat 90 m³ Volumen. Bei 8 Luftwechseln pro Stunde benötigen Sie einen CADR von rund 720 m³/h. Wählen Sie das Gerät mit Reserve, denn der reale Durchsatz sinkt mit zunehmender Filterbeladung und in der leisen Nachtstufe.

  • Raumvolumen ermitteln: Länge x Breite x Höhe in m³.
  • Luftwechselrate festlegen: 5‑10x für Elektronik, höher für Reinraum.
  • Benötigter CADR = Volumen x Luftwechselrate.
  • 20‑30 % Reserve einplanen für Filterbeladung und Betriebsgeräusch.
  • Bei Punktabsaugung am Lötplatz zusätzlich lokale Lötrauchabsaugung vorsehen.
Für sensible ISO-Reinraumklassen richtet sich der Luftwechsel nach ISO 14644‑4. Dort sind je nach Klasse mehrere Dutzend bis über hundert Luftwechsel pro Stunde nötig, ein einzelner Raumluftreiniger genügt dann nicht.

Worauf achten bei Auswahl und Betrieb?

Neben Filterklasse und CADR entscheiden Vorfilter, Schallpegel und Wartung über den praktischen Nutzen. Ein mehrstufiger Aufbau aus Vorfilter, Aktivkohle und HEPA verlängert die Standzeit des teuren HEPA-Elements und bindet zusätzlich Gerüche und Lösemitteldämpfe aus dem Lötprozess.

  • Vorfilter regelmässig reinigen oder tauschen, sonst sinkt der Durchsatz.
  • Aktivkohlestufe für Lötdämpfe und Lösemittelgerüche einplanen.
  • Filterwechsel dokumentieren und Beladungsanzeige beachten.
  • Gerät frei aufstellen, Ansaug und Ausblas nicht verdecken.
Lötrauchabsaugung

Punktabsaugung direkt an der Lötstelle ergänzt die Raumluftreinigung.

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Häufige Fragen

Reicht H13 oder brauche ich H14?

Für Lötrauch und allgemeine Elektronikmontage genügt in der Regel H13 mit 99,95 % Abscheidung. H14 mit 99,995 % ist sinnvoll, wenn Sie reinraumnahe Bedingungen oder eine definierte ISO-Klasse einhalten müssen.

Wie berechne ich den nötigen CADR?

Multiplizieren Sie das Raumvolumen in m³ mit der gewünschten Luftwechselrate. Für 90 m³ und 8 Luftwechsel pro Stunde ergibt das rund 720 m³/h. Planen Sie 20‑30 % Reserve für Filterbeladung ein.

Was ist der Unterschied zwischen HEPA und ULPA?

HEPA reicht bis Klasse H14 mit 99,995 % Abscheidung. ULPA-Filter der Klassen U15 bis U17 nach EN 1822 erreichen bis 99,999995 % und kommen im Hochreinraum zum Einsatz.

Wie oft muss der HEPA-Filter gewechselt werden?

Je nach Belastung und Betriebsstunden meist alle 12 bis 24 Monate. Ein Vorfilter und eine Beladungsanzeige verlängern die Standzeit und zeigen den optimalen Wechselzeitpunkt an.

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H13 und H14 klassifiziert nach EN 1822.

Richtig dimensioniert

Auslegung nach CADR und Luftwechselrate.

Mehrstufige Filterung

Vorfilter, Aktivkohle und HEPA kombiniert.

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