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DGUV Regel 113-004

Gaswarngerät für die Freimessung enger Räume wählen

Vor dem Einstieg in Behälter, Schächte oder Tanks muss die Atmosphäre freigemessen werden. Dieser Ratgeber erklärt den Unterschied zwischen Ein- und Mehrgasgerät, die Sensortypen für O2, CO, H2S und brennbare Gase, die üblichen Alarmschwellen sowie den täglichen Bump-Test.

5 Min.Stand: 2026-07Geprüft: ESD-Spezialisten
Gaswarngeräte ansehen
4 Gase
O2, CO, H2S, EX im Multigas
20,9 %
normaler O2-Gehalt der Luft
täglich
Bump-Test vor Einsatz
10 % UEG
Voralarm brennbare Gase
Inhalt
  1. Ein- vs. Mehrgas
  2. Sensoren und Alarme
  3. Bump-Test und Kalibrierung
  4. Häufige Fragen

Ein- oder Mehrgasgerät - was passt zur Aufgabe?

Die erste Entscheidung ist die Zahl der überwachten Gase. Ein Eingasgerät misst nur einen Parameter, etwa H2S oder CO, und eignet sich für klar umrissene Einzelrisiken. Für die Freimessung enger Räume ist dagegen fast immer ein Mehrgasgerät mit vier Sensoren gefordert.

In Behältern, Kanälen und Schächten treten mehrere Gefahren gleichzeitig auf: Sauerstoffmangel, brennbare Gase und toxische Gase. Ein 4-in-1-Gerät überwacht O2, brennbare Gase (EX), CO und H2S zeitgleich und löst bei jeder Überschreitung Alarm aus.

Für den Einstieg in enge Räume schreibt die DGUV Regel 113‑004 eine Freimessung vor. In der Praxis heisst das ein geprüftes Mehrgasgerät mit O2-, EX-, CO- und H2S-Sensor.
  • Eingasgerät: günstig, klein, ideal als persönlicher Warner für ein bekanntes Risiko.
  • Mehrgasgerät (4-Gas): Standard für Freimessung und befahrbare Räume.
  • Pumpgerät: mit interner oder externer Pumpe zur Vorab-Messung aus sicherer Entfernung.
  • Diffusionsgerät: ohne Pumpe, misst am Trageort der Person.
Enge Räume sicher befahren

Vom Freimessprotokoll bis zur PSA - so bereiten Sie den Einstieg vor.

Zum Ratgeber

Welche Sensoren und Alarmschwellen brauchen Sie?

Jeder Sensor misst eine andere Gefahr in einer eigenen Einheit. Sauerstoff wird in Volumenprozent angegeben, brennbare Gase in Prozent der unteren Explosionsgrenze (UEG), toxische Gase in ppm. Die Alarmschwellen orientieren sich an den Grenzwerten und werden meist zweistufig als Vor- und Hauptalarm gesetzt.

Der EX-Sensor arbeitet meist als katalytischer Pellistor und benötigt zum Messen Sauerstoff. Fällt der O2-Gehalt stark ab, kann der EX-Wert unzuverlässig werden - deshalb ist die kombinierte Messung so wichtig. Sauerstoffmangel unter 19,5 % ist die häufigste tödliche Gefahr in engen Räumen.

Sauerstoff über 23 % ist ebenso gefährlich wie Mangel: In angereicherter Atmosphäre brennen Materialien heftig und schwer löschbar. Deshalb hat der O2-Sensor immer auch einen oberen Alarm.

Warum ist der Bump-Test vor jedem Einsatz Pflicht?

Der Bump-Test ist eine kurze Funktionsprüfung: Das Gerät wird mit Prüfgas bekannter Konzentration begast, um zu bestätigen, dass alle Sensoren reagieren und die Alarme auslösen. Er prüft nicht die Genauigkeit, sondern nur die grundsätzliche Funktion - und das vor jedem Arbeitstag.

  • Bump-Test: kurze Begasung vor jedem Einsatz, bestätigt Sensor- und Alarmfunktion.
  • Kalibrierung: justiert die Messgenauigkeit, typisch alle 6 Monate oder nach Herstellervorgabe.
  • Prüfgas und Docking-Station automatisieren Test und Protokollierung.
  • Ergebnisse dokumentieren - lückenlose Nachweise sind bei Freimessungen Pflicht.
Eine Docking- oder Kalibrierstation führt Bump-Test und Kalibrierung automatisch aus, protokolliert die Ergebnisse und lädt den Akku. Das spart Zeit und liefert den geforderten Nachweis.

Ebenso wichtig ist die Sensorlebensdauer: Elektrochemische Sensoren für CO und H2S halten typisch 2 bis 3 Jahre, der EX-Pellistor kann durch Silikone oder Blei vergiftet werden. Nach starken Alarmen oder Stössen sollte das Gerät ausserplanmässig geprüft werden.

Häufige Fragen

Reicht ein Eingasgerät für die Freimessung?

In der Regel nicht. Enge Räume bergen mehrere Gefahren gleichzeitig, deshalb ist ein 4-Gas-Gerät mit O2, EX, CO und H2S Standard. Ein Eingasgerät ist nur als zusätzlicher persönlicher Warner sinnvoll.

Wie oft muss ein Bump-Test durchgeführt werden?

Empfohlen wird ein Bump-Test vor jedem Einsatz, mindestens aber täglich vor Arbeitsbeginn. Er bestätigt, dass Sensoren und Alarme funktionieren, ersetzt aber nicht die regelmässige Kalibrierung.

Was ist der Unterschied zwischen Bump-Test und Kalibrierung?

Der Bump-Test prüft nur, ob das Gerät reagiert und Alarm gibt. Die Kalibrierung justiert die Messgenauigkeit gegen ein Prüfgas und erfolgt typisch alle sechs Monate oder nach Herstellervorgabe.

Warum braucht der EX-Sensor Sauerstoff?

Der katalytische Pellistor verbrennt das brennbare Gas an einem Draht und misst die Wärme. Ohne ausreichend Sauerstoff läuft diese Reaktion nicht korrekt ab, weshalb der Messwert bei O2-Mangel unzuverlässig wird.

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