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REACH Anhang II

Sicherheitsdatenblatt lesen - welche 16 Abschnitte zählen?

Ein Sicherheitsdatenblatt (SDB) folgt einem festen Aufbau aus 16 Abschnitten nach der REACH-Verordnung. Dieser Ratgeber zeigt, welche Abschnitte für die Praxis entscheidend sind, wie Sie H- und P-Sätze deuten und daraus die richtige persönliche Schutzausrüstung sowie technische Schutzmaßnahmen ableiten.

5 Min.Stand: 2026-07Geprüft: Fachredaktion
PSA und Schutzausrüstung ansehen
16
Abschnitte je SDB
Abschnitt 8
PSA und Expositionsgrenzwerte
H- und P-Sätze
Gefahren und Vorsorge
GHS/CLP
einheitliche Einstufung
Inhalt
  1. Die 16 Abschnitte
  2. H- und P-Sätze
  3. PSA aus Abschnitt 8
  4. Betriebsanweisung
  5. Häufige Fragen

Wie ist ein Sicherheitsdatenblatt aufgebaut?

Jedes Sicherheitsdatenblatt in der EU folgt dem gleichen 16-Abschnitte-Schema nach Anhang II der REACH-Verordnung (EG) Nr. 1907/2006. Diese feste Reihenfolge hilft Ihnen, gezielt die Information zu finden, die Sie für den sicheren Umgang mit einem Gefahrstoff brauchen.

Die Abschnitte 1 bis 3 nennen Produkt, Hersteller, Gefahren und Inhaltsstoffe. Die Abschnitte 4 bis 8 sind für die tägliche Arbeit am wichtigsten: Erste Hilfe, Brandbekämpfung, Freisetzung, Handhabung, Lagerung und die persönliche Schutzausrüstung. Die Abschnitte 9 bis 16 liefern physikalische Daten, Stabilität, Toxikologie, Umwelt, Entsorgung und Transport.

Ein aktuelles SDB trägt ein Ausstellungs- oder Überarbeitungsdatum in Abschnitt 16. Verlassen Sie sich nie auf ein Blatt, das älter als die letzte Rezeptur- oder Einstufungsänderung ist.
  • Abschnitt 1‑3: Identifikation, Gefahren, Zusammensetzung.
  • Abschnitt 4‑6: Erste Hilfe, Brandbekämpfung, unbeabsichtigte Freisetzung.
  • Abschnitt 7‑8: Handhabung, Lagerung, Begrenzung der Exposition und PSA.
  • Abschnitt 9‑12: physikalische Daten, Stabilität, Toxikologie, Ökologie.
  • Abschnitt 13‑16: Entsorgung, Transport, Vorschriften, sonstige Angaben.

Was sagen H- und P-Sätze über die Gefahr aus?

In Abschnitt 2 finden Sie die Einstufung nach der CLP-Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 mit Gefahrenpiktogrammen, Signalwort und den H- und P-Sätzen. Die H-Sätze (Hazard) beschreiben die Gefahr, die P-Sätze (Precaution) die Vorsorge- und Schutzmaßnahmen.

Das Signalwort Gefahr steht für die schwerere Kategorie, Achtung für die geringere. Piktogramme mit rotem Rand ersetzen aber keine Detailprüfung von Abschnitt 8 und 11.
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Wie leite ich aus Abschnitt 8 die richtige PSA ab?

Abschnitt 8 Begrenzung und Überwachung der Exposition ist das Herzstück für den Arbeitsschutz. Hier stehen Arbeitsplatzgrenzwerte (AGW), biologische Grenzwerte und konkrete Empfehlungen für Augen-, Hand-, Körper- und Atemschutz.

Beachten Sie das STOP-Prinzip: zuerst Substitution und technische Maßnahmen wie Absaugung, dann organisatorische Regeln und erst zuletzt die persönliche Schutzausrüstung. Für den Handschutz nennt ein gutes SDB das Material (z. B. Nitril oder Butyl), die Durchbruchzeit und die Mindestdicke.

  • Augenschutz: Gestell- oder Korbbrille nach EN 166 bei Spritzgefahr.
  • Handschutz: Material und Durchbruchzeit nach EN 374 beachten.
  • Atemschutz: Filtertyp (A, B, E, K, P) und Klasse aus dem Grenzwert ableiten.
  • Körperschutz: Schürze oder Chemikalienschutzanzug nach EN 14605.
  • Immer den angegebenen Arbeitsplatzgrenzwert mit der tatsächlichen Exposition abgleichen.
Prüfen Sie die Durchbruchzeit der Handschuhe gegen die Dauer Ihrer Tätigkeit. Ein Handschuh mit 30 Minuten Durchbruchzeit schützt nicht bei einer Stunde Dauerkontakt.

Wie setze ich das SDB in eine Betriebsanweisung um?

Das Sicherheitsdatenblatt ist die Quelle, die Betriebsanweisung ist das arbeitsplatzbezogene Ergebnis. Nach Gefahrstoffverordnung (GefStoffV) und der Gefährdungsbeurteilung müssen Sie die Angaben aus dem SDB auf Ihre konkrete Tätigkeit übertragen.

Die Betriebsanweisung muss in verständlicher Sprache und Landessprache der Beschäftigten vorliegen und regelmäßig in der Unterweisung besprochen werden.

Häufige Fragen

Wie viele Abschnitte hat ein Sicherheitsdatenblatt?

Genau 16 Abschnitte in fester Reihenfolge nach Anhang II der REACH-Verordnung. Die Struktur ist EU-weit einheitlich, damit Sie Informationen schnell finden.

In welchem Abschnitt steht die PSA?

Abschnitt 8 Begrenzung und Überwachung der Exposition nennt Grenzwerte sowie Augen-, Hand-, Körper- und Atemschutz. Abschnitt 2 liefert über die P-Sätze ergänzende Hinweise.

Was ist der Unterschied zwischen H- und P-Sätzen?

H-Sätze (Hazard) beschreiben die Gefahr eines Stoffes, P-Sätze (Precaution) die empfohlenen Vorsorge- und Schutzmaßnahmen. Beide stehen in Abschnitt 2.

Wie alt darf ein Sicherheitsdatenblatt sein?

Es muss den aktuellen Stand der Einstufung und Rezeptur widerspiegeln. Das Datum finden Sie in Abschnitt 16; bei Änderungen muss der Hersteller ein neues SDB bereitstellen.

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