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IEST-RP-CC003

Reinraumkleidung waschen und aufbereiten - worauf achten?

Reinraumkleidung ist Schutzausrüstung mit begrenzter Lebensdauer. Dieser Ratgeber erklärt die kontrollierte Aufbereitung: validiertes Waschen und Sterilisieren, die Grenzen der Waschzyklen, die Qualifizierung des Dienstleisters sowie die Partikelfreisetzungsprüfung nach IEST-RP-CC003.

5 Min.Stand: 2026-07Geprüft: Reinraum-Spezialisten
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IEST-RP-CC003
Prüfung Partikelfreisetzung
121-134 °C
Dampfsterilisation Autoklav
50-75
typische Zyklengrenze
< 0,1 µm
DI-Wasser Endspülung
Inhalt
  1. Grundlagen der Aufbereitung
  2. Waschen und Sterilisieren
  3. Zyklusgrenzen und Prüfung
  4. Dienstleister-Qualifizierung
  5. Häufige Fragen

Warum muss Reinraumkleidung kontrolliert aufbereitet werden?

Reinraumkleidung hält Partikel und Keime, die der Mensch abgibt, von der kritischen Umgebung fern. Damit sie das leistet, muss sie in einer qualifizierten Reinraumwäscherei aufbereitet werden, nicht in einer normalen Textilreinigung. Haushaltswaschmaschinen oder Standardwaschsalons kontaminieren das Gewebe mit Fremdpartikeln und zerstören die filtrierende Gewebestruktur.

Die Aufbereitung folgt einem validierten Prozess: Waschen mit partikelarmem Wasser, Endspülung mit deionisiertem Wasser, kontrolliertes Trocknen im Reinraum, Sichtprüfung, gegebenenfalls Sterilisation und partikelfreie Verpackung. Jeder Schritt läuft unter definierten und dokumentierten Bedingungen ab.

Die Endspülung mit deionisiertem Wasser (DI-Wasser) entfernt gelöste Salze und Reinigerreste, die sonst beim Trocknen als Partikel zurückbleiben und im Reinraum freigesetzt würden.
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Wie werden Reinraumkleidung gewaschen und sterilisiert?

Gewaschen wird mit tensidarmen, partikelfreien Reinigern in Wasser definierter Reinheit. Für sterile Anwendungen (Pharma, Aseptik der Klassen A/B nach EU-GMP) folgt eine Sterilisation, meist per Dampf im Autoklav bei 121 bis 134 °C oder über Gammabestrahlung.

Dampfsterilisation belastet das Gewebe stärker als Gammabestrahlung. Wird häufig autoklaviert, sinkt die erreichbare Zyklenzahl, weil Hitze und Feuchte die Fasern und die leitfähigen Karbonfäden schneller altern lassen.
  • Trennung von steriler und nicht-steriler Ware im gesamten Prozess.
  • Trocknen und Falten im Reinraum, nicht in der Umgebungsluft.
  • Karbonfäden für die Ableitfähigkeit schonend behandeln, keine aggressiven Bleichmittel.

Wie viele Aufbereitungszyklen hält Reinraumkleidung aus?

Jedes Kleidungsstück verträgt nur eine begrenzte Zahl von Wasch- und Sterilisationszyklen. Typisch sind 50 bis 75 Zyklen, bei rein gewaschener (nicht sterilisierter) Ware oft mehr, bei häufiger Dampfsterilisation deutlich weniger. Die Grenze legt der Hersteller in Kombination mit der Prüfung durch den Dienstleister fest.

Kontrolliert wird die Zykluszahl über einen dauerhaften Barcode oder RFID-Chip im Kleidungsstück, der bei jeder Aufbereitung hochgezählt wird. Erreicht ein Anzug die festgelegte Grenze oder fällt er bei der Prüfung durch, wird er ausgesteuert und ersetzt.

Die entscheidende Prüfung ist die Partikelfreisetzung nach IEST-RP-CC003 (Helmke-Drum-Test oder Body-Box). Sie misst, wie viele Partikel das gealterte Gewebe unter Bewegung abgibt, und belegt objektiv, ob der Anzug seine Filterwirkung noch erfüllt.
  • Helmke-Drum-Test: rotierende Trommel simuliert Bewegung, Partikelzähler erfasst die Emission.
  • Sichtprüfung auf Risse, offene Nähte, defekte Reissverschlüsse und Bündchen.
  • Dokumentation jedes Zyklus mit Chargen- und Stückverfolgung.
  • Aussteuern und Ersatz, sobald Grenzwert oder Zyklenzahl überschritten ist.

Woran erkennt man einen qualifizierten Dienstleister?

Die Aufbereitung ist ein ausgelagerter GMP-relevanter Prozess. Der Dienstleister muss qualifiziert und regelmässig auditiert werden. Grundlage sind ein validierter Waschprozess, ein zertifizierter Reinraum in der geforderten Klasse (ISO 14644‑1) und eine lückenlose Rückverfolgbarkeit jedes Kleidungsstücks.

Fordern Sie ein Vor-Ort-Audit und die Einsicht in Validierungs- und Prüfprotokolle. Ein seriöser Anbieter dokumentiert Wasserqualität, Reinigermengen, Sterilisationschargen und Partikelmesswerte pro Charge.
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Häufige Fragen

Kann man Reinraumkleidung selbst waschen?

Nein. Haushalts- oder Standardwäschereien tragen Fremdpartikel ein und zerstören die filtrierende Gewebestruktur. Die Aufbereitung gehört in eine qualifizierte Reinraumwäscherei mit validiertem Prozess.

Wie viele Zyklen hält ein Reinraumanzug?

Typisch 50 bis 75 Zyklen, abhängig von Gewebe und Sterilisationsart. Häufiges Autoklavieren senkt die Zahl. Die genaue Grenze legen Hersteller und Prüfung fest und werden je Stück per Barcode oder RFID gezählt.

Was prüft der Test nach IEST-RP-CC003?

Er misst die Partikelfreisetzung des Gewebes unter Bewegung, meist im Helmke-Drum-Test. So lässt sich objektiv belegen, ob ein gealterter Anzug seine Filterwirkung noch erfüllt oder ausgesteuert werden muss.

Waschen, Gamma oder Dampf - was ist besser?

Reines Waschen schont das Gewebe am meisten. Gammabestrahlung sterilisiert schonender als Dampf, ist aber ein externer Prozess. Dampf im Autoklav ist verbreitet, altert die Fasern aber schneller und verringert die Zyklenzahl.

Reinraumkleidung und Aufbereitung im Griff?

Wir liefern Reinraumkleidung mit definierter Klassifizierung und beraten zur validierten Aufbereitung nach IEST-RP-CC003.

Partikelgeprüft

Aufbereitung nach IEST-RP-CC003 belegbar.

Validierter Prozess

Waschen und Sterilisieren dokumentiert.

Rückverfolgbar

Zyklenkontrolle per Barcode oder RFID.

Fachberatung

Reinraum-Spezialisten unterstützen bei der Auswahl.

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