Atemfilter-Kennfarben und Klassen - welcher Filter passt?
Die farbigen Ringe am Atemfilter sind kein Zufall - sie codieren nach EN 14387, gegen welche Gase oder Dämpfe der Filter schützt. Dieser Ratgeber erklärt die Kennfarben A, B, E und K, die Gasfilterklassen 1 bis 3 sowie die Partikelfilterstufen P1 bis P3 und zeigt, wann welcher Filter passt.
Atemschutzfilter ansehenWas bedeuten die Kennfarben A, B, E und K?
Jeder Gasfilter trägt nach EN 14387 einen farbigen Kennring und einen Buchstaben, die das Einsatzgebiet festlegen. Die vier häufigsten Typen sind A (braun) gegen organische Dämpfe mit Siedepunkt über 65 °C, B (grau) gegen anorganische Gase wie Chlor oder Schwefelwasserstoff, E (gelb) gegen Schwefeldioxid und saure Gase sowie K (grün) gegen Ammoniak und organische Aminderivate.
Neben diesen Grundtypen gibt es Sonderfilter: AX für organische Dämpfe unter 65 °C Siedepunkt, SX für benannte Einzelverbindungen, Hg-P3 (rot-weiss) gegen Quecksilberdampf und NO-P3 (blau-weiss) gegen nitrose Gase. Kombinationsfilter tragen mehrere Farbringe, etwa ein ABEK-Filter alle vier Buchstaben.
Wofür stehen die Gasfilterklassen 1, 2 und 3?
Die Zahl hinter dem Buchstaben beschreibt die Aufnahmekapazität, also wie viel Gas der Filter binden kann, bevor er durchbricht. Sie steht nicht für eine höhere Schutzstufe, sondern für die maximal zulässige Gaskonzentration am Einsatzort.
- Klasse 1 (klein): bis 0,1 Vol.-% (1000 ppm) Gaskonzentration - leichte Belastung.
- Klasse 2 (mittel): bis 0,5 Vol.-% (5000 ppm) - übliche industrielle Anwendungen.
- Klasse 3 (gross): bis 1,0 Vol.-% (10000 ppm) - hohe Konzentrationen, meist Vollmaske.
Ein A2-Filter eignet sich also für mittlere Lösemittelkonzentrationen, ein A1 nur für geringe. Höhere Klasse bedeutet mehr Aktivkohle, mehr Gewicht und höheren Atemwiderstand - deshalb wählt man nicht pauschal die grösste Klasse, sondern die zur Konzentration passende.
Was leisten die Partikelstufen P1, P2 und P3?
Partikelfilter nach EN 143 halten Stäube, Aerosole, Rauch und Nebel zurück und werden in drei Abscheideleistungen eingeteilt. Je höher die Zahl, desto feiner die Abscheidung und desto geringer der zulässige Durchlass.
Für Gefahrstoffe, die gleichzeitig als Gas und Partikel auftreten - etwa beim Lackieren oder Sprühen - kombiniert man Gas- und Partikelfilter, zum Beispiel A2-P3. Der Zusatz R kennzeichnet wiederverwendbare, NR nur einmalig verwendbare Partikelfilter.
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Zum RatgeberHäufige Fragen
Was bedeutet die Farbe am Atemfilter?
Die Kennfarbe codiert nach EN 14387 die Stoffgruppe: Braun (A) für organische Dämpfe, Grau (B) für anorganische Gase, Gelb (E) für saure Gase und Grün (K) für Ammoniak. Kombinationsfilter zeigen mehrere Farbringe.
Ist ein Filter der Klasse 3 immer besser als Klasse 1?
Nein. Die Klasse gibt nur die maximal zulässige Gaskonzentration an, nicht eine bessere Filterwirkung. Klasse 3 enthält mehr Aktivkohle und hat höheren Atemwiderstand - für niedrige Konzentrationen reicht Klasse 1 oder 2.
Wann brauche ich einen Kombinationsfilter wie A2-P3?
Immer wenn gleichzeitig Gase oder Dämpfe und Partikel auftreten, etwa beim Lackieren, Sprühen oder Schweissen. Der Gasteil bindet die Dämpfe, der P3-Teil die Aerosole und Feinstäube.
Schützt ein Gasfilter bei Sauerstoffmangel?
Nein. Filtergeräte setzen mindestens 17 Vol.-% Sauerstoff und eine bekannte Schadstoffart voraus. In engen Räumen, Tanks oder unbekannter Atmosphäre ist ein umgebungsluftunabhängiges Gerät vorgeschrieben.
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