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DIN EN 527

Steh-Sitz-Arbeitsplatz ergonomisch einrichten - wie?

Ein ergonomischer Steh-Sitz-Arbeitsplatz beugt Rücken- und Nackenbeschwerden vor und hält die Leistung über den Tag stabil. Dieser Ratgeber erklärt die richtige Tischhöhe nach DIN EN 527, die Aufteilung des Greifraums in drei Zonen und die Beleuchtung mit 500 lux nach DIN EN 12464-1.

5 Min.Stand: 2026-07Geprüft: Fachredaktion
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65-125 cm
Tischhöhe Sitzen bis Stehen
90°
Winkel an Ellenbogen und Knie
500 lux
Beleuchtung nach 12464-1
60:30:10
Sitzen, Stehen, Bewegung
Inhalt
  1. Tischhöhe einstellen
  2. Greifraum und Zonen
  3. Beleuchtung planen
  4. Sitzen und Stehen
  5. Häufige Fragen

Welche Tischhöhe ist beim Sitzen und Stehen richtig?

Die Tischhöhe richtet sich nach der Körpergrösse und der Arbeitshaltung. Nach DIN EN 527‑1 liegt ein höhenverstellbarer Steh-Sitz-Tisch im Bereich von etwa 65 bis 125 cm, sodass eine Person die Fläche sowohl im Sitzen als auch im Stehen nutzen kann.

Als Faustregel bilden Ober- und Unterarm im Sitzen einen Winkel von rund 90°, die Unterarme liegen locker auf der Tischplatte auf und die Schultern bleiben entspannt. Im Stehen wird die Platte so eingestellt, dass die Ellenbogen wieder etwa 90° bilden und der Blick leicht nach unten auf die Arbeitsfläche fällt.

Eine gute Näherung für die stehende Arbeitshöhe ist die Ellenbogenhöhe minus rund 5 cm für normale Arbeit. Für feine oder präzise Tätigkeiten darf die Fläche 5 bis 10 cm höher liegen, für kraftvolle Arbeit tiefer.
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Wie teilt man den Greifraum sinnvoll auf?

Der Greifraum beschreibt den Bereich, den die Hände ohne Verdrehen des Oberkörpers erreichen. Er wird in drei Zonen gegliedert, damit häufig genutzte Werkzeuge und Teile ohne Streckbewegung griffbereit liegen.

  • Zone A (innerer Greifraum, ca. 0‑35 cm): täglich genutzte Werkzeuge, Tastatur und laufende Teile.
  • Zone B (erweiterter Greifraum, ca. 35‑45 cm): seltener genutzte Hilfsmittel und Vorlagen im gebeugten Arm.
  • Zone C (äusserer Greifraum, ca. 45‑60 cm): selten benötigte Gegenstände, nur mit gestrecktem Arm.
  • Häufig gebrauchte Teile immer in Zone A und mittig vor dem Körper anordnen.

Der innere Greifraum bildet einen Halbkreis mit rund 35 cm Radius vor dem Körper. Was mehrmals pro Stunde gebraucht wird, gehört hierhin. Bildschirm und Sichtvorlagen stehen im Sehabstand von etwa 50 bis 70 cm, die oberste Bildschirmzeile liegt auf oder knapp unter Augenhöhe.

Ordnen Sie den Arbeitsplatz nach Häufigkeit, nicht nach Gewohnheit: Was Sie oft anfassen, gehört in Reichweite ohne Vorbeugen. Das spart über den Tag hunderte kleiner Streckbewegungen.

Wie viel Licht braucht der Arbeitsplatz?

Die Beleuchtung entscheidet über Sehkomfort und Fehlerquote. Nach DIN EN 12464‑1 gelten für Büro- und Montagearbeitsplätze mindestens 500 lux auf der Arbeitsfläche, für feine Kontroll- oder Prüftätigkeiten 750 bis 1000 lux.

Das Licht sollte gleichmässig und möglichst blendfrei sein. Eine Platzleuchte wird seitlich versetzt aufgestellt, damit keine Schatten der Hand auf die Arbeit fallen. Eine Farbwiedergabe von Ra über 80 und eine neutralweisse Lichtfarbe um 4000 K unterstützen das ermüdungsfreie Sehen.

Der Bildschirm steht möglichst im rechten Winkel zum Fenster, um Reflexionen und Blendung durch Tageslicht zu vermeiden. Tageslicht ergänzt die künstliche Beleuchtung, ersetzt sie aber nicht.

Warum ist der Wechsel zwischen Sitzen und Stehen wichtig?

Der grösste Vorteil eines Steh-Sitz-Arbeitsplatzes ist der Haltungswechsel. Nicht das Stehen allein, sondern der regelmässige Wechsel entlastet Bandscheiben, Muskulatur und Kreislauf.

  • Als Richtwert etwa 60 % sitzen, 30 % stehen und 10 % gehen oder bewegen über den Arbeitstag.
  • Haltung alle 20 bis 30 Minuten wechseln, statt stundenlang in einer Position zu verharren.
  • Beim Stehen eine Anti-Ermüdungsmatte nutzen, um die Beine zu entlasten.
  • Fussstütze und Sitzkeil helfen, im Sitzen eine aufrechte Beckenstellung zu halten.
Erinnerungen per Timer oder App helfen beim Einstieg. Nach einigen Wochen wird der Wechsel zur Gewohnheit und die Beschwerden nehmen spürbar ab.
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Häufige Fragen

Wie hoch sollte ein Stehtisch eingestellt werden?

So, dass die Ellenbogen im Stehen etwa 90° bilden und die Unterarme waagerecht auf der Platte aufliegen. Als Näherung dient die Ellenbogenhöhe minus rund 5 cm für normale Arbeit.

Wie oft sollte man zwischen Sitzen und Stehen wechseln?

Etwa alle 20 bis 30 Minuten. Ein bewährtes Verhältnis über den Tag ist rund 60 % Sitzen, 30 % Stehen und 10 % Bewegung.

Wie viel Licht braucht ein Arbeitsplatz?

Nach DIN EN 12464‑1 mindestens 500 lux für Büro- und Montagearbeit, 750 bis 1000 lux für feine Prüf- oder Montagetätigkeiten, blendfrei und gleichmässig.

Was ist der Greifraum?

Der Bereich, den die Hände ohne Verdrehen des Oberkörpers erreichen. Häufig genutzte Teile gehören in den inneren Greifraum von etwa 35 cm Radius vor dem Körper.

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