Sicherheitslichtgitter auslegen - wie berechnet man den Abstand?
Ein Sicherheitslichtgitter schützt nur dann zuverlässig, wenn Auflösung, Schutzfeldhöhe und Sicherheitsabstand zusammenpassen. Dieser Ratgeber zeigt die Auslegung nach DIN EN ISO 13855, erklärt die Abstandsformel S = K x T + C und nennt konkrete Werte für Finger-, Hand- und Körperschutz.
Sicherheitslichtgitter ansehenWas leistet ein Sicherheitslichtgitter?
Ein Sicherheitslichtgitter ist eine berührungslos wirkende Schutzeinrichtung (BWS), die mit parallelen Infrarotstrahlen ein senkrechtes Schutzfeld aufspannt. Unterbricht eine Person oder ein Körperteil einen Strahl, sendet das Gerät ein Stoppsignal an die Maschine. Die zentrale Kenngröße ist die Auflösung d, also der kleinste Gegenstand, der zuverlässig erkannt wird.
Die Auflösung ergibt sich aus Strahlabstand und Linsendurchmesser und bestimmt, ob Finger, Hände oder ganze Körper detektiert werden. Je feiner die Auflösung, desto näher darf das Gitter an der Gefahrenstelle sitzen. Typische Klassen sind 14 mm und 30 mm für Finger- und Handschutz sowie 40 mm und mehr für den Körper- und Zutrittsschutz.
Wie werden Schutzfeldhöhe und Strahlzahl gewählt?
Die Schutzfeldhöhe muss den Zugriffsbereich lückenlos abdecken. Bei Zutrittsschutz mit Mehrstrahl-Lichtschranken regelt DIN EN ISO 13855 feste Strahlhöhen, damit ein Umgehen von oben, unten oder in der Mitte ausgeschlossen ist.
- 2-Strahl-System: Strahlhöhen 400 und 900 mm über Referenzboden.
- 3-Strahl-System: 300, 700 und 1100 mm für höhere Zugangssicherheit.
- 4-Strahl-System: 300, 600, 900 und 1200 mm für strengen Zutrittsschutz.
- Vollflächiges Schutzfeld: durchgehende Strahlen für Finger- und Handschutz an der Öffnung.
- Schutzfeldhöhe immer so wählen, dass Übersteigen und Unterkriechen verhindert werden.
Wie BWS in das Sicherheitskonzept nach EN ISO 13849 eingebunden werden.
Zum RatgeberWie berechnet man den Sicherheitsabstand?
Der Sicherheitsabstand S ist der Mindestabstand zwischen Schutzfeld und Gefahrenstelle. Er stellt sicher, dass die Maschine steht, bevor die Hand die Gefahr erreicht. DIN EN ISO 13855 gibt dafür die Formel S = K x T + C vor.
Bei einer Auflösung d bis 40 mm gilt K = 2000 mm/s. Der Zuschlag C beträgt 8 x (d - 14 mm), mindestens jedoch 0 mm. Ergibt sich mit K = 2000 ein Abstand über 500 mm, darf mit K = 1600 mm/s neu gerechnet werden, wobei S mindestens 500 mm bleiben muss.
- Nachlaufzeit T immer messen, nicht schätzen - Verschleiß verlängert sie.
- Bei Auflösung über 40 mm (Körperschutz) gilt C = 850 mm und K = 1600 mm/s.
- Bodennahe Umgehung und Reflexion an blanken Flächen zusätzlich prüfen.
Häufige Fragen
Welche Formel gilt für den Sicherheitsabstand?
Nach DIN EN ISO 13855 gilt S = K x T + C. K ist die Annäherungsgeschwindigkeit (meist 2000 mm/s), T die gesamte Nachlaufzeit und C der von der Auflösung abhängige Eindringzuschlag.
Wie groß ist der Zuschlag C?
Für Auflösungen bis 40 mm gilt C = 8 x (d - 14 mm), niemals negativ. Für Körperschutz mit gröberer Auflösung setzt man pauschal C = 850 mm an.
Welche Auflösung brauche ich für Fingerschutz?
Fingerschutz verlangt eine Auflösung von 14 mm, Handschutz 30 mm. Erst diese feinen Auflösungen erlauben ein Schutzfeld direkt an der Gefahrenstelle mit geringem Abstand.
Warum ist die Nachlaufzeit so wichtig?
T geht direkt in den Abstand ein. Eine längere Nachlaufzeit durch Verschleiß an Bremsen oder Ventilen vergrößert den nötigen Sicherheitsabstand, daher muss sie regelmäßig gemessen werden.
Sicherheitslichtgitter richtig auslegen?
Wir liefern Finger-, Hand- und Körperschutz-Lichtgitter nach DIN EN ISO 13855 und unterstützen bei Auflösung, Schutzfeldhöhe und Abstandsberechnung.
Normkonform
Auslegung nach DIN EN ISO 13855 und EN 61496.
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Berechnung inklusive gemessener Nachlaufzeit.
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