Erholzeit-Messung im Reinraum - wie läuft der Recovery-Test?
Die Erholzeit-Messung (Recovery-Test) zeigt, wie schnell ein Reinraum nach einer Partikelstörung wieder seinen Sauberkeitszustand erreicht. Dieser Ratgeber erklärt das Verfahren nach ISO 14644-3, das 100:1-Kriterium und wie sich daraus die Luftwechselrate bewerten lässt.
Reinraum-Messtechnik ansehenWas ist die Erholzeit und warum wird sie gemessen?
Die Erholzeit (recovery time) ist die Zeitspanne, die ein Reinraum benötigt, um nach einer definierten Partikelbelastung wieder auf ein Zielniveau der Reinheit zurückzukehren. Sie ist ein Mass für die Wirksamkeit der Verdünnung durch gefilterte Zuluft und damit ein indirekter Nachweis der Luftwechselrate.
Der Test nach ISO 14644‑3 ist besonders für turbulent belüftete Räume (Non-Unidirectional Flow) relevant. In laminaren Bereichen mit Verdrängungsströmung wird stattdessen meist die Strömungsvisualisierung bevorzugt, da dort keine klassische Durchmischung stattfindet.
Wie wird der Recovery-Test durchgeführt?
Zunächst wird der Raum künstlich mit Partikeln belastet, bis die Konzentration etwa das 100-fache des Zielwerts erreicht. Anschliessend wird die Lüftung im Normalbetrieb belassen und der Partikelabfall über die Zeit mit einem Partikelzähler aufgezeichnet.
- Aerosolquelle einbringen (z. B. DEHS oder PAO) und Konzentration auf mindestens das 100-fache des Zielwerts anheben.
- Aerosolerzeugung stoppen und gleichzeitig die Zeitmessung starten.
- Partikelkonzentration in festen Intervallen aufzeichnen, bis der Zielwert wieder erreicht ist.
- Messpunkt möglichst an einer repräsentativen, ungünstigen Stelle des Raums wählen.
- Erholzeit als Zeit vom Start bis zum Erreichen des 1/100-Werts ablesen.
Wie hängt die Erholzeit mit der Luftwechselrate zusammen?
Die Erholzeit folgt näherungsweise einem exponentiellen Abfall. Aus der gemessenen Zeit und dem Konzentrationsverhältnis lässt sich die effektive Luftwechselrate abschätzen: Für einen Abfall auf 1/100 sind rechnerisch rund 4,6 Luftwechsel nötig (ln 100 ≈ 4,6).
Beispiel: Beträgt die gemessene Erholzeit 10 Minuten, entspricht das etwa 4,6 Luftwechseln in 10 Minuten, also rund 28 Luftwechseln pro Stunde. Turbulent belüftete Reinräume erreichen typischerweise 20 bis 60 Luftwechsel pro Stunde, abhängig von der geforderten ISO-Klasse.
- Kurze Erholzeit = hohe Luftwechselrate und gute Durchmischung.
- Steigende Erholzeit im Wiederholungstest = Wartungsbedarf an Filter oder Ventilator.
- Ergebnisse immer mit Datum, Messpunkt und Betriebszustand dokumentieren.
Häufige Fragen
Was bedeutet das 100:1-Kriterium?
Der Raum wird auf das 100-fache des Zielwerts belastet, und gemessen wird die Zeit bis zum Rückgang auf ein Hundertstel dieses Maximums, also den ursprünglichen Zielwert. Das ist ein klar messbarer Abfall über zwei Grössenordnungen.
Für welche Reinräume ist der Recovery-Test geeignet?
Vor allem für turbulent belüftete Räume mit nicht-unidirektionaler Strömung. In laminaren Verdrängungsströmungen wird stattdessen meist die Strömungsvisualisierung nach ISO 14644‑3 verwendet.
Welche Erholzeit gilt als gut?
Ein Wert unter 15 bis 25 Minuten gilt als üblich und gut. Entscheidend ist der Vergleich zur Erstqualifizierung: Eine deutlich längere Zeit weist auf Filter- oder Lüftungsprobleme hin.
Kann man aus der Erholzeit die Luftwechselrate berechnen?
Näherungsweise ja. Für den Abfall auf 1/100 werden rund 4,6 Luftwechsel benötigt; aus der gemessenen Zeit lässt sich so die effektive Rate pro Stunde abschätzen.
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Wir liefern Partikelzähler, Aerosolgeneratoren und Zubehör für die Erholzeit-Messung nach ISO 14644-3.
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