Zurück
DIN EN ISO 14644

Reinraumkleidung lagern und ausgeben - wie richtig?

Reinraumkleidung ist nur so wirksam wie ihre Lagerung und Ausgabe. Dieser Ratgeber zeigt, wie Sie mit Hängesystemen, Spendern und einer klaren Trennung von sauber und gebraucht ein funktionierendes Bekleidungs-Management nach DIN EN ISO 14644 aufbauen.

5 Min.Stand: 2026-07Geprüft: Reinraum-Spezialisten
Reinraumtechnik ansehen
2 Zonen
sauber und gebraucht getrennt
ISO 14644
geprüfte Normreihe
5-7 Tage
typischer Tragezyklus je Set
10-25 Zyklen
Waschungen je Reinraumanzug
Inhalt
  1. Saubere Zonierung
  2. Hängen und Spenden
  3. Ausgabe und Zyklus
  4. Häufige Fragen

Warum ist die Trennung von sauber und gebraucht so wichtig?

Reinraumkleidung schützt das Produkt nur dann, wenn saubere und getragene Bekleidung räumlich getrennt bleiben. Die frisch aufbereitete Ware wird partikelarm gelagert und ausgegeben, während gebrauchte Overalls, Hauben und Überschuhe über einen separaten Rückgabeweg das System verlassen. So verhindern Sie eine Rekontamination beim An- und Auskleiden.

In der Personalschleuse gilt das Schwarz-Weiss-Prinzip: Eine unreine Seite (schwarz) und eine reine Seite (weiss) werden durch eine Sitzbarriere oder Bodenmarkierung getrennt. Saubere Kleidung liegt ausschliesslich auf der weissen Seite bereit, die Rückgabe erfolgt auf der schwarzen Seite.

Die DIN EN ISO 14644‑5 verlangt getrennte Lager- und Rückgabebereiche sowie definierte Wege, damit sich reine und unreine Materialflüsse nie kreuzen.
  • Weisse Seite: nur saubere, verpackte oder hängende Reinraumkleidung.
  • Schwarze Seite: Rückgabe getragener Teile in geschlossene Sammelbehälter.
  • Klare Bodenmarkierung und Sitzbarriere als physische Grenze.
  • Kurze, kreuzungsfreie Wege zwischen Ausgabe und Umkleidepunkt.
Reinraumtechnik

So planen Sie Schleuse, Zonierung und Bekleidungskonzept vollständig.

Zum Ratgeber

Hängesystem oder Spender - was passt wann?

Wiederverwendbare Overalls werden hängend gelagert, damit sie sich nicht knittern und Partikel abfliessen können. Einwegartikel wie Hauben, Masken, Überschuhe und Handschuhe kommen aus geschlossenen Spendern, die die Teile staubgeschützt und einzeln entnehmbar bereithalten.

Für die Zuordnung je Person hat sich eine nummerierte Fachlösung bewährt: Jeder Mitarbeitende erhält ein festes Fach oder einen Bügelplatz mit ID, damit derselbe Overall über den Tragezyklus zugeordnet bleibt und nicht versehentlich in den falschen Bereich gelangt.

Materialien sollten glatt, korrosionsbeständig und feuchtwischdesinfizierbar sein - Edelstahl 1.4301 oder ableitfähige Kunststoffe erfüllen das in den meisten Reinraumklassen.

Wie funktioniert ein sauberer Ausgabeprozess?

Ein funktionierendes Bekleidungs-Management steuert, wer wann welches Set erhält und wann es in die Wäsche geht. Reinraumanzüge werden nach validiertem Waschprozess in Schutzverpackung geliefert, hängend oder gefaltet gelagert und nach einem festen Tragezyklus von meist 5 bis 7 Arbeitstagen ausgetauscht.

  • Ausgabe nach Nummer oder RFID, damit Grösse und Zyklus stimmen.
  • First-in-first-out: älteste aufbereitete Ware zuerst ausgeben.
  • Rückgabe getragener Teile ausschliesslich in geschlossene Behälter.
  • Beschädigte oder verschlissene Teile aussortieren, nicht weiterreichen.
  • Waschzyklen dokumentieren - Overalls halten je nach Gewebe rund 10 bis 25 Aufbereitungen.
RFID-Chips im Saum machen Grösse, Trägerzuordnung und Anzahl der Waschungen automatisch nachvollziehbar und verhindern, dass ein Anzug über sein Zyklusende hinaus getragen wird.

Die Ausgabe sollte möglichst nahe an der reinen Seite der Schleuse liegen, damit der Weg vom sauberen Set zum Ankleidepunkt kurz und kreuzungsfrei bleibt. Ein zentrales Reinraum-Bekleidungsmanagement mit Barcode oder RFID senkt Schwund und stellt sicher, dass jede Charge rückverfolgbar ist.

Häufige Fragen

Müssen saubere und gebrauchte Reinraumkleidung wirklich getrennt gelagert werden?

Ja. Die DIN EN ISO 14644‑5 fordert getrennte Bereiche und Wege für reine und unreine Bekleidung, damit aufbereitete Ware nicht durch getragene Teile rekontaminiert wird.

Hängend oder gefaltet lagern?

Mehrweg-Overalls lagert man hängend, damit sie faltenfrei bleiben und Partikel abfliessen. Einwegartikel wie Hauben und Überschuhe kommen staubgeschützt aus geschlossenen Spendern.

Wie oft lässt sich ein Reinraumanzug wiederverwenden?

Je nach Gewebe und Waschprozess sind rund 10 bis 25 validierte Aufbereitungen üblich. RFID-Chips helfen, die Anzahl der Zyklen sicher zu dokumentieren.

Warum eignet sich Edelstahl für Schränke und Spender?

Edelstahl 1.4301 ist glatt, korrosionsbeständig und lässt sich feucht wischdesinfizieren, ohne Partikel abzugeben - ideal für reine Zonen.

Bekleidungs-Management für den Reinraum gesucht?

Wir liefern Hängesysteme, Edelstahlschränke und Spender für die saubere Lagerung und Ausgabe von Reinraumkleidung - passend zu Ihrer ISO-Klasse.

Normgerecht

Zonierung und Lagerung nach DIN EN ISO 14644-5.

Sauber getrennt

Klare Trennung von reiner und unreiner Seite.

Rückverfolgbar

RFID- und Barcode-Lösungen für jeden Zyklus.

Fachberatung

Reinraum-Spezialisten planen Ihr Bekleidungskonzept.

Weitere Ratgeber