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ISO 4406

Ölreinheit nach ISO 4406 und NAS 1638 richtig festlegen

Partikel im Hydrauliköl sind die häufigste Ausfallursache in der Fluidtechnik. Dieser Ratgeber erklärt die Reinheitsklassen nach ISO 4406 und NAS 1638, wie Sie die geforderte Ölreinheit für Pumpen, Ventile und Servotechnik festlegen und mit welcher Filtration Sie sie erreichen.

5 Min.Stand: 2026-07Geprüft: Fachredaktion
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4/6/14 µm
Bezugsgrößen ISO 4406:2021
3 Zahlen
Reinheitscode je Größe
70-80 %
Ausfälle durch Partikel
17/15/12
typisch für Servoventile
Inhalt
  1. ISO 4406 lesen
  2. NAS 1638 Vergleich
  3. Klasse festlegen
  4. Messen und Filtern
  5. Häufige Fragen

Was bedeutet der Reinheitscode nach ISO 4406?

Die ISO 4406 beschreibt die Partikelbelastung eines Öls mit einem dreiteiligen Code, zum Beispiel 18/16/13. Jede Zahl steht für die Anzahl der Partikel je Milliliter, die größer als 4 µm(c), 6 µm(c) und 14 µm(c) sind. Der Zusatz (c) bedeutet, dass die Zählung mit einem nach ISO 11171 kalibrierten Partikelzähler erfolgt.

Jede Codezahl entspricht einem Bereich: Code 18 bedeutet 1.300 bis 2.500 Partikel je ml, Code 16 sind 320 bis 640, Code 13 sind 40 bis 80. Wichtig ist, dass eine um eine Stufe höhere Zahl ungefähr die doppelte Partikelmenge bedeutet - der Code ist logarithmisch aufgebaut.

Merksatz: Die drei Zahlen fallen von links nach rechts, weil es immer weniger große Partikel als kleine gibt. Ein Code wie 22/18/13 ist normal, 13/18/22 wäre physikalisch unmöglich.

Wie hängt NAS 1638 mit ISO 4406 zusammen?

Die ältere US-Norm NAS 1638 (heute abgelöst durch SAE AS4059) gibt die Reinheit mit einer einzelnen Klassenzahl von 00 bis 12 an. Sie zählt Partikel in festen Größenbereichen wie 5 bis 15 µm oder 15 bis 25 µm. Viele Maschinen und Datenblätter nutzen sie noch, deshalb ist die Umrechnung in ISO 4406 wichtig.

Eine exakte Umrechnung gibt es nicht, weil beide Normen unterschiedlich zählen. Als praktische Faustregel entspricht eine NAS-Klasse etwa dem mittleren ISO-Wert plus einer festen Differenz. Die folgende Tabelle zeigt gängige Näherungen für die Praxis.

Nutzen Sie Umrechnungstabellen nur als Orientierung. Für Abnahme und Gewährleistung immer die Norm angeben, in der die Anforderung ursprünglich definiert wurde.

Welche Ölreinheit brauchen Pumpen, Ventile und Servotechnik?

Die geforderte Reinheit richtet sich nach der empfindlichsten Komponente im Kreislauf. Servoventile mit Spaltweiten unter 5 µm brauchen deutlich saubereres Öl als robuste Zahnradpumpen. Legen Sie die Zielklasse immer nach dem kritischsten Bauteil fest, nicht nach dem Durchschnitt.

  • Servo- und Regelventile: ISO 16/14/11 bis 17/15/12, Filterfeinheit β-Wert bei 5 µm.
  • Proportionalventile: ISO 18/16/13, weil die Spaltweiten etwas größer sind.
  • Axialkolbenpumpen mit hohem Druck: ISO 18/16/13 für lange Standzeit.
  • Zahnrad- und Flügelzellenpumpen: ISO 20/18/15 sind meist ausreichend.
  • Standardzylinder und Wegeventile: ISO 20/18/15 bis 21/19/16.
Jede um zwei ISO-Stufen sauberere Klasse kann die Lebensdauer von Pumpen und Ventilen deutlich verlängern. Sauberkeit ist die günstigste Instandhaltung, die es gibt.
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Wie erreichen und überwachen Sie die Zielklasse?

Die Reinheit erreichen Sie über die richtige Filterfeinheit, ausgedrückt im β-Wert nach ISO 16889. Ein Filter mit β5 ≥ 1000 hält 99,9 Prozent aller Partikel ab 5 µm zurück. Überwachen können Sie den Zustand mit Partikelzählern oder online mit einem fest verbauten Sensor.

  • Ölprobe an einer laufenden, turbulenten Stelle unter Druck entnehmen.
  • Neuöl ist nicht automatisch sauber - oft ISO 21/19/16 ab Fass, vor Befüllung filtern.
  • Nebenstromfiltration senkt die Klasse dauerhaft, ohne den Hauptstrom zu belasten.
  • Trends dokumentieren: ein plötzlicher Anstieg zeigt Verschleiß oder Filterdurchbruch.
Wasser und Luft im Öl zählen die optischen Partikelzähler mit. Entlüften und entwässern Sie die Probe, sonst wird die Klasse zu schlecht gemessen.

Häufige Fragen

Was bedeuten die drei Zahlen bei ISO 4406?

Sie geben die Partikelanzahl je Milliliter für die Größen über 4, 6 und 14 µm(c) an. Jede Zahl ist ein Code für einen Mengenbereich, eine Stufe höher bedeutet etwa die doppelte Partikelmenge.

Kann ich NAS 1638 exakt in ISO 4406 umrechnen?

Nein, beide Normen zählen unterschiedlich. Umrechnungstabellen liefern nur Näherungen. Für verbindliche Anforderungen sollten Sie die Norm nennen, in der die Vorgabe definiert wurde.

Welche Reinheitsklasse brauchen Servoventile?

Servo- und Regelventile verlangen meist ISO 16/14/11 bis 17/15/12 mit Feinstfiltration β5 ≥ 1000, weil ihre Steuerspalte unter 5 µm liegen.

Ist neues Öl automatisch sauber genug?

Nein. Frisches Öl aus dem Fass liegt oft bei ISO 21/19/16 und ist damit zu schmutzig für empfindliche Hydraulik. Filtern Sie es vor dem Befüllen.

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