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DIN VDE 0100-600

Schleifenimpedanz messen - wie weist man die Abschaltung nach?

Die Messung der Schleifenimpedanz Zs weist nach, dass die Schutzeinrichtung im Fehlerfall rechtzeitig abschaltet. Dieser Ratgeber erklärt Messprinzip, Kurzschlussstrom, die Abschaltbedingung nach DIN VDE 0100-410/-600 und die Auswahl des passenden Messgeräts.

5 Min.Stand: 2026-07Geprüft: Fachredaktion
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Zs
Fehlerschleifenimpedanz
0,4 s
Abschaltzeit TN 230 V
Zs ≤ U0/Ia
Abschaltbedingung
0100-600
geprüfte Norm
Inhalt
  1. Grundlagen und Zweck
  2. Abschaltbedingung
  3. Messung und Praxis
  4. Häufige Fragen

Was ist die Schleifenimpedanz und warum wird sie gemessen?

Die Fehlerschleifenimpedanz Zs ist der gesamte Widerstand der Schleife, die ein Fehlerstrom bei einem Körperschluss durchläuft: von der Spannungsquelle über den Außenleiter zur Fehlerstelle und über den Schutzleiter zurück. Aus Zs und der Nennspannung U0 ergibt sich der zu erwartende Kurzschlussstrom Ik, der die Schutzeinrichtung auslösen muss.

Je kleiner Zs, desto größer der Fehlerstrom und desto schneller schaltet Sicherung oder Leitungsschutzschalter ab. Die Messung nach DIN VDE 0100‑600 ist Teil der Erstprüfung und der wiederkehrenden Prüfung und belegt, dass der Schutz durch automatische Abschaltung nach DIN VDE 0100‑410 tatsächlich funktioniert.

Ik wird nicht direkt gemessen, sondern aus der gemessenen Schleifenimpedanz berechnet: Ik = U0 / Zs. Bei 230 V und Zs = 1 Ω ergibt sich rund 230 A Kurzschlussstrom.
Installationstester

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Wie weist man die Abschaltbedingung nach?

Der Nachweis gelingt über die Bedingung Zs x Ia ≤ U0. Dabei ist Ia der Strom, der die Schutzeinrichtung innerhalb der geforderten Abschaltzeit auslöst. Die gemessene Schleifenimpedanz muss also kleiner sein als U0 / Ia.

Im TN-System gelten für Endstromkreise bis 32 A maximal 0,4 s Abschaltzeit bei 230 V, für Verteilerstromkreise und größere Kreise 5 s. Den Auslösestrom Ia entnehmen Sie der Auslösekennlinie: bei einem LS-Schalter Typ B liegt das schnelle magnetische Auslösen beim 5-fachen, bei Typ C beim 10-fachen Nennstrom.

Beispiel B16: Ia = 80 A, U0 = 230 V. Zulässig ist Zs ≤ 230 / 80 = 2,87 Ω. Praktisch rechnet man mit einem Sicherheitsfaktor (0,8 x U0) oder korrigiert auf Betriebstemperatur, sodass rund 1,4 bis 1,8 Ω als Zielwert dienen.
  • Zs am entferntesten Punkt des Stromkreises messen - dort ist die Impedanz am größten.
  • Gemessenen Wert mit dem Grenzwert der Auslösekennlinie vergleichen.
  • Temperaturkorrektur beachten: warme Leiter haben höheren Widerstand.
  • Bei RCD-geschützten Kreisen die Schleifenmessung ohne Auslösen (Verfahren mit kleinem Prüfstrom) nutzen.

Wie wird richtig gemessen und dokumentiert?

Gemessen wird mit einem Installationstester im spannungsführenden Zustand: Das Gerät belastet die Schleife kurz mit einem definierten Prüfstrom und errechnet aus dem Spannungsfall die Impedanz. Wichtig ist ein sicherer Kontakt an L, N und PE der geprüften Steckdose oder Klemme.

In Stromkreisen mit RCD verhindert ein spezielles Messverfahren mit sehr kleinem oder gepulstem Prüfstrom das ungewollte Auslösen des Fehlerstromschutzschalters. Moderne Geräte messen die Schleife dann trotzdem hochauflösend und geben Zs sowie den berechneten Ik direkt aus.

Unterscheiden Sie Zs (gesamte Fehlerschleife L-PE inklusive Netzvorimpedanz) von ZI beziehungsweise Z L-N (Netzinnenimpedanz L-N). Für den Abschaltnachweis am Schutzleiter zählt Zs der Schleife L-PE.
  • Vor der Messung Spannung und Drehfeld prüfen und die Anlage sichten.
  • Am entferntesten Punkt messen und Messwert dem Stromkreis zuordnen.
  • Zs, Ik, Auslösetyp und Grenzwert im Prüfprotokoll dokumentieren.
  • Messgerät kalibriert halten und regelmäßig prüfen lassen.

Häufige Fragen

Was bedeutet die Bedingung Zs x Ia ≤ U0?

Sie stellt sicher, dass der bei einem Fehler fließende Strom groß genug ist, um die Schutzeinrichtung innerhalb der zulässigen Zeit auszulösen. Zs ist die gemessene Schleifenimpedanz, Ia der Auslösestrom und U0 die Nennspannung Leiter-Erde (230 V).

Welche Abschaltzeit gilt im TN-System?

Für Endstromkreise bis 32 A bei 230 V maximal 0,4 s, für Verteiler- und größere Stromkreise 5 s. Diese Grenzen stammen aus DIN VDE 0100‑410.

Wie messe ich, ohne den RCD auszulösen?

Moderne Installationstester bieten ein Messverfahren mit sehr kleinem oder gepulstem Prüfstrom, das die Schleife bewertet, ohne den Fehlerstromschutzschalter auszulösen.

Warum am entferntesten Punkt messen?

Dort ist die Leitung am längsten und die Schleifenimpedanz am höchsten. Hält der ungünstigste Punkt die Abschaltbedingung ein, gilt sie für den gesamten Stromkreis.

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