Antirutschmatte für die Ladungssicherung - was bringt sie?
Antirutschmatten erhöhen die Reibung zwischen Ladung und Ladefläche und senken so die Zahl der nötigen Zurrgurte. Dieser Ratgeber erklärt den Reibbeiwert µ nach VDI 2700, die richtige Dicke und Materialgüte sowie den korrekten Einsatz beim Niederzurren.
Antirutschmatten ansehenWie reduziert eine Antirutschmatte die Zurrmittel?
Beim Niederzurren wird die Ladung über die Reibung zur Ladefläche gehalten. Je höher der Reibbeiwert µ, desto grösser die Haltekraft aus derselben Vorspannung - und desto weniger Zurrgurte werden rechnerisch benötigt. Eine Antirutschmatte hebt µ von etwa 0,2 bis 0,3 (Holz auf Stahl, trocken) auf rund 0,6 an.
Nach VDI 2700 Blatt 2 geht der Reibbeiwert direkt in die Sicherungskraftberechnung ein. Verdoppelt sich µ von 0,3 auf 0,6, verdoppelt sich näherungsweise die nutzbare Reibungskraft, sodass die Zahl der erforderlichen Niederzurrungen deutlich sinkt - in vielen Fällen um 30 bis 50 Prozent.
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Zum RatgeberWelche Dicke und Materialgüte ist richtig?
Entscheidend sind Dicke, Materialgüte und der zertifizierte Reibbeiwert. Zu dünne oder minderwertige Matten drücken durch und verlieren ihre Wirkung, hochwertige Gummimatten aus Neu- oder Recyclinggummi halten den µ-Wert dauerhaft.
- Dünne Matten (3 mm): für leichte Kartons und Kleinteile auf glatter Fläche.
- Mittlere Dicke (6‑8 mm): Standard für Paletten und Maschinenteile.
- Dicke Matten (10 mm und mehr): für hohe Punktlasten und raue Ladeflächen.
- Recyclinggummi ist robust und kostengünstig, Neugummi bietet konstantere µ-Werte.
- Auf Öl-, Kälte- und UV-Beständigkeit achten, wenn die Matte im Freien liegt.
Wie werden Antirutschmatten richtig eingesetzt?
Die Matte muss vollflächig unter der Last liegen, nicht nur an den Rändern. Beide Kontaktflächen - Ladefläche und Ladungsboden - sollten sauber, trocken und frei von losem Schmutz sein, da Staub und Öl den Reibbeiwert wieder herabsetzen.
- Streifen oder Zuschnitte unter jede tragende Auflagefläche der Palette legen.
- Mattenfläche mindestens so gross wie die Aufstandsfläche der Ladung wählen.
- Nach jedem Einsatz auf Risse, Verhärtung und Ölbelag prüfen.
- Verschmutzte Matten mit Wasser reinigen, keine Lösemittel verwenden.
Häufige Fragen
Wie viele Zurrgurte spart eine Antirutschmatte?
Das hängt vom µ-Wert ab. Steigt der Reibbeiwert von 0,3 auf 0,6, halbiert sich näherungsweise die Zahl der nötigen Niederzurrungen. In der Praxis sind 30 bis 50 Prozent weniger Zurrmittel realistisch.
Welchen Reibbeiwert sollte eine Antirutschmatte haben?
Angestrebt wird ein geprüfter Gleitreibbeiwert µ von mindestens 0,6. Der Wert muss im Prüfzeugnis nach VDI 2700 beziehungsweise EN 12195‑1 ausgewiesen sein.
Welche Dicke ist sinnvoll?
Für leichte Ladung genügen 3 mm, Standard sind 6 bis 8 mm. Bei hohen Punktlasten oder rauen Ladeflächen sind 10 mm und mehr sinnvoll, damit die Matte nicht durchdrückt.
Ersetzt die Matte die Zurrgurte?
Nein. Die Antirutschmatte erhöht nur die Reibung und senkt die Zahl der nötigen Zurrmittel. Niederzurren oder Formschluss bleiben nach VDI 2700 verpflichtend.
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Nach VDI 2700
Reibbeiwert im Prüfzeugnis dokumentiert und anrechenbar.
µ ≥ 0,6
Hoher Gleitreibbeiwert für weniger Zurrmittel.
Robuste Güte
Öl- und witterungsbeständiger Gummi in mehreren Dicken.
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